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Oldenburg – Spaziergang durch die Universitätsstadt

Oldenburg – Spaziergang durch die Universitätsstadt

Zwar herrschen noch immer tiefe Minustemperaturen, die teilweise von heftigen Windböen begleitet werden, doch der klar blaue Himmel und der Sonnenschein locken ins Freie. Wir sind bei Lennart zu Gast, selbst Student an der Universität Oldenburg, die auch auf eine lange Entwicklungsgeschichte in der Ausbildung vor allem der Lehrer verweisen kann. Unser Fußweg führt uns bis in die etwa 3,7 Kilometer entfernte Innenstadt, die auch noch einige mittelalterliche Fachwerkgebäude aufweisen kann.

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Schon von 1793 an bis 1927 fand die Ausbildung von Volksschullehrern am Evangelischen Lehrerseminar Oldenburg bzw. der Aufbauschule statt. Von 1947 bis 1965 erfolgte die Ausbildung von Lehrern an der Pädagogischen Akademie bzw. der Pädagogischen Hochschule (PH), die am 5. Dezember 1973 in die Carl von Ossietzky Universität Oldenburg umgewandelt wurde und seit dem 13. Oktober 1991 ihren heutigen Namen trägt. Im Bild einer der vielen Kanäle durch Oldenburg, nahe der Universität, mächtig zugefroren.

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Hier studieren gegenwärtig rund 14.000 Studenten. Von der Universität wird ein Botanischer Garten als Lehrgarten betrieben, der sich am Philosophenweg befindet. Dieser ist der Öffentlichkeit ebenso kostenlos zugänglich wie der Hörgarten neben dem „Haus des Hörens“ an der Marie-Curie-Straße.

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Nach den Ergebnissen archäologischer Ausgrabungen begann die Geschichte Oldenburgs im 7. oder 8. Jahrhundert n. Chr. Auf einem Geestsporn im Ammergau nahe einer Furt über die Hunte entstand im Bereich des heutigen Marktplatzes sowie nördlich und östlich davon eine bäuerliche Siedlung. Auf der Handelsstraße von Bremen oder Westfalen nach Jever entstand hier ein leichter Übergang über den Fluss. Eine eigentlich sehr grüne Stadt, zu dieser Zeit aber winterlich tiefgefroren.

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In der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts wurde östlich von Oldenburg die Ringwallanlage des Heidenwalls errichtet. Durch archäologische Untersuchungen von 2007 ließ sich seine Erbauung anhand der verwendeten Holzstämme dendrochronologisch auf das Jahr 1032 sowie 1042 datieren. Ein Blick in eine der herrlich schönen Gassen der Oldenburger Fußgängerzone.

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1108 wurde der Ort unter dem Namen „Aldenburg“ erstmals urkundlich erwähnt. Im 12. Jahrhundert nutzten die Grafen von Oldenburg die günstige topographische Situation zum Bau einer Wasserburg. Sie erhoben einen Zoll, konnten in Kriegszeiten diesen Durchgang aber auch versperren. Die Burg war Verwaltungsmittelpunkt der Grafschaft, und im Umland siedelten sich bald viele Angehörige der Verwaltung an. Trotz der Kälte nutzen einige Passanten schon draußen aufgestellte Bänke und Stühle.

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1345 erhielt die im Erzbistum Bremen gelegene Siedlung, die mittlerweile Oldenburg hieß, von Graf Konrad I. Bremer Stadtrecht. Es wurde eine bessere Befestigung gebaut, mit einem extrem breiten Stadtgraben, der die Mauer umgab, und fünf Stadttoren, die den Zutritt zur Stadt kontrollierten.

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1448 wurde Graf Christian von Oldenburg König von Dänemark und 1450 zudem König von Norwegen (Personalunion beider Königreiche). 1457 wurde er außerdem zum König von Schweden gewählt. 1460 wurde er Herzog von Schleswig und Graf von Holstein (ab 1474 Herzogtum). Das kleine Grafenhaus gewann damit überregionale Bedeutung, was erhebliche Auswirkungen nach dem Tod des letzten Grafen Anton Günther hatte.

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1603 begann die Regierungszeit von Graf Anton Günther. Er ließ einen Teil der Burg im Barockstil umbauen und begann mit der Zucht von Pferden, die als „Oldenburger“ Pferde schon bald sehr begehrt waren. Außerdem konnte der Graf die Stadt lange Zeit vor Auswirkungen des dreißigjährigen Krieges bewahren. Als sich der Feldherr Tilly mit seinen Truppen, die in Wardenburg ihr Lager hatten, auf Oldenburg zubewegte, konnte Graf Anton Günther durch Verhandlungsgeschick und wertvolle Pferdegeschenke Tilly dazu bewegen, wieder abzurücken.

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1954 wurde die Weser-Ems-Halle eröffnet und 1967 wurde mit der Umgestaltung der Altstadt begonnen, damit war Oldenburg eine der ersten Städte in Deutschland mit einer Fußgängerzone.

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