Bochum – „Glück auf“ – es geht zum Besucherbergwerk 1
Ein trüber Tag in Bochum, was also tun, wenn Dauerregen den Tag bestimmt. Unser Entschluss war schnell gefasst – auf geht´s ins Bergwerkmuseum Bochum, wo man überwiegend unter Tage ist. Damit auch die Atmosphäre unter Tage deutlich wird, haben wir alle Fotos ohne Blitz gemacht.

Die Anfänge des Museums gehen bereits auf die 1860er Jahre zurück, als die Westfälische Berggewerkschaftskasse (WBK) eine ständige Ausstellung Bergbaulicher Utensilien in Bochum einrichtete, die hauptsächlich dem Unterricht in der benachbarten Bergschule (der heutigen THGA Bochum) diente.

Übertägige Ausstellungen auf einer Fläche von über 12.000 m² und ein originalgetreues Anschauungsbergwerk unterhalb des Museumsgeländes mit ca. 2,5 km Streckenlänge (davon öffentlich zugänglich sind 1,2 km) geben uns Besuchern tiefe Einblicke in die Welt des Bergbaus.

Kein Wunder also, dass das Deutsche Bergbau-Museum Bochum – Leibniz-Forschungsmuseum für Georessourcen (DBM) heute eines der meistbesuchten Museen Deutschlands ist.

Es ist übrigends das größte Bergbaumuseum der Welt und zugleich Forschungsinstitut für Montanarchäologie und Archäometrie sowie Dokumentationszentrum und Archiv im Bereich der Montangeschichte.

Ein System von Strecken und Streben in etwa 20 Metern Tiefe und einer Länge von etwa 2,5 Kilometern erläutert unter annähernd realistischen Bedingungen den Vortrieb und die Kohleförderung sowie einige Sicherheitsaspekte.

Die Strecken haben allerdings nie zum Abbau von Bodenschätzen gedient und sind nur zum Zweck der Demonstration angelegt worden.

Bereits Ende der 1920er Jahre wurden von Vertretern der WBK und der Stadt Bochum Überlegungen zur Gründung eines öffentlich zugänglichen Bergbau-Museums entwickelt.

Der Gründungsvertrag für das Geschichtliche Museum des Bergbaus wurde am 1. April 1930 zwischen der Stadt Bochum und der WBK geschlossen; als erste Halle des Museums diente die alte Großviehschlachthalle des stillgelegten Bochumer Schlachthofs.

Auf dem Gelände des Schlachthofs wurde 1935 nach Entwürfen von Fritz Schupp und Heinrich Holzapfel ein Neubau des Museumsgebäudes mit zusätzlicher Ausstellungsfläche ausgeführt.

Im Jahre 1936 wurde unterhalb von Halle VI ein künstliches Bergwerk eingerichtet. Im Juni 1937 begannen die Abteufarbeiten für den Bau des Anschauungsbergwerks.

Im Jahr 1943 wurden die noch nicht vollendeten Museumsbauten durch alliierte Luftangriffe weitgehend zerstört, in den Resten zogen ausgebombte Bochumer Geschäfte ein, um eine notdürftige Verkaufsfläche zu haben.

Aufgrund des Mangels an Schutzräumen für die Bevölkerung wurde das Anschauungsbergwerk für den Luftschutz umgebaut. Erkenntnisse bei diesem Ausbau flossen in die reichsweite Neufassung der Richtlinien für den Bau von Luftschutzstollen ein.

Lesen Sie weiter im zweiten Teil zum Bergbaumuseum!
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