Falknerei – Vortrag zur Beizjagd beim Apfelfest auf Schloss Kaartz

Falknerei – Vortrag zur Beizjagd beim Apfelfest auf Schloss Kaartz
Falknerei – Vortrag zur Beizjagd beim Apfelfest auf Schloss Kaartz

Wie schon berichtet, gab es während des Apfelfestes im Garten der Schlossanlage Kaartz einige Überraschungen, die von Köstlichkeiten bis hin zur Präsentation fast schon ausgestorbener Berufe reichte.

Klar waren dann auch wir erstaunt, auf einen Falkner zu treffen, der uns umfänglich von dieser Art zu Jagen berichtete.

Falkenjagd im alten Ägypten – heute ein teures Hobby

falknerei apfelfest 01Schon häufiger hatten wir Berichte aus Saudi-Arabien gesehen, wo die Jagd mit den Falken in der High-Society weit verbreitet ist, ja man gibt sehr viel Geld in diesem Hobby aus indem man ausgebildete Falken erwirbt, oftmals mit dem Ausbilder zusammen. Natürlich kann man dazu grundlegend verschiedener Meinung sein, wie ganz allgemein das Jagen sehr unterschiedlich bewertet wird, von manchen als Tierquälerei verflucht von anderen als Hege und Pflege der Bestände hoch gelobt. So wird auch die Beizjagd mancher Orts heftig diskutiert. Wie dem auch sei, es war einmal mehr hoch interessant und faszinierend auch zur Geschichte der Falknerei zu hören.

falknerei apfelfest 04Ob auch die antiken Ägypter die Beizjagd ausübten, ist bis heute unklar. Falken als Symbol findet man allerdings schon im alten Ägypten. Wer nicht unbedingt nach Ägypten reisen möchte, findet Falkensymbole auch auf Skulpturen und Sarkophagen in den Museen Europas. In Abydos wurde sogar eine Grabstätte mit einbalsamierten Falken entdeckt. Die Falkenmumien waren in Leinen eingewickelt und hatten in großen, ovalen Tonsarkophagen gelegen, einige von ihnen mit goldverzierten Masken. Auch intakte Falkeneier sind gefunden worden. Dies kann aber auch durch die Bedeutung der Falkensymbolik in der ägyptischen Mythologie erklärt werden. Wichtige Götter des ägyptischen Pantheons wurden mit Attributen eines Falken dargestellt, so zum Beispiel die Götter Re und Horus mit Falkenkopf oder die Göttin Isis mit Falkenflügeln. Ein assyrisches Relief in den Ruinen von Khorsabad aus dem Ende des 8. Jahrhunderts v. Chr. zeigt möglicherweise die Falknerei, also einen Falkner mit einem Falken auf der Faust.

Falknerei, - Beizjagd und die UNESCO

falknerei apfelfest 03Unter dem Begriff Falknerei oder jägersprachlich Beizjagd versteht man das Trainieren von Greifvögeln wie den Wanderfalken, der Habichte, der Sperber und der Adler zur Jagd auf freilebendes Wild. Beutetiere bei der Beizjagd sind sowohl Feder- als auch Haarwild, je nach Art der eingesetzten Greifvögel. Natürlich gehört zum Training auch Ausbildung und Pflege der jeweiligen Vögel, neben der eigentlichen Jagd. Durch die UNESCO wurde die Falknerei 2010 als immaterielles Kulturerbe der Menschheit anerkannt.

falknerei apfelfest 05Auch wenn für Falknerei Präsentationen oft auch andere Arten von Greifvögeln zum Einsatz kommen, so wird die Jagd doch meist mit den Wanderfalken betrieben. Grundsätzlich lassen sich die einzelnen Arten nur auf ähnliche Beute trainieren, wie sie auch in der freien Natur jagen würden. So lassen sich Wanderfalken nicht auf Kaninchen oder andere Bodenbewohner trainieren, sondern nur auf fliegende Beutetiere. Die Größe der bejagten Tiere kann in der Falknerei die Größe der natürlichen Beute jedoch weit übertreffen. So jagen Steinadler in der freien Natur keine Wölfe, sie werden jedoch zur Jagd darauf verwendet, wobei der Adler den Wolf in der Regel nicht tötet, sondern nur bindet. Die unterschiedliche Verwendung der einzelnen Geschlechter hinsichtlich der jeweiligen bejagten Beutetiere beruht auf dem Größenunterschied zwischen Männchen und Weibchen (z. B. beim Habicht oder dem Wanderfalken).

Kaum zu glauben, was man beim Besuch eines Apfelfestes neben den uralten Sorten heimischer Äpfel noch alles so lernt. Wir waren begeistert und geben mit diesem Artikel zumindest einen Teil des Gelernten an unsere Leser gern weiter.

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