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Ein kunsthandwerkliches Juwel am Halterbach in Wien

Ein kunsthandwerkliches Juwel am Halterbach in Wien

Der Halterbach ist mit seinen 6,3 Kilometern der 2. längste Bach in Wien, der den Vorort Hütteldorf durchfließt und in dem sich auch der Campingplatz Wien West befindet.

Ganzjährig geöffnet verbindet uns der über Jahre gewachsene Kontakt zur Stadt Wien, dem Campingplatz sowie auch seinen Mitarbeitern, so dass wir sehr gern vor Ort sind. Nur wenige hundert Meter sind es von hier in den Wiener Wald mit seinen wundervollen Wanderrouten, seinen Mountainbike Trails und der fast immer grünen Natur (wann war noch gleich der letzte Winter mit wirklich Schnee?).

Halterbach – regulierter Bach - Hochwasser?

b_450_450_16777215_00_images_austria_vienna_halterbach-10.jpgDer Halterbach ist ein kleiner, oberirdisch fließender, jedoch stark regulierter Bach, der am Fuß der Sophienalpe bei der Rieglerhütte entspringt und dann entlang der Karl-Bekehrty-Straße in südliche Richtung fließt.  Weiter hinab durch die Jägerwaldsiedlung und von dieser weiter nach Süden entlang der Hüttelbergstraße, bis er letztendlich in den Wienfluss einmündet. Schon immer war am Bachlauf gearbeitet worden, um Hochwasser zu reduzieren oder gar zu vermeiden, was oftmals geradezu dasa Gegenteil bewirkte. So wurde im Jahr 1989 das zwischenzeitig entstandene Betonbett des Halterbachs mit Erde aufgefüllt und bepflanzt.

Der Halterbach ist einer der wenigen Wienerwald Bäche die in ihrer vollen Länge oberirdisch verlaufen, wenn auch nicht mit seiner ursprünglichen Gesamtwassermenge. An seiner linken Seite führt in einer Tiefe von 4 bis 6 Meter ein Sammelkanal entlang, welcher bei der Amundsenstraße endet. Der Kanal mit einer Länge von 2.374 Metern wurde in den Jahren 1900 bis 1909, der letzte Teil in den Jahren 1949/1950 errichtet. Diese baulichen Maßnahmen waren notwendig, um ein für alle Mal das Problem der Hochwässer in den Griff zu bekommen, denn laut einer Infotafel führt der Halterbach bei Hochwasser 29.000 Liter Wasser pro Sekunde.

Dauerhafte Tonscherben vermitteln Naturkenntnisse

b_450_450_16777215_00_images_austria_vienna_halterbach-11.jpgIm Verlauf eines unserer häufigen Spaziergänge waren wir entlang des Halterbachs hinauf zur Sophienalpe unterwegs, als wir auf die in den Bildern gezeigten Schautafeln stießen, die wohl im Zuge der Renaturierung des Baches von Schülern erstellt worden waren. Nach Jahren im Betonbett, hatte die Renaturierung dafür gesorgt, dass nicht nur Pflanzen und Vögel diesen Lebensraum Bach wieder zurück erobern konnten, nein, auch zahlreiche Wasserinsekten und Kleintiere hatten sich hier jetzt dauerhaft neu niedergelassen.

Um den Passanten das Leben an einem fast wieder natürlichen Bachlauf näher zu bringen, hatten Schüler in mühevoller Feinarbeit Schautafeln aus Tonscherben erstellt, die zur besseren Haltbarkeit gebrannt und lasiert worden waren. Mit größer Mühe waren schriftliche Erläuterungen und Abbildern von Tieren in den Ton gezeichnet, Tierkörper moduliert und geprägt worden, die dann in einem ersten Brennvorgang gebrannt wurden. Im zweiten Schritt wurden die Farben aufgebracht, die dann mit dem Glasieren zu einem wetterfesten Überzug gebrannt wurden.

Hut ab vor dieser pädagogisch wertvollen Arbeit, die so zahlreichen Wanderern dauerhaft einen Einblick in das „Leben“ an einem Bachlauf vermitteln kann. Dank den Schülern und Lehrkräften – hier wurde etwas Besonderes geschaffen.

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