Mithridates VI – mächtiger König von Pontos

Mithridates VI – mächtiger König von Pontos

Als einer der großen Widersacher gegen die Expansionsversuche der Römer ging Mithridates (132 vor Christus – 63 vor Christus), genannt Eupator Dionysos, in die Geschichte ein.

Dabei ist über seine Herkunft und seine Jugend nur wenig bekannt, was natürlich Raum für Spekulationen und Mythen ergibt.

So erzählt die Historie, das Mithridates etwa 7 Jahre seiner Jugend im Exil verbrachte, da seine Mutter ihm nach dem Leben trachtete. Wie und warum er dann trotzdem an die Macht gelangen konnte, ist nicht genau überliefert. Auf jeden Fall konnte Mithridates, nach einigen Jahren gemeinsamer Regierungszeit mit seinem Bruder Chrestos, die eigene Position so festigen, das er sich dann seines Bruders und seiner Mutter auf eine damals durchaus übliche Art und Weise entledigte, in dem er sie ermorden lies.

Alleinherrscher Mithridates - bis zur Krim

b_450_450_16777215_00_images_turkey_mithridates-VI-im-louvre.jpgNun als Alleinherrscher begann Mithridates mit der Erweiterung seiner Machtbereiche indem er sich zunächst die griechisch besiedelten Gebiete auf der Krim einverleibte. Er trat hier häufig zunächst als Beschützer der Steppennomaden auf, deren Gebiete er dann in sein Königreich integrierte. Auf diese Art und Weise konnte Mithridates sein Königreich Pontos so stärken und erweitern, das es zum größten und einflussreichsten Reich imKleinasien des 1. Jahrhunderts vor Christus aufstieg.

Wie so oft in der Geschichte, war es damit nicht genug. Sein Expansionshunger weitete sich schnell auf Gebiete in Kleinasien aus, womit er sich mit den ebenfalls expandierenden Römern anlegte. In den ersten Jahren der Ausweitung ihres Machtgebietes hatten vor allem die Stadthalter Roms die Provinz Asia einfach nur ausgebeutet, indem sie ständig neue Steuern eintreiben ließen. Die hier lebenden Menschen wollten und konnten die Steuern nicht erbringen, weshalb es häufig zu Aufständen in der Bevölkerung kam. Mithridates konnte als geschickter Rhetoriker den Hass auf die Römer für seine eigenen Expansionsgelüste zunächst nutzen und gewann mit seinen Versprechen nach Freiheit für die Menschen viele Anhänger. So gelang es Mithridates seinen eigenen Einflussbereich zu erweitern. Hinzu kam noch, das Mithridates von durchaus stattlicher Erscheinung war, die er hin und wieder auch unter Beweis stellte: so konnte er in kurzer Zeit riesige Entfernungen per Pferd überbrücken, was ihm Bewunderung und allerlei Phantasiegeschichten aufgrund seiner physischen Kräfte in der Bevölkerung einbrachte.

Mithridates hatte sein Reich bereits bis nach Kappadokien ausweiten können, als er auf den römischen Stadthalter Sulla von Kilikien traf. Dieser war mächtig genug, Mithridates aus Kappadokien zu vertreiben woraufhin sich das Königreich Pontos mit dem Königreich von Armenien, dem Schwiegersohn Mithridates, Tigranes II, verbündete. Gemeinsam mit ihm konnte Mithridates jetzt weite Teile Kleinasiens, der Ägäis und Griechenlands unter seine Kontrolle bringen, bis er an die Stadt Kyzikos geriet, die heute mit Baliz bezeichnet und am Marmarameer bei Erdek liegt. Trotz umfassender Belagerung und der angeblichen Ermordung von etwa 80.000 Römern und Italikern, Siedler die ursprünglich aus dem Norden Europas stammten, der sogenannten Vesper von Ephesos im Jahr 88 vor Christus, konnte Mithridates die Stadt nicht einnehmen.

b_450_450_16777215_00_images_turkey_coin-of-mithradates-VI.jpgDer Statthalter Sulla hatte mit Hilfe Roms schon im Jahr zuvor eine stattliche Armee aufstellen können, die allerdings nur mäßige Erfolge gegen Mithridates erlangen konnte. Dieser erste Mithridatische Krieg begann 89 vor Christus und dauerte fünf Jahre während dessen sogar Ephesos zu Mithridates überlief. Mit der Tötung dieser riesigen Zahl von Römern und Italikern im Rahmen der Vesper von Ephesos wollte Mithridates jegliche Opposition im Lande ausschalten und gleichzeitig deren Besitztümer als Beute übernehmen. Ein weiterer Punkt für das von Mithridates befohlene Progrom der Ermordung aller Italiker gleich welchen Alters, welchen Geschlechts oder Standes an einem bestimmten Tag, war mit Sicherheit auch der Hass auf die römischen Steuereintreiber, die über 40 Jahre bereits die Bevölkerung ausgebeutet hatten. Der Hass war so groß, das selbst die Bestattung der Toten unter Strafe gestellt wurde.

Erst 85 vor Christus konnte im Friedensvertrag von Dardanos der erste Mithridatische Krieg beendet werden, wodurch der König von Pontus alle Einflussgebiete bis auf die Südküste des Schwarzen Meeres an die Römer verlor. Für Ephesos bedeutete dies ein Strafgericht Roms wodurch weite Gebiete durch Brandschatzung und Übertragung an die Römer verloren gingen und ihre Oberhäupter hingerichtet wurden. Sulla richtete in der Folge auch sein Winterquartier in Ephesos ein.

Nur vier Jahre später gab es erneut Aufstände, die in den hohen Tributzahlungen an Rom begründet lagen und die auch gleich wieder von Mithridates genutzt wurden. Der von Sulla eingesetzte Lucius Licinius Murena konnte nur durch Gebietsverluste den vordringenden Mithridates besänftigen und den Krieg 81 vor Christus beenden.

Im dritten Mithridatischen Krieg der Jahre 74 – 63 vor Christus konnte zunächst der neue römische Anführer Lucullus große Erfolge gegen Mithridates und Tigranes erzielen, wurde dann aber durch Pompeius ersetzt, wodurch sich der Kriegsverlauf weiter ausdehnte. Erst im Jahr 63 vor Christus wurde Mithridates endgültig geschlagen und nach den Friedensverhandlungen aus deren Folge eine politische Neuordnung Kleinasiens erfolgte, auf die Krim verbannt. Trotz der Verhandlungen seiner Familie mit Rom, versuchte Mithridates immer wieder neue Attacken gegen Kleinasien, woraufhin er durch seinen Sohn ersetzt wurde. Der Sage nach soll Mithradates versucht haben, sich in der Folge durch Gift das Leben zu nehmen, da er aber durch kontrollierte Einnahme von Giften bereits immun war, misslang auch dies. Im gleichen Jahr noch wurde Mithradates von seinen eigenen Gefolgsleuten auf der Burg Pantikapaion erdolcht.

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