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Gespensterbuche von Bad Kösen – Buchen zum Fürchten?

Gespensterbuche von Bad Kösen – Buchen zum Fürchten?

Mit großem Interesse waren wir am Gradierwerk von Bad Kösen entlang spaziert, hatten die Holzbautechnik bewundert und die wundervolle Aussicht auf die Saale genossen bis wir auf einen Webweiser gestoßen waren, der auf die örtliche Gespensterbuche unweit des Gradierwerks hinwies.

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Nun gibt es an vielen Orten so genannte Gespensterbäume, die manchmal hunderte Jahre alt ihre eigene Geschichte erzählen konnten. Also nichts wie hin.

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Wohl ein jeder von uns hat schon einmal bewusst die Silhouette von Bäumen betrachtet, hier insbesondere in außergewöhnlichen Lichtverhältnissen, wenn sich scheinbar Wuchsformen zu Figuren verändern, die gespenstisches Aussehen vermitteln.

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Extrem werden solche Sonderwuchsformen manchmal in Filmen in Szene gesetzt, wenn schaurig schöne Geschichten vermittelt werden sollen. Bizarre Baumgestalten werden zu Gesichtern, Figuren oder Teile davon und alles andere, was der Mensch unter normal gewachsenen Bäumen versteht. Wir waren gespannt auf die Gespensterbuche von Bad Kösen.

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Da kann ein Spaziergang durch den wunderlichen Wald voller alter Buchen schon mal zur Mutprobe werden... oder doch nur zu einem Gang durch die Geschichte?? Wie kommt es zu den sonderbaren Wuchsformen? Ist vielleicht der Mensch daran beteiligt?

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Natürlich gibt es immer wieder außergewöhnliche Wuchsformen bedingt durch äußere Einflüsse des Standorts, des Untergrundes oder vorherrschender Windrichtungen. Aber auch der Mensch hat maßgeblich dazu beigetragen. Hier sei zunächst auf die so genannten Kopfbäume verwiesen.

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Kopfbuchen sind typische Zeugen der Vergangenheit, genauer gesagt aus der Zeit vor dem Jahr 1900. Im Rahmen der Niederwaldwirtschaft schnitt man die Bäume alle 15-20 Jahre zurück zur Holzgewinnung.

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Bäume standen damals noch auf auch von Weidevieh genutzten Fläche und die Tiere trugen durch Verbiss an den frischen Trieben zu erheblichen Schäden bei. Aufgrund dieser Erkenntnis wurden die Schnittstellen auf etwa 2 Meter Höhe verlegt, damit die Tiere da nicht mehr drankamen.

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Die Bäume aber überwallten die „Schadstellen“ ständig durch frischen Austrieb und bildeten so massive Stammköpfe, die dann manchmal durch Wachstums- oder Wuchsfehler fast wie Gesichter aussehen.

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Der Weg in den Wald begann unmittelbar am Ortsausgang, nur wenige hundert Meter vom Gradierwerk entfernt. Ein Wanderweg, gut markiert, einige Abzweiger deuteten auf weitere Zielorte hin.

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Unterwegs stießen wir dann auf den Gedenkstein zur Gespensterbuche. Leider war dieser Stein das einzig verbliebene Relikt der wohl einstmals mächtigen Buche, wie am Wurzelstock noch gut erkennbar.

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Zunächst etwas enttäuscht hinsichtlich der Buche, so konnten wir dennoch die Wanderung unter dem grünen Blätterdach genießen. Wenig später erreichten wir dann ein Steilstück und gleich darauf den monumentalen, in Stein gehauenen Löwen. Ein Gedenkstein zum Andenken der gefallenen Soldaten.

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