Bei herrlichem Sonnenschein zur Burg in Querfurt

Bei herrlichem Sonnenschein zur Burg in Querfurt

Burgen gibt es im so genannten Burgenland so zahlreich, das man sich schwer entscheiden kann, welche der Anlagen in Sachsen-Anhalt es denn diesmal werden soll, wenn es um einen ausgiebigen Spaziergang in der Umgebung gehen soll.

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Klar auch, dass jeder unserer Spaziergänge auch immer zu einer der örtlichen Sehenswürdigkeiten führen soll, zu gerne sind wir mit der Kamera dabei und zu gerne entdecken wir auch immer wieder etwas Neues.

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So war es zwar keine leichte, jedoch recht schnelle Wahl, die uns bei herrlichem Sonnenschein nach Querfurt bringen sollte, um Burg und Stadtmauer zu umrunden, vielleicht sogar auch ein wenig ins Innere vorzudringen.

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Zwar hatten wir aufgrund der angezogenen Corona-Beschränkungen unsere Erwartungen schon etwas reduziert, dass allerdings der gesamte Burginnenhof jedoch eine Großbaustelle ist, hatten wir dann doch nicht erwartet.

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Nun gut, man hatte zumindest einen Teilbereich bis zum Museum für Besucher passierbar gehalten, wenn der Pfad auch nicht unbedingt für jedermann geeignet war.

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Den angebrachten Beschilderungen und später dann dem Museum war zu entnehmen, das in einem zwischen 881 und 899 entstandenen Verzeichnis des Zehnten des Klosters Hersfeld Querfurt als zehntpflichtiger Ort Curnfurt im Friesenfeld erstmals urkundlich erwähnt wird.

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Dort wird auch der heute nicht mehr existente Nachbarort Kunisch genannt. Querfurt war die Stammburg der Edlen Herren von Querfurt. 974 wird als Geburtsjahr des heiligen Brun von Querfurt als der erste beurkundete Vertreter dieses Adelsgeschlechts angegeben.

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Später sollte der dann heilig gesprochene Brun von Querfurt als recht aktiver Missionar in vielen Ländern Europas unterwegs gewesen sein, so auch im Jahre 1002 als Brun sich von Papst Silvester II. den Missionsauftrag für Polen erteilen lies und somit in die direkte Nachfolge Adalberts von Prag trat.

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1004 wurde Brun in Merseburg zum Erzbischof für die Slawenmission geweiht, fand aber keine Unterstützung bei König Heinrich II., der gegen den Polenherzog Bolesław I. Chrobry Krieg führte. Er ging zu König Stephan dem Heiligen von Ungarn, fand aber auch hier keine Unterstützung und zog deshalb weiter zu dem russischen Großfürsten Wladimir I. nach Kiew.

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Von dort aus wollte er bei den Petschenegen, die vom unteren Don bis zur unteren Donau lebten, missionieren. Während eines fünfmonatigen Aufenthaltes in ihrem Lande gelang es ihm, den größeren Teil dieses Volkes zu bekehren, aber nach seiner Abreise fielen sie wieder vom Glauben ab. Er hatte aber doch wenigstens noch einen Frieden zwischen ihnen und dem Großfürsten zustande gebracht.

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In einer Urkunde von 1198 wird die innere Stadtmauer erwähnt, was bedeutet, dass Querfurt zu dieser Zeit bereits über Stadtrecht verfügte. 1357 folgt der Bau einer zweiten, der äußeren Stadtmauer.

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Am 13. April 1621 wurden bei einem Stadtbrand 101 Häuser zerstört. 1663 wurde Querfurt Residenz des reichsunmittelbaren Fürstentums Sachsen-Querfurt. Die Stadt war bis 1815 Sitz des sächsischen Amtes Querfurt. Von 1816 bis 1994 war die Stadt Sitz des Landkreises Querfurt.

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