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Das Aquädukt von Kavala - an der Via Egnatia

Das Aquädukt von Kavala - an der Via Egnatia

Mehrfach schon haben wir über die verschiedenen Sehenswürdigkeiten und Highlights, zuletzt die der Rentina Burganlage, an der antiken Römerstraße Via Egnatia berichtet, die zwischen dem Hafen von Durrës (Albanien) und Istanbul zwischen dem Adriatischen Meer und dem Bosporus über den Balkan verlief.

Diese erste antike "Autobahn" über den Balkan wurde bereits um 146 v. Chr. gebaut. Und Kavala war, zwischen Thessaloniki und Alexandroupolis gelegen, eine sehr wichtige Station entlang dieser Route. Nicht ohne Grund deutet bereits der Name auf Pferde hin, typisch für einen Ort, der auch dem Pferdewechsel an einer Handelsstraße diente. Ein paar hundert Meter der alten Römerstraße sind in Kavala recht gut erhalten. Leider ist der Ort nicht ausgeschildert und man muss wirklich ein bisschen suchen. Vom Zentrum Kavalas geht man ein Stückchen in Richtung der Straße nach Drama, nach etwa 750 m nach dem Hotel Egnatia gibt es auf der linken Straßenseite einen Parkplatz und einen Aussichtspunkt. Von dort führt ein Pfad 150 m bergab bis zur antiken Via Egnatia.

Kolonialmacht Thasos gründet die Siedlung Kavala

b_450_450_16777215_00_images_griechenland_kavala_kavala-aqueduct-1.JPGGegründet wurde Kavala im 7. Jahrhundert v. Chr. von griechischen Bewohnern der benachbarten Insel Thasos als Neapolis. Dieser Siedlung und ihrem Umland fiel innerhalb der thasitischen Peraia eine besondere Rolle zu. Nach Westen war es im Küstenbereich begrenzt durch die befestigte thasitische Ansiedlung von Antisara, dem heutigen Stadtteil Kalamitsa / Kavala und im Osten durch die ummauerte thasitische Niederlassung von Nea Karvali. Neapolis war die einzige thasitische Ansiedlung auf dem Festland, welche sich die Unabhängigkeit von der Kolonialmacht Thasos im Jahre 411 v. Chr. erkämpfte.

Zu Wohlstand kam Neapolis durch Silber- und Goldgewinnung im Lekanis-Gebirge. Damit verbunden war die frühe Einführung einer eigenen Währung, was seine politische und wirtschaftliche Unabhängigkeit von der Metropole Thasos beförderte. 168 v. Chr. wurde Neapolis zur Stadt (civitas) erhoben.  Im Jahr 49 ging Paulus von Tarsus im heutigen Kavala an Land und gründete in Philippi die erste christliche Gemeinde auf europäischem Boden.

In der byzantinischen Epoche wurde die Stadt in Christopolis (Christusstadt) umbenannt. Die Venezianer befestigten während ihrer kurzen Besetzung die Halbinsel Panaghia mit einer Burg. Der heutige Name Kavala stammt von der Bedeutung als wichtige Poststation, an der die Pferde (italienisch „cavallo“) auf der Via Egnatia gewechselt wurden.

Kamares - das Aquädukt Süleymans des Prächtigen

b_450_450_16777215_00_images_griechenland_kavala_kavala-aqueduct-2.JPGDas sehr gut erhaltene Aquädukt "Kamares" wurde vor einigen Jahren gereinigt und repariert und sieht deshalb heute eher aus wie neu gebaut. Allein auf Grund seiner Mächtigkeit ist es eines der Wahrzeichen der Stadt. Es ist wahrscheinlich römischen Ursprungs, so deuten die Fundamente darauf hin, dass diese zumindest zwischen dem 1. und 6. Jahrhundert n. Ch. errichtet wurden, aber die gegenwärtige Struktur stammt aus den dreißiger Jahren des 16. Jahrhunderts. Während der Regierung des Sultan Suleiman des Prächtigen wurden umfangreiche Instandsetzungen und Verbesserungen der ehemalig byzantinischen Befestigungsanlagen und des Aquädukts durchgeführt. Es ist bis zu 25 Meter hoch, 280 m lang und enthält 60 Bögen.

Das nördliche Ende des Aquädukts ist mit der 6,5 Kilometer langen Überlandwasserleitung verbunden, die einst frisches Trinkwasser von den Quellen in die die Stadt Palia Kavala lieferte. Die erhöhten Abschnitte des Aquädukts überbrücken mit ihren aufeinander folgenden Bögen den untersten Boden zwischen der felsigen Halbinsel "Panagia" und dem höchsten gegenüberliegenden Punkt und versorgen so bestimmte Punkte der Stadt mit Frischwasser wie beispielsweise öffentliche Wasserbrunnen, die türkischen Bäder, Moscheen usw.

Interessant zu sehen sind auch einige alte Häuser, die zwischen den Bögen des Bauwerks errichtet wurden. Man kann auf den Beginn des Aquäduktes hinaufsteigen, indem man ca. 100 m die Straße hinaufgeht, die vom Aquädukt im neuen Teil der Stadt (Hellenikis Dimokratias Str.) führt und dann in die 2. Straße nach rechts (Konstantinidou Str.) abbiegt. Nach ca. 50 m (vor der Schule) sieht man den Anfang des Aquädukt. Man kann hinaufklettern und ein paar Meter entlang laufen, um beispielsweise Fotos vom Aquädukt und der Altstadt zu machen.

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