Die Villanova-Kultur - mit Bologna als Mittelpunkt

Die Villanova-Kultur

Seit etwa 1000 v. Chr. blühte im Raum um Bologna die eisenzeitliche Villanova-Kultur. Die Villanova-Leute sind vor allem durch ihre Friedhofskultur bekannt.

Sie verbrannten ihre Toten und bestatteten die Asche in hohen Urnen, die oftmals einen helmartigen Deckel haben. Die Urnen waren mit geometrischen Motiven dekoriert, daneben gab es sogenannte Hausurnen, die Wohnbauten kopierten.

Typische Grabbeigaben sind Fibeln und Waffen. Im Laufe der Zeit griff diese Kulturauch in den Raum der Toskana über. Ab etwa 750 v. Chr. sind starke Veränderungen zu beobachten. Es gab immer mehr Nekropolen, was auf ein Bevölkerungswachstum schließen lässt. Es finden sich vermehrt Importe in den Gräbern, vor allem auch aus Griechenland; auch werden die Gräber immer reicher ausgestattet, was auf einen wachsenden Wohlstand schließen lässt. Eine weitere bemerkenswerte Veränderung war die Einführung der Körperbestattung, die die Urnen verdrängte. Mit diesen Veränderungen entstand die Kulturder Etrusker, wobei ihre Herkunft in der Forschung heftig diskutiert wird.

Theorien über die Herkunft

Die etruskische Kultur hat sich zwar erst auf dem Boden Etruriens entwickelt, unklar bleibt jedoch, ob die Bevölkerungsmehrheit erst unmittelbar vor Entstehen jener Kultur eingewandert ist, und woher die etruskischeSprache kam, die ein wesentlicher Baustein der etruskischen Kultur wurde. Schon im Altertum waren dazu zwei verschiedene Hypothesen bekannt:

Einwanderungstheorie

Der Einwanderungstheorie nach stammen die Etrusker aus dem kleinasiatischen Lydien (Herodot) und sind nach dem Jahr 1000 v. Chr. in das Gebiet der heutigen Toskana eingewandert. Für dieses Szenario spricht eine offensichtliche Verwandtschaft zwischen dem Etruskischen und einer auf Lemnos gefundenen, dem Früh-Etruskischen sprachlich nahestehenden Inschrift in lemnischer Sprache, sowie gewisse Parallelen zum Lydischen. Auch die künstlerische Entwicklung im frühen ersten Jahrtausend im orientalisierenden Stil zeigt erstaunliche Parallelen zum lydischen Raum. Diese Auffassung wurde schon in der Antike vertreten, beispielsweise vonHerodot. Eine Studie des Erbgutes toskanischer Rinder zeigte, dass sie einst aus Kleinasien eingeführt wurden.

Neuere Genforschungen der Universität Turin (Alberto Piazza) liefern weitere Hinweise darauf, dass die Etrusker Siedler aus Lydien gewesen sein könnten. „Wir haben festgestellt, dass die DNA-Proben von Männern aus Murlo und Volterra näher mit denen östlicher Nachbarn verwandt sind als mit anderen italienischen Proben. Speziell in Murlo gibt es eine Genvariante, die sonst nur Menschen aus der Türkei teilen.“ Nach Barbujani haben die Untersuchungen ergeben, dass ein Drittel der mitochondralen Allele denen Anatolischer Bevölkerung entspricht und von der italienischen Bevölkerung abweicht.

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