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Tante Margherita Gabrielli - Begegnung in Clauiano

  • Geschrieben von Portal Editor
Tante Margherita Gabrielli

Nach der Besichtigung von Palmanova hatten wir den Besuch der Ortschaft Clauiano vorgesehen, die man uns als recht sehenswert beschrieben hatte.

Clauiano wurde 1013 zum ersten Mal in einem offiziellen Pergament erwähnt worin der Patriarch von Aquileia, Poppone, ein umfangreiches Gebiet mit vielen Villen zugewiesen erhielt, darunter die von Cleuian, worauf wahrscheinlich der heutige Ortsname zurückzuführen ist. Ein mittelalterliches Dorf in Italien, so unsere Gedanken, das anzufahren lohnen kann.

Im Ortskern von Clauiano stammen die ältesten Bauten aus dem 15. Jahrhundert und stehen vor allem rund um die Kirche San Giorgio, weshalb das Dorf angeblich zu den schönsten Dörfern in Italien zählt. Viele der Villen und Palazzi sind von künstlerisch- historischem Wert. Darunter sticht das Haus Gardellini aus dem 15. Jahrhundert besonders hervor. In Clauiano "sprechen" die piéris und die clàps: große und kleine Steine zieren die Portale und bilden die typischen Elemente des friaulisch bäuerlichen Lebens wie zum Beispiel den fogolâr und den foledôr, d.h. den Getreidespeichern, als ein Beispiel die Villa Ariis, ein typisches venezianisch-friaulisches Herrenhaus, bestehend aus dem Wohngebäude, den Wirtschaftsgebäuden und einem großen Gemüsegarten mit einer Mauer mit Zinnen und zwei Säulen aus Stein.

Im Dorf befindet sich auch die Casa Palladino mit einem typisch friaulischen Innenhof aus dem 18. Jahrhundert und der typischen Feuerstelle mit Haube und Schornstein in venezianischer Form, der Sonnenuhr an der Hauptfassade, der Steinsäule und den Kaminen, mit denen man die Zimmer beheizte und wo früher Seidenraupen gezüchtet wurden. Besondere Erwähnung verdient auch die Villa Manin, ein prächtiger Herrensitz aus dem 18. Jahrhundert, der einer der wichtigsten Familien der Serenissima gehörte, die auch für die majestätische Villa Manin in Passariano bekannt ist.

Nach dem Einfall der Türken kommt Clauiano 1477 bis zu dessen Zusammenbruch Ende des 18. Jahrhunderts zu Venedig. Während dieses langen Zeitraums wird das Dorfbild modernisiert, die Häuser werden an den Straßen nebeneinander angeordnet und bilden so einen geschlossenen Block, der absolut sehenswert ist.

Leider waren auch hier einige sehenswerte Objekte verschlossen, Ferienzeit im November auch in Clauiano. So war es letztendlich Giorgio, der auf eines der interessant aussehenden Haupthäuser im Zentrum zuging, in dem das Hoftor Einblick gewährte. Wenig später lernten wir Elisabetta Foffani , die Eigentümerin kennen, die uns in perfektem Deutsch zu einem ersten Hofrundgang einlud. Die Weinproduktion war neben einigen anderen Optionen zu denen auch die Vermietung von Gästezimmern zählte die Haupteinnahmequelle des Hofes Foffani. Als Familienbetrieb geführt, wird ab und zu auch ein Konzert am Klavier durch einen der Söhne angeboten, der allerdings in Rom lebt. Anlass sind oftmals Weinproben, die im festlichen Rahmen oberhalb der Gaststube abgehalten werden. Auch wir konnten wenig später eine Probe der eigenen Weine kennen lernen.

In recht gemütlicher Runde war das Gespräch natürlich auch schnell bei ersten Erläuterungen zu unserem Kulturprojekt angelangt und Familie Foffani zeigte großes Interesse am Projekt selbst, aber auch an den Veranstaltungen, die wir im Rahmen des Projekts durchführen. So waren wir bereits wenig später erneut im Haus unterwegs, das sich als wirklich großes Anwesen zeigen sollte. Selbst eine Künstlergalerie war im Entstehen begriffen. Dazu jetzt weitere Details, die wir an dieser Stelle natürlich nicht vermutet hatten. Wir lernten den Nachlass der Tante von Elisabetta Foffani kennen, einer Malerin aus Neapel.

Der Nachlass Margherita Gabrielli

Margherita Gabrielli studierte Humanistik und Geschichte der antiken Kunst in Neapel. Sie begann ihr Kunststudium an der Accademia di Belle Arti in Neapel zusammen mit Vincenzo Ciardo und gewann den "Preis der Paesaggio Schule" im Jahr 1941. Sie absolvierte und diplomierte in Malerei an der Kunst Akademie in Rom, wo sie im Institut des Meister F . Ferrazzi auf den Bereich Dekoration und in die Studien der antiken und mittelalterlichen Kunst während der Entwicklung ihrer künstlerischen Erfahrungen als Malerin spezialisierte.

Während dieser Zeit blieb sie immer im Kontakt mit der Forschung an künstlerischen Themen und akkreditierte auch im Ausland. Sie studierte Goethes Farbenlehre bei dem bekanten Maler Beppe Assenza. Sie lehrte Kunstgeschichte in Lecce und Rom in den staatlichen Kunstschulen und brachte weiter ihre Forschungen in den alternierenden Dialog zwischen der persönlichen und freien Kreativität und der modernen, ästhetischen und kritische Studie über die Kunst der Vergangenheit ein. Als Spezialistin für das Mittelalter wurde sie im Ausland auch für das Studium der Kunstkritik und Vorschläge für die Wiederherstellung und den Wiederaufbau der Werke Giottos bekannt.

Noch im Entstehen begriffen war die Ausstellung Margherita Gabrielli´s im Hause der Familie Foffani doch schon ein weiterer interessanter Teil des Familienbetriebs geworden, der allemal besuchenswert ist, das venezianisch-friaulische Gutshaus inklusive der Weinproduktion und der Gastfreundschaft tragen ihren Teil dazu bei.

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