Nachts durch Halles Gassen - am Händel Monument

Des Nachts durch Halles Gassen - startend am Händel Monument

Auf dem Weg in den Süden sollte es erneut zu unserem Co-Autoren Detlef nach Halle gehen, der auch immer wieder für eine interessante Überraschung im Sinne unserer gemeinsamen Aktivitäten hinsichtlich touristischer Ziele für unsere Leser gut ist.

So sollte es nach einem Essen bei seinem Stammgriechen abends noch einen sich anschließenden Stadtrundgang durch die Innenstadt von Halle und entsprechenden Erläuterungen dazu geben. Wir waren gespannt auf die Zielpunkte des abendlichen Rundgangs.

Einmal mehr führte unser Weg zunächst zum Marktplatz mit seinem imposanten Roten Turm, dessen 76 Glocken das zweitgrößte Glockenspiel weltweit darstellen. Auch die bekannte vier-türmige Marktkirche "Unser Lieben Frauen" befindet sich hier. Direkt gegenüber befindet sich das einzige sich in Deutschland befindende Denkmal zu Ehren des britisch-deutschen Barockkomponisten Georg Friedrich Händel, das hier in Halle errichtet wurde. Es wurde hier im Jahr 1859 anlässlich einer Gedenkveranstaltungen zum 100. Todestag des Künstlers mit einer großartigen Gemeinschaftsaktion zwischen Deutschen und Briten geplant, hergestellt und aufgebaut.

b_450_450_16777215_00_images_deutschland_sachsen-anhalt_halle-nacht-7.jpgSchon zu Lebzeiten genoss Händel in England den Rang eines Klassikers. 1738 war ihm zu Ehren in Vauxhall Gardens ein durch Roubiliac geschaffenes lebensgroßes Denkmal errichtet worden. Am 15. Juli 1762 wurde das von Roubiliac gestaltete Grabdenkmal Händels in der Westminster Abbey enthüllt. Mainwarings 1760 erschienene Memoirs of the Life of the Late George Frederic Handel gelten als erste Musikerbiographie überhaupt. Im Gegensatz zu vielen Komponisten seiner Epoche, wie etwa in Deutschland Johann Sebastian Bach oder Georg Philipp Telemann, geriet Händel nach seinem Tod in England nicht in Vergessenheit. Allerdings beruhte seine dauerhafte Präsenz im englischen Musikleben vorwiegend auf seinen Oratorien, insbesondere dem Messiah.

Das deutsche Händel-Denkmal befindet sich gegenüber der Taufkirche Händels auf dem Halleschen Marktplatz, von wo aus er nach London, seiner Hauptwirkungsstätte und Wahlheimat, blickt. Über drei Granitstufen erhebt sich eine auf einem 19 t schweren Marmor-Postament aufgestellte, 1500 kg schwere und 3,2 m hohe Bronzestatue, die einen reifen, korpulenten Händel in der Tracht seiner Zeit zeigt (Leibrock, Kniehosen, Schuhe und Strümpfe, den Galanteriedegen an der Seite und gewaltiger Lockenperücke auf dem Haupte).

Imposant lehnt er sich an das rechts neben ihm stehende Notenpult im Rokokostil, auf dem die Partitur des Messiah liegt. Von den drei Seiten des Pultfußes trägt eine die Jahreszahl 1741, die an das Jahr erinnert, in dem Händel sein größtes Werk, den Messias, komponiert hat. Auf der Rückseite ist eine Darstellung der Orgel spielenden Cäcilia von Rom zu sehen. Rechts und links sind als Vertreter der geistlichen und weltlichen Musik der große Sänger David bzw. der Repräsentant der Gesangskunst und des Saitenspiels der griechischen Götterwelt Orpheus eingearbeitet. Vorn trägt das Denkmal die einfache Inschrift: HAENDEL auf der Rückseite die Widmung: Errichtet von seinen Verehrern in Deutschland und England.

b_450_450_16777215_00_images_deutschland_sachsen-anhalt_halle-nacht-8.jpgDieses Denkmal dient des Nächtens auch einem anderen unterhaltsamen Ereignis als Treff- und Startpunkt: Stadtrundgang mit dem Nachtwächter von Halle. Der traditionell gekleidete Nachtwächter bietet in seinen Erläuterungen eine unterhaltsame Zeitreise durch ein Halle wie es früher einmal war. Wenn die Hallenser ruhen, begibt sich der Nachtwächter auf seine abendliche Runde. Wer einmal nach Halle kommt, sollte den mit Hellebarde, Laterne, Horn und viel Humor bewaffneten Nachtwächter durch dunkle Gassen und Ecken der Innenstadt, die oft Geheimnisse verbergen, auf seinem Rundgang begleiten. Geschichten und Geschichtchen, Schwänke und Legenden, Unheimliches und Unwahrscheinliches sind ihm bestens vertraut.

Da wir unseren eigenen Stadtführer, nämlich Detlef, dabei hatten, genügte uns heute ein Foto des hiesigen Nachtwächters. Halle bezeichnet sich selbst als „Kulturhauptstadt“ Sachsen-Anhalts und ist als diese auch überregional bekannt. Kein Wunder also, das der von Detlef eingeschlagene Weg uns mit eben diesen Kulturtempeln vertraut machte. Unter den Bühnen der Stadt sind vor allem das Opernhaus Halle und die Kulturinsel Halle / neues Theater (Sprechtheater) mit mehreren Bühnen, gelegen auf der vom früheren Intendanten Peter Sodann entwickelten Kulturinsel, zu nennen. Auf der Kulturinsel befindet sich auch das Puppentheater der Stadt Halle für Erwachsene und Kinder. Seit 2008 werden die Oper, die Kulturinsel und das Thalia-Theater zu einer Verwaltungseinheit zusammengeführt.

Ein imposanter Rundgang, der durch die vielen Illuminationen der Gebäude und Wasserflächen einen zusätzlichen Reiz auf die Sinne ausübt. Wir haben es wirklich genossen.

Bitte lesen Sie auch:

Halle an der Saale - ein Stadtrundgang durch die Altstadt
Stolberg - die Perle des Südharzes

Geschichte

Kultur

Leben | Outdoor