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Zwischenstopp in Göreme - Feenkamine & Heißluftballons

  • Geschrieben von Portal Editor
Göreme - Feenkamine und Heißluftballons

Bekanntschaften, die im Zuge der Messe Travel Turkey in Izmir entstanden sind, veranlassten uns nach einigen Jahren zu einer erneuten Reise nach Kappadokien, dieser so unglaublich faszinierenden Landschaft, die über die Jahrtausende durch Vulkane, Bodenerosion und Abtrag im Zusammenwirken der Naturkräfte von Wasser und Wind entstanden sind.

Tuffgestein unterschiedlicher Härte, als Auswurfgestein der umgebenden Vulkane Erciyes, Baba Dag und Karadag, bildet die Basis für diese Landschaft.

Zielort der diesmaligen Reise ist die Ortschaft Göreme in Kappadokien, die nicht allein wegen ihres Charakters eines Nationalparks der Tuffsteinhäuser und Felsenkirchen mit den noch erhalten gebliebenen Wand- und Deckenmalereien als Denkmäler einst hier siedelnder Christen aus römischer und byzantinischer Zeit so bekannt ist, sondern seit 1985 auch zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt. Schon mit der Einfahrt in die Stadt Nevsehir beginnt der Wandel der Landschaft von der trockenen Hochebene hin zu unbeschreiblichen Felsengebilden, Tuffsteinformationen, die teilweise von den Siedlern ausgehöhlt wurden und entsprechend heute mit "Feenkamine" umschrieben werden.

Nevşehir ist eine noch relativ junge Stadt von heute etwa 90.000 Einwohner, die zur Zeit der Osmanen Muşkara hieß und erst als Geburtsort des Großwesirs und Schwiegersohns von Sultan Ahmet III, Damat Ibrahim Pascha (1660 -1730) in den Mittelpunkt öffentlichen Interesses rückte. Muskara war ein Dorf von nicht mehr als 18 Häusern, bis der Großwesir ihr seine Aufmerksamkeit schenkte. Damat Ibrahim Pascha lies Moscheen, Brunnen, Medressen, Bäder, Karawansereien, Schulen und Armenküchen bauen, so das die Ortschaft schnell anwuchs. Er sorgte auch für den neuen Namen: Nevşehir (aus dem Persischen Nou-Schahr für Neue Stadt).

Sehenswert ist die Ibrahim Pascha-Moschee, die von Sarkis Kalfa, einem armenischen Architekten im Jahr 1724 erbaut wurde. Sarkis Kalfa hatte sich im Bereich Sakralbauten einen Namen gemacht, nachdem er die am 6. Juli 1718 abgebrannte Patriarchatskirche in Konstantinopel gemeinsam mit Araboglu Haci Melidon Kalfa wieder aufgebaut hatte. Nach Fertigstellung der Ibrahim Pascha-Moschee renovierte Sarkis Kalfa ab 1727 die Surp-Garabed-Kirche von Scutari, ab 1731 baute er die in Galata abgebrannte Surp-Krikor-Lussaworitsch-Kirche wieder auf. Er verstarb im Jahr 1740.

Wir passieren dann zunächst den Ort Üchisar, wo es gar eine mehrgeschossige "Wohnanlage" aus antiker Zeit gibt. Göreme, unser Zielort, hieß zu byzantinischer Zeit Matiana. Die ersten hier siedelnden Christen nutzten den Ort, um einerseits in der Abgeschiedenheit ein andächtiges, christlich religiöses Leben führen zu können, aber andererseits und vor allem auch als Versteck vor ihren religiösen Feinden (Perser, Römer, Araber, Mongolen...). Sie "bauten" nicht nur Kirchen und Kapellen, die tief ins Gestein gearbeitet wurden, sondern ganze Wohnanlagen für mehrere tausend Menschen.

Bekannt geworden sind auch bis zu zehn Stockwerke tiefe stadtähnliche Höhlengebilde im Tuffgestein, die mit Einrichtungen wie Küchen, Lagerräume, Schlafräume und Tierställen samt den absolut notwendigen Lüftungsschächten für einigermaßen komfortable und sichere Lebensumstände sorgten, da ihre Zugänge mit großen mühlsteinartigen Steinen versperrt werden konnten.

Wie schon erwähnt, ist im Ort Göreme ein großes Freilichtmuseum dieser so einmaligen Tuffsteinhäuser eingerichtet worden, das neben den Kirchen mit all den religiösen Decken- und Wandmalereien auch die exzellente Handwerksarbeit der Steinmetze aufweist. Auch einige der vorzeitlichen Wohnhäuser stehen dem Besucher zur Besichtigung offen. Tuffgestein weist, neben der relativ einfachen Möglichkeit der Bearbeitung, einige Vorteile bezüglich der Witterung auf, die schon damals bekannt waren: im Sommer hält es kühl und im Winter kühlt es nicht so stark aus. Ein Vorteil, den sich einige Menschen heute wieder zu Nutze machen und die uralten Tuffsteinhäuser weiterhin als Wohnraum nutzen.

Im Zuge des so genannten Bevölkerungsaustausches in den Jahren 1923 und 1924 verließen die letzten Bewohner den Ort Göreme, erst langsam und im Zusammenhang mit der Entstehung des Tourismus wurde der Ort wieder bevölkert, was u.a. im Jahr 1957 zur Entdeckung einer Johannes-der-Täufer-Kirche führte.

Mittlerweile gibt es einige gute Hotels in Göreme und Umgebung, auch erste Campinpplätze, da neben der Attraktion des Ballonfliegens auch die wunderbare Landschaft Kappadokiens touristisch entdeckt und für sanften Tourismus genutzt wird. So gibt es Wanderungen und Touren für Mountainbiker, die auch als Mehrtagespakete angeboten werden.

38° 37′ 35″ N, 34° 42′ 50″ O  Nevşehir

38° 38′ 35″ N, 34° 49′ 45″ O  Göreme

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