Gazipasa - Leben und Auskommen am Mittelmeer

Gazipasa - Leben am Wasser

Die unberührte und wunderschöne Umgebung von Gazipasa ist nicht allein eine Zukunftschance beschränkt auf das Land, die Ebenen und die Küste.

Das Meer ist in der Region Gazipasa vielleicht das wichtigste Element. Wunderbar farbenprächtig und voller aktivem Leben ist das Meer hier in Gazipasa. Während der Antike gab es hier einige sehr wichtige Hafenstädte, die durch den Seehandel schnell reich wurden und deren Bewohner somit ein relativ unbeschwertes Leben führen konnten. So transportierten und verkauften Sie Holz aus dem Taurusgebirge. Sie handelten mit Olivenöl und anderen landwirtschaftlichen Produkten der Region und auf der Rückfahrt von den Handelspartnern im Mittelmeer brachten sie all die Güter mit, die hier abgefragt wurden. Die hier lebenden Menschen haben das Meer schon immer als Nahrungsquelle und Transportweg genutzt. Diese Seerouten waren zu allen Zeiten äußerst wichtige Handelsrouten.

Allerdings betrieben in der Antike auch fast alle seefahrenden Völker Piraterie. Es überwog Küstenpiraterie, bei der mit Ruderbooten und ungedeckten Galeeren Küstenorte überfallen und küstennah fahrende oder rastende Schiffe bei günstigen Gelegenheiten überfallen wurden. Erst mit der Entwicklung der Triere im 6. Jahrhundert v. Chr. wurde es technisch möglich, auch andere Schiffe zu verfolgen und Piraterie auf See effektiv zu betreiben. Insgesamt folgte die Entwicklung der Piraterie den technischen Möglichkeiten des jeweiligen Zeitalters.

In einer Schwächephase der römischen Republik im letzten Jahrhundert v. Chr. wurde die Bedrohung der ägyptischen Kornlieferungen durch kilikische Piraten sogar für Rom zu einer nahezu existentiellen Bedrohung. Erst die entschiedene Kampagne unter Gnaeus Pompeius, 67 v. Chr., stellte die Sicherheit der Seewege im Mittelmeer wieder her. In der weiteren Geschichte ist nie wieder in so kurzer Zeit ein so vollständiger und dauerhafter Sieg über das organisierte Piratentum errungen worden.

Selbst in frühester Vergangenheit war das Mittelmeer schon für seine Seerouten bekannt, ja man sagt sogar, das die Ursprünge für Seefahrt und Handel zuerst im Mittelmeerraum entwickelt wurden. Besonders aufgrund der hervorragenden geographischen Lage, gab es eine Vielzahl von Häfen entlang der anatolischen Küsten am Mittelmeer. Diese Häfen waren in der Lage bei rauen Stürmen sowohl Schutz und Sicherheit zu bieten als auch die Voraussetzungen, Handel zu treiben. Natürlich haben dieser rege Schiffs- und Handelsverkehr auch ihre Hinterlassenschaften im Meer verursacht. Die Statue des Pegasus, die von Archäologen im Jahr 2004 in der Nähe der Küste bei Gazipasa gefunden haben, ist eines der markantesten Funde der Region. Diese Figur ist eine der vielen Schutzgötter, die am Schiffsbug fixiert war um das Schiff vor Unglück und Unwetter zu bewahren.

Man begegnet den antiken Amphoren überall an der Rivieraküste, besonders allerdings in den bislang wenig erforschten Regionen, zu denen Gazipasa ganz eindeutig zählt. Wenn Sie allein mit der Taucherbrille schwimmend die Wasseroberfläche durchbrechen, können Sie bereits von hier aus Amphorenscherben und antike Anker auf dem Meeresgrund liegen sehen. Es gibt einige Plätze an denen Säulen aus Granit am Meeresboden liegen. Nur wenige Menschen in Gazipasa wissen von diesen Plätzen. Man wartet geduldig auf die nächsten Untersuchungen durch Archäologen um den Ursprung all dieser antiken Schätze zu erkennen. Ein Zitat von Fernand Braudel aus dem Buch „Der Mittelmeerbewohner“ sagt das Folgende:

“Was ist das Mittelmeer? Es ist immer wieder eintausend und ein Ding. Es ist nicht eine einzige Landschaft, es sind unzählbare Landschaften. Es ist nicht eine einzelne Zivilisation sondern unzählige Zivilisationen durcheinander.“

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