Menu

alaturka

Herbstlicher Stadtrundgang mit Camperfreunden in Ohrid

  • Geschrieben von Portal Editor
Herbstlicher Stadtrundgang mit Camperfreunden in Ohrid

Es ist recht kühl am Morgen und der Himmel Wolken verhangen. Wir wollen uns trotzdem auf den Weg nach Ohrid machen, denn unsere Freunde Julia und Davide haben auf unser Anraten hin nur einige Tage Zeit für den Campingplatz Rino am Ohridsee einrichten können, bevor sie ihrem Zeitplan folgend, nach Albanien weiterfahren werden.

Klar, dass wir ihnen zumindest einige Highlights am Ohridsee zeigen wollen.

So geht es also ins Zentrum von Ohrid, wo wir zunächst auf eine große Straßen- und Wegekarten treffen, die wir zunächst zur Erläuterung der geplanten Wanderung auf dem  Rundweg durch Altstadt und zur Burg nutzen wollen. Vom Hafen kommend, ergibt sich zunächst der Blick auf die mittelalterlichen Häuser der Innenstadt, und, trotz wirklich grauen Himmels, sind die prachtvoll im osmanischen Stil errichteten Gebäude mit den typischen Erkern und Vorsprüngen absolut sehenswert. 

Wir treffen direkt am Hafen auf die erste der zahllosen Kirchen im Ort, für die Ohrid so bekannt ist: Sveti Bogorodica Bolnicka. Mehr Kirchen als Tage im Jahr, so der Volksmund, gibt es in Ohrid. Erst im letzten Jahr wurde die kleine Kapelle restauriert und mit der Gartenanlage versehen, ein erstes Highlight auf dem Rundweg durch Ohrid. Es geht dann zunächst zur Sveti Sofia, dem wohl bekanntesten und ältestem Gotteshaus in Ohrid, das heute zu den Hauptattraktionen zählt und auch als Museum für Ikonen und Wandmalereien mitgenutzt wird. Die Architektur des Gebäudes zeigt deutlich, das die Erbauer sich stark an älterem, überwiegend römischem Baumaterial "vergriffen" haben und hier zum Einsatz brachten. Vor der Basilika befindet sich eine kleine Bühne, die für Aufführungen an der Sveti Sofia genutzt werden.

Hier knickt die Fußgängerstraße zum Seeufer hin ab und wir folgen dem hölzernen Steg, der als Uferweg zu den Strandabschnitten mit den kleinen Strandbars und Restaurants führt. Allerdings beobachten wir auch kurz das Spielen oder ruhen der Tiere am Weg. Verschiedene Kuriositäten fallen uns auf, so das kleine aber "kunstvoll" geschmückte Ruderboot, wie auch das Symbol für die Toilettenanlage, die es hier, fast verborgen in einer Felsnische gibt.

Dann beginnt der sanfte Aufstieg zum Burgberg, der uns zunächst den herrlichen Blick auf den Strandbereich Ohrids eröffnet und uns wenig später zur Kapelle Sveti Jovan Kaneo führt. Diese Kapelle gilt als weiterer Magnet für Touristen, beinhaltet sie doch eine riesige Zahl kirchlicher Ikonen, Gemälde und Wandmalereien.

Wir verzichten auf die Besichtigung der Burganlage, die wir uns bereits ausgiebig betrachtet hatten, zumal Julia und Davide sich auch mehr für das römische Kulturgut interessieren. Nach kurzer Betrachtung des Stadttores und dem dazugehörigen uraltem Straßenpflaster gelangen wir zum beeindruckendem Theaterbau aus römischer Zeit, das noch heute für Veranstaltungen genutzt wird. Teilweise beeindruckende Steinmetzarbeiten aus der Antike faszinieren in Genauigkeit der Fugen ohne Mörtel. Gleich daneben und nicht weiter ausgegraben, liegen Säulenkapitelle ungeschützt im lockeren Erdreich der Abbruchkante. Kaum zu glauben, aber seit Jahren unbeachtet.

Ein wenig unterhalb des Theaters befindet sich eine weitere Grabungsstelle einer Basilika, die einst über exzellente Bodenmosaike verfügt haben muss. Teilweise, aber eben nur teilweise durch eine architektonisch zwar interessante aber wenig hilfreiche Witterungskonstruktion überdacht, die eigentlich zum Schutze des Mosaiks aufgebaut wurde, sind nun doch Schäden am Mosaik zu erkennen, die durch Regen und Schnee entstanden sind.

Wir schließen unseren Rundgang durch Ohrid mit dem Besucher der Fußgängerzone ab, die vor allem in den Monaten Juli und August sehr stark frequentiert wird, so das man diesen Zeitraum besser meiden sollte.

Insgesamt betrachtet, ist der Rundgang von immerhin fast 3,5 Stunden auch bei recht diesiger Witterung ein Erlebnis, wie uns Julia und Davide versicherten.

Bitte lesen Sie auch:

Tagesausflug nach Lychnidos - heute Ohrid

Samuels Festung auf dem Sporn von Ohrid

Deutschland

Kultur

Leben | Outdoor

Aktuell sind 458 Gäste und keine Mitglieder online