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Am Weg zur Eckartsburg - eine Sommerrodelbahn

Am Weg zur Eckartsburg - Sommerrodelbahn Eckartsberga

Strahlender Sonnenschein im April hatte uns trotz Corona zu einem neuerlichen Spaziergang abseits größerer Menschenzahlen motiviert, so waren wir in der Wahl unseres Zieles sicher, kaum jemandem zu begegnen, was sich auch als richtig erweisen sollte, da alle der so genannten örtlichen Attraktionen sowieso geschlossen waren.

 Wir wollten die Ruinen der mittelalterlichen Burganlage Eckartsburg besuchen, um das herrliche Wetter auch für einige Fotos zu nutzen. Schon der Ort selbst hat einige Sehenswürdigkeiten zu bieten, wie wir an einem Bord einer Infotafel lesen konnten, nun gut für jetzt, wollten wir doch eh nur hinauf zur Burganlage, die uns schon beim Besuch des Mühlen Holländers auf dem gegenüberliegenden Höhenzug aufgefallen war.

An der Ortseinfahrt Eckartsberga führt eine schmale Straße leicht ansteigend zu einer Parkplatzanlage, die auch für die weiteren Freizeitangebote vor Ort genutzt werden kann. So hatten wir auch gelesen, dass es direkt daneben einen großen Irrgarten sowie etwas weiter in Richtung Eckartsburg auch eine parkähnliche Anlage zum Thema Dinosaurier gibt. Wir waren gespannt.

Sommerrodelbahn – ohne Besucher aufgrund Corona

b_450_450_16777215_00_images_deutschland_sachsen-anhalt_eckartsberger-sommerrodelbahn-1.jpgNatürlich war auch der Irrgarten geschlossen, aber die Größe und Länge des Parks bzw. der Irrwege lies uns spontan einen Besuch nach der Krise vereinbaren. So konnte die große Aussichtsplattform unser besonderes Interesse wecken. Nach der Passage einer Grünfläche mit hölzernen Bänken erreichten wir ein Gebäude mit einer Schienenbahn, die metallisch in der Sonne glänzte – eine Sommerrodelbahn, die sofort auch unserer Liste „to-do-in-the-future“ hinzugefügt wurde. Ob nun im Eigeninteresse oder beim dann wieder möglichen Besuch der Kinder, gleichgültig. Sicherlich wäre das Interesse aller groß.

Die gemeinsamen Vorläufer von Sommerrodelbahnen und Achterbahnen entstanden bereits im 16. Jahrhundert, erstaunlicherweise nicht in Amerika sondern in Russland. Dort wurden künstliche Berge aus Holz gebaut, die man im Winter zunächst mit Schlitten auf Eis, später mit Schlitten denen Räder angebaut worden waren hinabglitt. Bis zum Aufkommen der modernen Sommerrodelbahnen gab es solche Anlagen auch in Deutschland; eine der Vorläufer dieser relativ alten Technologie in Ibbenbüren ist noch heute in Betrieb. Sie ist die älteste funktionsfähige Rodelbahn in Deutschland. Auf ihr werden die Rodelschlitten mit Kufen auf einer Holzschiene den Hang hinab geführt.

Sommerrodelbahn aus Edelstahl als Standard

b_450_450_16777215_00_images_deutschland_sachsen-anhalt_eckartsberger-sommerrodelbahn-2.jpgDie ersten modernen Sommerrodelbahnen wurden von Skiliftbetreibern entwickelt, die nach einer Nutzungsmöglichkeit ihrer Anlagen in den schneefreien Monaten suchten. Vorreiter waren hier Karl Josef Freiherr von Wendt, der gemeinsam mit dem Unternehmen Mannesmann Fördertechnik Bahnen mit einer Rinne aus Faserzement entwickelte, parallel aber auch Josef Wiegand mit Bahnen aus Edelstahl. Mit aufkommender, berechtigter Kritik am Werkstoff Faserzement aufgrund des Asbest-Gehaltes der Rinne wurden diese Bahnen Ende 2003 stillgelegt.

1972 eröffnete von Wendt die erste Bahn mit zugehörigem Sessellift in Bestwig. Später entwickelte sich daraus der Freizeitpark Fort Fun Abenteuerland. Die erste Edelstahl-Bahn eröffnete Wiegand 1975 in seiner Ski- und Rodelarena auf der Wasserkuppe. Die mittlerweile mehrfach modifizierte Anlage wird noch heute betrieben.

Allein der Ausblick auf das Tal von der Rodelbahn in Eckartsberga lohnt die Anreise, zumal die herrliche Aprilsonne gute Fernsicht ermöglicht hatte. Wir werden wiederkommen, zumal der in der Folge weitere Gang durch die Burgruine auch die Option eines Biergartens mit Blick auf Eckartsberga eröffnete. Vielleicht auch etwas für Sie?

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