Bochum - Förderturm und Bergbaumuseum
Nach dem Bergbaustollen - Nicht allein aufgrund des schlechten Wetters hatten wir den Bergbaustollen (siehe Blogartikel) zunächst aufgesucht, auch in der Hoffnung, dass das Wetter etwas aufklaren würde.
Der Aufstieg auf das Fördergerüsts, in Bochum oft mit Förderturm bezeichnet, sollte folgen. Schade, aber das hat leider nicht so geklappt, denn starker Wind und immer wieder kurze Schauer machten den Aufstieg unangenehm, wohl auch immer begleitet von der drohenden Schließung aus Sicherheitsgründen. Nun gut, wir sind trotzdem hinauf.
Bei gutem Wetter hat man einen herrlich weiten Blick über Bochum und das umliegende Ruhrgebiet, wir leider nur in die dichten, tiefhängenden Wolken.
Das weithin sichtbare Fördergerüst des Bergbaumuseums
Das Fördergerüst stammt ursprünglich aus dem Jahr 1944 und wurde von den Architekten Fritz Schupp und Martin Kremmer für die stillgelegte Zeche Germania im Dortmunder Stadtteil Marten konstruiert und aufgestellt.
Es ist 71,4 m hoch und wiegt 650 t. Allein die Seilscheiben haben einen Durchmesser von 8 Metern.
In den Jahren 1973 und 1974 wurde es in Marten demontiert und nach Bochum umgesetzt. Die erste Aussichtsplattformen befindet sich, mit dem Fahrstuhl erreichbar, in 50 m Höhe und die zweite Aussichtsplattform ist über weitere Treppen zugänglich, die bis auf 62 m Höhe hinauf gehen.
Natürlich sind wir alle Stufen gegangen, unter dem Motto gesund durch Bewegung.
Für den Fahrstuhl und die erste Plattform wurden die zwei unteren Seilscheiben aus Platzgründen nicht wieder eingebaut. Imposant sind beide Plattformen, zumal die Treppen aus Gitterstufen mit Durchsicht nach unten bestehen.
Wie auch immer, aufgrund des Wetters war die Aussicht nicht wirklich zu genießen und so machten wir uns schnell auf den Weg ins Museum, allerdings nicht ohne noch kurz einen Blick in das Restaurant zu werfen, das zünftig und fast Bergmannsgerecht die obligatorische Currywurst mit Pommes in der emaillierten Blechschale anbot. Lecker war es allemal.
Jetzt aber weiter durch die verschiedenen Abteile des Bergbaumuseums, nicht vergessen sollte man an dieser Stelle, dass eine wissenschaftliche Abteilung vor Ort sich sehr intensiv mit der Geschichte und Technik des Bergbauwesens beschäftigt.
Leibnitz-Forschungseinrichtung im Bergbaumuseum
Das Museum ist als Forschungseinrichtung sogar Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft, dessen Träger die DMT-Gesellschaft für Lehre und Bildung mbH sowie die Stadt Bochum sind, so erfuhren wir vor Ort. Bereits 1977 wurde das Deutsches Bergbau-Museum von der Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung (BLK) als Forschungsmuseum anerkannt und in die gemeinsame Forschungsförderung von Bund und Ländern aufgenommen.
Das Deutsche Bergbau-Museum Bochum betreibt als Leibniz-Forschungsmuseum für Georessourcen Forschungen in vielen verschiedenen Disziplinen, die in den Schwerpunkten Geschichte und Technik des Montanwesens sowie Dokumentation und Schutz von Kulturgut zusammengefasst sind. Die Forschungstätigkeiten innerhalb der beiden Schwerpunkte sind durch chronologische, regionale oder thematische Kriterien in Forschungsfelder (u. a. Montanarchäologie, Archäometallurgie) und Kernthemen gegliedert.
Die Forschungen zum vor- und frühgeschichtlichen Montanwesen basieren auf archäologischen Untersuchungen in Verbindung mit naturwissenschaftlichen Verfahren. Die Betrachtung der mittelalterlichen Gewinnung mineralischer Rohstoffe, ihre Verarbeitung bzw. Verhüttung und ihr Handel schließt sich mit intensivem Quellenstudium an die archäologischen Feldforschungen an.
Die neuzeitliche Montangeschichte wird in ihren technischen, wirtschaftlichen wie auch sozialgeschichtlichen Auswirkungen erfasst. Die Erforschung von Kulturdenkmalen (besonders technischer Denkmale) ist ein weiterer Arbeitsschwerpunkt.
Der Förderverein des Museums ist der eingetragene Verein Vereinigung der Freunde von Kunst und Kultur (VFKK), der auch die Zeitschrift Der Anschnitt herausgibt.
Das Deutsche Bergbau-Museum Bochum ist Teil der Route der Industriekultur und beherbergte das größte der fünf Besucherzentren, die im Kulturhauptstadtjahr 2010 als kulturtouristische Drehscheiben der Metropole Ruhr fungierten, und seitdem zentrale Startpunkte für Erkundigungen in das ganze Ruhrgebiet sind.
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