Griechische Weihnachtszeit - Aberglaube spielt eine Rolle

Weihnachtszeit - auch Aberglaube spielt eine wichtige Rolle

Einmal mehr in der Weihnachtszeit passieren wir auch Alexandroupolis, einer kleinen Stadt kurz vor der Grenze zur Türkei, wo fast schon obligatorisch ein Zwischenstopp eingelegt wird, zumal es auch hier einen kleinen, interessanten Weihnachtsmarkt gibt.

Einmal mehr werden hier doch auch die Unterschiede in der Begehensweise der christlichen Kirchen, zumal zur griechisch-orthodoxen Kirche, recht deutlich.  

Denn wenn am Morgen des 24. Dezembers Trommeln, Glocken und Triangeln in den Straßen erklingen, dann ist Weihnachten tatsächlich gekommen. Völlig anders als in der evangelischen oder katholischen Kirche ziehen an diesem Tag die Kinder mit ihren Instrumenten durch die Straßen und Gassen, um mit ihren Lobgesängen (im griechischen Kalanda) den Segen für die jeweiligen Häuser zu erwirken. Die Hausbesitzer oder auch die Mieter belohnen im Gegenzug für die Lobgesänge die Mädchen und Buben und wer dabei als Erster eine Wohnung betritt, erhält die meisten Gaben.

Bei unserer Ankunft ist es noch heller Tag und der Weihnachtmarkt liegt eher im spätsommerlich warmen Sonnenschein, schnell kühlt es allerdings gegen Abend ab und da wir noch auf Tagestemperatur eingestellt sind, wird es uns dann doch schnell zu kalt. Da helfen denn auch wärmende Getränke irgendwann nicht mehr wirklich.

Erst bei völliger Dunkelheit offenbart sich ein weiterer alter Brauch: Zwölf Nächte lang lodern so genannte Weihnachtsfeuer, die zum Schutz vor den Kalikanzari, eine Art Kobolde, entzündet werden. Diese Kobolde treiben nämlich just zur Weihnachtszeit, in den zwölf Nächten zwischen dem 24. Dezember und dem 6. Januar, in fast ganz Griechenland ihr Unwesen. Dem Aberglauben entsprechend verstecken sich die Kobolde in den Häusern, rutschen die Kamine herunter und treiben Schabernack mit den Anwohnern und um die "Kalikanzari" zu vertreiben, werden jede Nacht die Weihnachtsfeuer entzündet.

Bei den Weihnachtsfeuern kommt dem so genannten Christoxylo eine besondere Bedeutung zu: Das Christoxylo ist das größte und beste Holzscheit, das im ganzen Jahr gefunden wurde. Verbrannt wird es in der Heiligen Nacht, um das Christuskind zu wärmen.

Zum Jahreswechsel gibt es dann noch einen speziellen, eigentümlichen Brauch: In das so genannte Basiliusbrot, auf griechisch "Vassilópita", wird eine Münze mit ein gebacken. Wer später beim Essen diese Münze in seinem Brotstück findet, ist im kommenden Jahr mit besonders viel Glück gesegnet. Und der wohl bedeutenste Unterschied zum nordwestlichen Weihnachtsfest ist wohl der Folgende: Erst an Neujahr erhalten die Kinder ihre heiß ersehnten Geschenke, die während der Nacht vor ihren Betten vom Heiligen Basilius dort aufgebaut werden.

Im Verlauf des 1. Januar - dem Tag des Heiligen Basilius, eines um 330 in Kappadokien geborenen und am 1. Januar 379 gestorbenen Kirchenlehrers - ertönt die Kalanda dann abermals. Dieses Mal tippen die Kinder dem Hausherren und dessen Frau mit einer Rute auf den Rücken. Weil auch das Glück bringen soll, werden die kleinen Sänger abermals mit Nüssen, Kuchen oder Geld belohnt.

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