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Von Elbasan zum Camperstopp Baron in Tirana

  • Geschrieben von Portal Editor
Von Elbasan zum Camperstopp Baron nach Tirana

Bereits mit Beginn unserer Recherche einer Route in den Süden, die ganzjährig geöffnete Camperplätze oder Camperstopps entlang der Küste Kroatiens, Montenegros, Albaniens und Griechenlands aufzeigen soll, hatten wir mit dem Hotel Baron in Tirana eine Möglichkeit gefunden, die Hauptstadt Albanies während des Aufenthalts zu erkunden, bevor der Reisende den Weg in den Süden fortsetzt.

Gerade das Thema "Überwintern auf dem Peloponnes, auf Kreta, auf Zypern und in der Türkei" war Ansporn zur Entwicklung einer sicheren Route auf dem Balkan, die auch beliebig lang ausgedehnte Zwischenaufenthalte in den Regionen ermöglichen sollte.

Nach ersten Gesprächen sollte jetzt ein weiteres Treffen in Tirana stattfinden, in dem auch bereits erste Angebote an die Reisenden besprochen und publiziert werden sollten. Offiziell ist der Camperstopp am Hotel Baron in den Veröffentlichungen des ADAC, des trip advisers, usw. längst vertreten, so das an dieser Stelle nicht weiter auf das Hotel und die sich am Gebäude befindlichen Stellplätze eingegangen werden muss. Weitere Infos zum Hotel Baron finden Sie auch hier: Camperstopp am Hotel Baron.

Von Elbasan aus kommend, befuhren wir die zumindest in einem ersten Teilstück bereits fertige Autobahn E 852 gleich im Anschluss des Kreisverkehrs nach dem Ortsausgang in Richtung Tirana. Den Abschluss des fertigen Teilstücks bildet zur Zeit der Tunnel, nach dem es zurück auf die kurvige Landstraße SH 3 geht. Wer Spaß an ein wenig Abenteuer und auf herrliche Aussichten hat, wählt in Richtung Tirana nicht die Autobahn, sondern die alte Passstraße über Bradashesh und Gracen. Es dauert etwas länger, ist aber ein absolutes Erlebnis mit tollen Aussichten in die Bergwelt, da sich die Passstraße oftmals direkt auf der Kammlinie befindet.

Nach nur wenigen Kilometern von Elbasan aus kommend, erreicht man dann den großen Kreisverkehr des hier bereits fertig gestellten Rings um Tirana herum. Wer zum Hotel Baron möchte, nimmt hier die zweite Ausfahrt, die zur Zeit noch unbefestigt auf  Rruga e Elbasanit führt (nicht die Ausfahrt zum Einkaufszentrum). Nach etwa 300 Metern ist man bereits wieder auf der asphaltierten Straße und erreicht wenige Kilometer weiter den Camperstopp Hotel Baron links der Straße. Leider war auch in Tirana das Wetter nicht wirklich einladend, so das wir in den Folge lediglich Konzepte und Angebote besprechen konnten, weniger selbst bereits Zielorte der örtlichen Möglichkeiten besuchen konnten (mit Ausnahme der Stadt Kruja, Bericht folgt). Allerdings trafen wir auf zwei Campergäste, die von hier aus Tirana und Umgebung erkunden wollten. Hier einige erste Informationen zur Stadt:

Tirana ist heute der kulturelle Mittelpunkt Albaniens, denn es befinden sich die wichtigsten kulturellen Einrichtungen des Landes in der Hauptstadt und dort wirkt auch der Großteil der albanischen Künstler, Sportler, Musiker, Schauspieler und Sänger. Dem war jedoch nicht immer so in Albanien. Bevor Tirana 1920 zur Hauptstadt bestimmt wurde, galten die Städte Shkodra, Korça, Prizren (heute im Kosovo) und Skopje (heute in Mazedonien) als kulturelle Zentren Albaniens und der Albaner. Erst mit der Entstehung der zentralistischen Staatsstruktur Albaniens entstanden im ehemaligen kleinen Marktflecken Tirana große Stadtgebäude und damit auch kulturelle Anlagen.

Durch diese zentralistische Politik, aber auch durch die Landflucht und damit verbunden durch die Einwanderung aus anderen Landesteilen Albaniens, trat die örtliche Kultur vor allem in den letzten 20 Jahren allmählich in den Hintergrund.

Am 20. Februar 1991 stürzten Demonstranten die überlebensgroße Statue von Enver Hoxha auf dem Skanderbeg-Platz. Somit wurde das Ende der kommunistischen Herrschaft eingeleitet. Albanien begann sich allmählich politisch und gesellschaftlich zu öffnen und zu demokratisieren. Im März 1997 wurde Albanien nochmals von Unruhen erschüttert. Ausländer mussten ausgeflogen werden, wie zum Beispiel in der Operation Libelle durch die Bundeswehr.

Nach der Demokratisierung änderte sich das Stadtbild schnell. Überall wurden illegal Gebäude errichtet, vor allem Richtung Nordwesten. Viele Bewohner der Landregionen ließen sich am Stadtrand nieder. Im Stadtzentrum entstanden Läden, Cafés und Restaurants. Ab 1999 wurden die illegalen Bauten im Stadtzentrum abgerissen und die Grünanlagen wiederhergestellt.

Im 21. Jahrhundert erlebte Tirana einen wirtschaftlich ungeahnten Aufschwung. Zahlreiche moderne Hochhäuser sind entstanden. Der Großteil der Straßen wurde neu asphaltiert und beschriftet. Viele Bäume wurden gepflanzt und Parkanlagen angelegt. Ein Stadt- und Ordnungsplan wurde fertig gestellt. Ein Kanalisationsprojekt wird von einer japanischen Firma verwirklicht und große Teile der Stadt wurden gesäubert. Internationale Firmen und Läden eröffneten Niederlassungen. Der öffentliche Verkehr wurde teilweise ausgebaut und neue Stadtbusse sind erworben worden. Ein Tram-Projekt wird zur Zeit noch geprüft. Außerdem wurde ein Adressensystem realisiert.

Die Fassaden ganzer Straßenzüge in der Innenstadt wurden vor einigen Jahren in schrillen Farben und wilden Mustern neu gestaltet. Durch diese „Mal-Aktionen“ des Bürgermeisters und Künstlers Edi Rama wurde die kommunistische Tristesse, die manchem Plattenbau und vielen unverputzten Häusern anhing, gemildert. Auch andere Städte in Albanien übernahmen diese Idee aus Tirana.

Seit diesen ersten Umgestaltungen zu Beginn des 21. Jahrhunderts hat sich das Stadtbild jedoch weiterhin stark verändert. Es sind moderne Neubauten, neue Alleen, Schulen, Straßen, Radwege, Parks und ein neues Abwassersystem entstanden, und auch die Versorgung mit Elektrizität und Wasser hat sich sehr verbessert.

Zwar hatte der Abendhimmel über Tirana dann Besserung versprochen, aber wir hatten uns bereits festgelegt, im Oktober erneut Tirana zu besuchen, um dann auch fotografische Argumente für den Besuch der Stadt Tirana zu präsentieren, denn leider regnete es auch am nächsten Morgen wieder in Strömen. Bleiben Sie also gespannt.

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