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Unser Rundgang durch die Festung von Kruja

  • Geschrieben von Portal Editor
Unser Rundgang durch die Festung von Kruja

Nach dem Besuch des Skanderbeg Museums innerhalb der Festungsanlage von Kruja sollte sich auch ein Rundgang durch das Burggelände und die örtliche Bebauung anschließen, trotz des drohend dunklen Himmels, der sehr stark auf Regen verwies aber glücklicherweise ausblieb.

Die Festungsanlage Kruja schließt sich südlich an das Zentrum von Kruja mit dem Basar an, zu dem wir auch einen Blog veröffentlicht haben. Die Burg liegt auf einem auf allen Seiten steil abfallenden Felsblock, der von Ost nach West wie das herumliegende Gelände leicht abfällt. Durch die steilen Felsen auf allen Seiten gab es nur zwei Zugänge zur Festung. Im Westen ist der Festung unterhalb der Felswand ein kleiner Zwinger vorgelagert, der durch einen schmalen Gang zwischen Tekke und Hamman erreicht werden kann. Dort befindet sich auch eine Quelle, von der sich der Name der Stadt Kruja ableitet.

Der Burgberg ist seit dem 4. oder 5. Jahrhundert bewohnt und wurde ab dem 12. Jahrhundert mit Mauern befestigt. In der Folge sah die Festung diverse Besitzer, darunter die Thopia und ab 1415 die Osmanen. Im Jahr 1443 übernahm der albanische Nationalheld Skanderbeg die Burg kampflos. Die Festung wurde drei Mal – in den Jahren 1450, 1466 und 1467 – von großen osmanischen Heeren belagert, bis sie bei der vierten Belagerung im Jahr 1478, zehn Jahre nach dem Tod Skanderbegs, dann doch fiel. Die Türken errichteten danach diverse Häuser im osmanischen Stil, und auch die Festungsanlage wurde zu großen Teilen erneuert, so dass heute vor allem osmanische Bauten zu sehen sind.

Ein Erdbeben im Jahr 1617 ließ Felswände im südöstlichen Bereich einfallen, was auch die darüber liegende Burgmauer zerstörte. Die Festung wurde gemäß Machiel Kiel im Jahr 1831 bei Aufständen gegen die Tanzimat von den Osmanen geschleift; der Historiker Baki Dollma gibt dafür das Jahr 1855 an.

Im Toptani-Haus, einem großen und aufwändig gestalteten osmanischen Herrenhaus aus dem Jahr 1764, befand sich bis zum Zweiten Weltkrieg die Unterpräfektur, das Gericht und das Gefängnis von Kruja.

Weitere Sehenswürdigkeiten neben den Restaurants sind:

  • Überreste von Kirchen wurden im Südwesten und im Nordosten gefunden. Die Kapelle im Südwesten stammt aus dem 9. Jahrhundert. Sie liegt östlich der Tekke. Die Kirche im oberen Teil der Burg hinter dem großen Turm, den die Archäologen als Akropolis bezeichnen, wurde wohl in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts gebaut. Gleich daneben wurden noch die Ruinen einer kleinen Kapelle gefunden, die aus dem 12. Jahrhundert stammen dürfte.
  • Gleich neben dem Haupteingang befinden sich die Ruinen der Sultan-Mehmed-Fatih-Moschee, die im kurzen Zeitraum zwischen Eroberung der Anlage und dem Tod von Sultan Mehmed II. im Jahr 1481 eingerichtet worden sein muss, wo sich früher eine Kirche befand. Nachdem die Moschee vermutlich im Jahr 1831 von den Osmanen zerstört worden war, wurde 1838 unter Sultan Mahmud II. eine komplett neue Moschee errichtet. Von der Moschee, irgendwann nach dem Zweiten Weltkrieg zerfallen, sind nur noch die Grundmauern und der untere Teil des Minaretts erhalten. Letzteres wurde aber bereits 1917 bei einem Unwetter zerstört. Die Moschee diente bis 1937 als Gotteshaus. Während des Zweiten Weltkriegs war darin Munition gelagert.
  • Das türkische Bad im Westen der Anlage wurde wohl bereits im 15. Jahrhundert errichtet.
  • Auf der höchsten Stelle der Festung im Nordosten befindet sich von Weitem sichtbar eine Sahat Kula. Der Uhrturm, der auch kulla e orës genannt wird, wurde im 17. Jahrhundert aus einem Wehrturm umgebaut und erinnert heute noch stark an einen Verteidigungsbau. Der Turm ist 15 Meter hoch. Die Glocke wurde 1903 von einem Priester aus Laç gestiftet.
  • Die Dollmatekke der Bektaschi am südwestlichen Ende der Anlage trägt das Baujahr 1788 als Inschrift.
  • In einem großen Herrenhaus aus osmanischer Zeit wurde das Ethnographische Museum untergebracht.
  • Überreste diverser Häuser sowie weitere restaurierte Häuser aus türkischer Zeit

Bitte lesen Sie auch:

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Aufstieg zur Burg Petrela - Kaffeepause im Burghof

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