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Kitzingen leuchtet - Christmarkt & Geschichtliches

Kitzingen leuchtet - Weihnachtsmarkt und etwas Geschichte

Anders als in den vergangenen Jahren sollte sich der Weihnachtsmarkt in Kitzingen in diesem Jahr auf ein Wochenende beschränken, dass Motto "Kitzingen leuchtet, wurde allerdings beibehalten.

Und so konnten auch wir uns am Samstag zum frühen Abend auf den Weg über die Alte Mainbrücke machen, um dem Treiben am Markt beizuwohnen. Einmal mehr die Präsentation der örtlichen Anbieter von Weihnachtsdekoration an Christbaumschmuck, selbst gefertigten Kerzen und diversen Holzarbeiten, die wohl am häufigsten frequentiert wurden. Hier fielen uns auch einige handgemalte Bilder auf, die sich mit der historischen Vergangenheit der Stadt auseinandersetzten.

Der Sage entsprechend begann Geschichte der Stadt Kitzingen um etwa 745 mit der Gründung eines Frauenklosters durch Hadeloga, eine Tochter des fränkischen Hausmeiers Karl Martell. Als sie eines Sommertages auf der Terrasse des Schlosses ihres Bruders König Pippin III. der Jüngere (Pippin der Kurze genannt) auf dem Schwanberg stand und in das Maintal zu ihren Füßen schaute, war sie so angetan von der Lieblichkeit der Landschaft, dass sie beschloss, ein Kloster zu gründen. Sie übergab ihren Schleier dem Wind, der ihn nach Westen ins Tal trug. Da, wo der Schleier zu Boden fiel, wollte sie das Kloster errichten lassen. Der Schäfer Kitz fand den Schleier am westlichen Strand des Mains an einem Weinstock hängend und eben dort wurde das Kloster erbaut. Zu Ehren des Schäfers wurde es Kitzingen genannt. Soweit die Sage.

Als zeitlich früheste Beurkundung eines Klosters Kitzingen ist in der Lebensbeschreibung des ersten Fuldaer Abtes Sturmius, in der via sturmi unter apud Kizinga monasterium das Jahr 748 angegeben, mit Hadeloga als dessen Äbtissin. Dass das Kloster einige Jahre vorher gebaut worden sein musste, ist klar, wie sonst hätte es erwähnt werden können. Die Stadt Kitzingen feiert entsprechend das Jahr 745 als das Gründungsjahr der Stadt und Hadeloga als Gründerin.

Allerdings stammte Hadeloga wohl nicht aus dem Königsgeschlecht der Karolinger. In keiner der Ahnentafeln der Karolinger ist ihr Name zu finden. Und um 745 gab es weder Schloss noch Burg auf dem Schwanberg, von dem sie ihren Schleier hätte werfen können. Auch die in Zedlers Großem Universallexikon von 1732 angegebene (H)Adeloga oder Adelheid, Tochter Pippins III., ist als Klostergründerin auszuschließen, da Adelheid erst 746 geboren wurde. Sie war wohl eher die Nachfolgerin der ersten Äbtissin.

Heute wird angenommen, dass Hadeloga aus dem einflussreichen Adelsgeschlecht der Mattonen stammte. Dass das Kloster den Rang einer Reichsabtei hatte, unterstreicht die Bedeutung dieses Geschlechtes.

Wie dem auch sei, immer wieder finden sich Beispiele, wie Geschichte etwas, na sagen wir "verbogen" wird, wenn sie unklar noch ist und /oder einem anderen Wunsch wie dem des Stadtmarketing entgegen kommen soll. Aber ebenfalls wissen wir, dass hinter jeder Sage auch immer etwas Wahrheit steckt, womit wir zum Weihnachtsmarkt zurück sind. Wir, und dabei schließen wir uns selbst mit ein, erfreuen uns an den Lichtern im Dunklen, genießen den Glühwein und die Angebote der Händler im Advent, dabei war dies einst Fastenzeit. Wir erfreuen uns an den fallenden Schneeflocken, dabei ist es nur Schaum.

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