Hellenistische Stadt Selge / Altınkaya bei Manavgat

Selge / Altınkaya bei Manavgat

Selge ist eine alte Ruinenanlage hellenistischen Ursprungs im Bereich des Köprü Flusses (Köprüçay), ungefähr 35 Kilometer nördlich von Serik an den südlichen Ausläufern des Taurus Gebirges bei Altinkaya.

Mit Brita und Gerda waren wir zwischen Managat und Antalya in Richtung Selge gefahren. Etwa auf halbem Weg von der Küstenstraße nach Selge, der etwa dem Eurymedon folgt, überquert die Straße diesen über eine römische Steinbrücke in etwa 30 m Höhe. Nach etwa 14 Kilometern über eine befestigte Strasse entlang des Eurymedon mit allerdings recht heftigen Serpentinen erreichten wir den Ort Selge, nach dem wir das Nationalparkgebiet Köprülü Kanyon Nationalparks in Richtung Taurusgebirge wieder verlassen hatten. Der Überlieferung nach soll Selge nach dem Krieg um Troja durch den Seher Kalchas gegründet und durch Griechen aus Sparta besiedelt worden sein. Auf Münzen ist der Ort seit dem 5. Jahrhundert v. Chr. nachweisbar.

Wir waren kaum aus dem Auto gestiegen, als wir auch schon von den Frauen des Dorfes regelrecht umlagert wurden. Wie schnell hatte sich unsere Anwesenheit herum gesprochen, unglaublich. Ihr Interesse war eindeutig und klar: Verkauf von hausgemachten Handarbeiten. Zunächst etwas aufdringlich, war ihnen doch schnell klar, das wir nicht mit typischen Touristen zu vergleichen waren, allein aufgrund der Sprache. So wurde aus zunächst eindeutigen Verkaufsgesprächen langsam Hinweise auf die Artefakte der einst 20.000 Einwohner zählenden Stadt Selge.

Die Stadt war dem Bund von Pisidia angeschlossen und gehörte in die Grenzen des alten Pamphylien. Aus der Chronologie der Stadt weiß man heute, das sie unter Lydischer, Persischer, Alexandrinischer und Römischer Kontrolle stand. Die verbliebenen Ruinen der Stadt bestehen aus dem Theater, das in den Fels geschlagen wurde, dem Stadion und dem Gymnasium, im Süden des Theaters und an der westlichen Seite einem ionischen Tempel mit einem Adler auf seinem Dach. Ein historischer Brunnen und eine Agora wurden südlich des Stadions gefunden. Im Norden der Stadtmauer, die bis zum südwestlichen Ende der Stadt reichte, findet man noch Ruinen der Artemis und Zeus Monumente. Außerhalb der Stadtmauer lagen ein Aquädukt und einige Kammergräber.

Wirtschaftliche Grundlage im antiken Selge war der Anbau von Wein und Oliven auf der umgebenden fruchtbaren Hochebene. Politisch bestanden zu Aspendos gute Beziehungen, ansonsten war die Stadt eher kriegerisch gegen ihre Nachbarn ausgerichtet. Als Alexander der Große durch Kleinasien zog, verbündete sich die Stadt mit ihm, um, allerdings erfolglos, die nahe Stadt Termessos zu belagern. Polybios beschreibt einen Krieg zwischen Selge und Pednelissos 220 v. Chr., in dem Pednellissos Achaios, den Statthalter von Side, zu Hilfe rief. 25 v. Chr. verlor Selge die Selbstständigkeit und wurde in die römische Provinz Galatien eingegliedert. Laut Strabon soll die Stadt zu dieser Zeit etwa 20.000 Einwohner gehabt haben. Seine größte Blüte erreichte Selge zur Zeit des römischen Kaiserreiches. Im Jahr 339 kam es zu einer erfolglosen Belagerung durch die Goten. In byzantinischer Zeit war Selge Bischofssitz. Die Stadt wurde später in seldschukischer Zeit aufgegeben.

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