Wohnwagen und Wohnmobile - vielfältig wie nie!

Wohnwagen und Wohnmobile - vielfältig wie nie!

Ein interessanter Nebenaspekt unserer "Verständigungs- und Kulturreise entlang Römischer Straßen" ist das Kennen lernen der unterschiedlichsten Camping- und Camperplätzen sowie der sich dort befindlichen Fahrzeuge.

Klar, das Menschen die unterschiedlichsten Sichtweisen oder Anforderungen an ihre Fahrzeuge stellen, die manchmal halt nur Feriendomizil, dann auch Freizeitsport oder eine Kombination von beidem darstellen. Kein Wunder also, dass man so manches Unikum antrifft, das uns zu dieser kleinen Sammlung von Bildern inspiriert hat. Vielleicht können auch Sie die Bilderkollektion im Anhang genießen.

Wohnmobile und Wohnwagen sind Kraftfahrzeuge, mit oder ohne eigenem Antrieb, mit einer zum Wohnen geeigneten Inneneinrichtung, die je nach Geldbeutel und eigener Anforderung unterschiedlich ausfallen. Soweit sind wohl auch jedem die wesentlichen Aufgaben dieser faszinierenden Fahrzeuggruppe klar, die es heute in so immenser Zahl auf den Straßen und Campingplätzen zu sehen gibt. Wobei die Zahl der Nutzer, ganz im Gegensatz zu manch anderer Branche der Wirtschaft, tatsächlich europaweit noch stark im Ansteigen begriffen ist. Überwiegend werden Wohnmobile und Wohnanhänger als Freizeitfahrzeuge zum Camping als Dauercamper und für Urlaube mit wechselnden Stand- und Erlebnisorten verwendet. Allerdings werden in unserer mobilen Welt Wohnmobile werden auch zunehmend gern von Geschäftsreisenden wie Handelsvertretern, Montagearbeitern oder Schaustellern zum Übernachten oder als mobiles Büro an wechselnden Arbeitsorten genutzt.

Erste „touristische Reisewagen“ wurden seit Ende des 19. Jahrhunderts in Großbritannien gefertigt. Es waren bisweilen sehr luxuriös eingerichtete, zweiachsige und anfangs noch von Pferden gezogene Gefährte. Schon kurz nach Einführung des Automobils entstand in England des Jahres 1908 der erste “Caravan Club”. Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges gab es auf den britischen Inseln bereits mehrere tausend Wohnwagen.

Das deutsche Pendant zum englischen „Reisewagen“ wurde von Arist Dethleffs (1908–1996) im Jahre 1931 erfunden. Der eigentliche Peitschen- und Skistockvertreter nannte sein Gefährt „Wohnauto“ und erfüllte damit den Wunsch seiner Verlobten, der Malerin Fridel Edelmann, die sich, wie sie in einem Brief an ihren künftigen Ehemann schreibt, „so etwas Ähnliches wie einen Zigeunerwagen, in dem wir gemeinsam fahren und ich noch malen könnte“ vorstellte. „Wohnauto“ war ein irreführender Begriff, denn es handelte sich dabei um einen richtigen (Wohn-) Anhänger. Er wurde zu Ostern des folgenden Jahres fertig gestellt.

Das „Wohnauto“ wurde zu einer Art Hochzeitsgeschenk. Die Frischvermählten reisten damit noch im selben Jahr durch die Republik und sorgten überall für Aufsehen, so dass schon bald zahlreiche Bestellungen bei dem Erfinder Dethleffs eingingen. Arist Dethleffs verlegte sich kurze Zeit später bereits auf die serielle Produktion seines mittlerweile modifizierten „Wohnautos“ und gründete das Unternehmen Dethleffs. Unter dem Markennamen werden bis heute Wohnmobile und Wohnwagen hergestellt.

Zu einer Verbreitung der Wohnwagen kam es ab den 1950er Jahren besonders in der DDR, wo sich der Wohnwagen zu einem Statussymbol entwickelte und sich stark verbreitete. Entsprechend den Möglichkeiten der verfügbaren Fahrzeuge handelte es sich um relativ kleine Einachser. Von Luxus in der Ausstattung ganz zu schweigen.

Heute gibt es eine derart große Palette von Fahrzeugen und Fahrzeugtypen, das fast jeder seine Anforderungen umsetzen kann. Und wenn man trotzdem nicht fündig wird, gibt es auch noch die Möglichkeit der Selbstverwirklichung im Eigen bau oder Eigenausbau. Viel Spass mit den Exponaten!

Bitte lesen Sie auch:

Auf dem Weg nach Australien - eine prägende Begegnung

Citroen 2 CV - Judith´s Wohnmobil macht Eindruck

 

Deutschland

Kultur

Leben | Outdoor