alaturka

Salamis auf Zypern - antikes Stadtkönigtum bei Famagusta

Salamis auf Zypern wechselhafte Geschichte!

Im Rahmen unserer Erkundungstour durch Nordzypern hatten wir auch die Ruinenstadt Salamis bei Famagusta angefahren, die ab dem 11. Jahrhundert v. Chr. die Führungsrolle unter den zypriotischen Stadtkönigtümern inne hatte.

Die Vorgeschichte der antiken Stadt Salamis reicht weit bis in die vorchristliche Zeit zurück, die Ruinenstadt zeigt allerdings überwiegend Bauten aus der Zeit der Römer. So gibt es ein zum Teil restauriertes Theater, dass noch heute für Veranstaltungen genutzt wird. Eine Agora, ein imposantes römisches Bad, das tiefe Einblicke das Heizungssystem erlaubt, eine öffentliche Toilette in der Form eines Halbrunds mit tiefer Wasserspülung sowie zahlreiche Be- und Entwässerungsleitungen, die technische Kenntnisse des Prinzips ausgleichender Röhren in der Wasserführung aufzeigt. Überhaupt zeigt die städtebauliche Kunst trotz längst noch nicht aller freigelegter Flächen, das hier wahre Meister am Werk waren.

Die zu Beginn relativ kleine Stadt mit einer Nekropole an ihrem westlichen Rand breitete sich seit dem 8. Jahrhundert v. Chr. nach drei Seiten aus. Die alte Nekropole wurde überbaut und im Süden eine neue angelegt, die fast bis zum Kloster des heiligen Barnabas (siehe Artikel) reichte. Das dunkle Zeitalter Zyperns vom 18. bis zum 11. Jahrhundert v. Chr. (also stark versetzt zu den dunklen Jahrhunderten in Griechenland) konnte noch nicht aufgehellt werden. Dagegen vermitteln die Grabfunde umfassende Kenntnis über das Leben im 8. und 7. vorchristlichen Jahrhundert. Handelsbeziehungen zeigen die Einflüsse der Hochkulturen Kleinasiens, des Vorderen Orients und Ägyptens.

Die Herrschaft der Assyrer am Ende des 8. Jahrhundert schlägt sich im verstärkten Vorkommen vorderasiatischer Elemente nieder. Belegt wird die führende Rolle von Salamis zur Zeit der ägyptischen Oberherrschaft durch die Münzen des Königs Euelthon (560—525 v. Chr.), auf denen er sich als Herrscher der Insel bezeichnet. Stärker als zuvor war die Geschichte von Salamis nun mit der der ganzen Insel verknüpft. Bei den Auseinandersetzungen mit dem Perserreich, im ionischen Aufstand und den Streitigkeiten um die Nachfolge Alexanders des Großen spielte sie eine Rolle. König Euagoras I. war mit Athen und dem Pharao Hakor (393-380 v. Chr.) verbündet, und es gelang ihm kurzfristig, Tyros, Sidon und vielleicht auch Dor unter seine Kontrolle zu bringen. Inschriften in zyprisch-archaischer Schrift aus Dor könnten aus dieser Zeit stammen. 306 v. Chr. fand bei Salamis eine entscheidende Seeschlacht der Diadochenkriege statt, in der Antigonos I. gemeinsam mit seinem Sohn Demetrios I. Poliorketes den ägyptischen Feldherren Ptolemaios I. besiegten, der bis dahin Zypern kontrolliert hatte. Unter der Ptolemäerherrschaft hatte Salamis seine Führung an Paphos abgegeben.


Ab 54 v. Chr. wird Zypern vorläufig, ab 31 v. Chr. endgültig römische Kolonie. Die Stadt wurde 332 und 342 n. Chr. durch Erdbeben heimgesucht; letzteres mit einem Tsunami verbunden. Im Jahr 115 soll sie nach dem Bericht des Cassius Dio während des Aufstands der Juden gegen Trajan zerstört worden und 240.000 Einwohner sollen umgebracht worden sein. Unter Constantius II. wurde sie auf beschränktem Areal wieder aufgebaut und führte den Namen Constantia. Zur Zeit des Bischofs Epiphanios (368—403 n. Chr.) löste sie Paphos als Inselmetropole wieder ab. Doch war auch Constantia nur eine Lebensdauer von knapp 300 Jahren beschieden. Überfälle der Araber und Naturkatastrophen setzten ihr um die Mitte des 7. Jahrhunderts ein Ende und führten zum Aufschwung des benachbarten Ammochostos, des späteren Famagusta.

Bitte lesen Sie auch:

Mit dem Camper oder Wohnwagen nach Nordzypern

Die Hafenstadt Famagusta

Wir empfehlen den Reiseführer Zyper: Bitte nutzen Sie den Link!

Reiseführer Zypern / Ralph Raymond Braun

Die in eine tür­ki­sche Nord- und eine grie­chi­sche Süd­hälf­te ge­teil­te Insel liegt geo­gra­phisch, eth­nisch und po­li­tisch an der Schwel­le zwi­schen Ori­ent und Ok­zi­dent. Mit ihren viel­fäl­ti­gen Land­schafts­for­ma­tio­nen wie dem zer­klüf­te­ten Hü­gel­land, den Traum­strän­den im Wes­ten oder den rei­chen Wald­be­stän­den im Tródos-Mas­siv ist sie ein Do­ra­do für Na­tur­lieb­ha­ber und Ak­tiv­ur­lau­ber.

Deutschland

Kultur

Leben | Outdoor

Aktuell sind 512 Gäste und keine Mitglieder online