Wanderung zur Rudelsburg – Bad Kösen als Ausgangspunkt

Wanderung zur Rudelsburg – Bad Kösen als Ausgangspunkt

In unserem Blogartikel „Gespensterbuche von Bad Kösen“ hatten wir bereits einen Teilabschnitt des Wanderwegenetzes beschrieben, die letztendlich auch bis zur Rudelsburg führen, teils durch herrlichen Schatten spendenden Laubwald und teilweise in Sichtweite der Saale.

Die Rudelsburg selbst ist eine Höhenburg oberhalb der Saale, die etwa 85 Meter über dem Südufer der Saale auf einem felsigen Bergrücken aus Muschelkalk liegt. Durch Kriege und Brand sind heute große Teile zerstört, jedoch bietet die erhaltene Innenburg einen wunderbaren Biergarten mit Gastgewerbe, so dass Wanderweg und Burganlage stark frequentiert werden.

Kleine Historie zur Rudelsburg oberhalb der Saale

b_450_450_16777215_00_images_deutschland_sachsen-anhalt_rudelsburg-1.jpgDie Rudelsburg wurde wohl von den Bischöfen von Naumburg im Hochmittelalter zur Sicherung der Handelswege wie der Via Regia mit der Saalebrücke in Bad Kösen angelegt. Bei der ersten Erwähnung im Jahr 1171 war sie im Besitz von Naumburger Ministerialen. 1238 wurde sie an die Markgrafen von Meißen verlehnt und als Befestigungsbau urkundlich genehmigt. Die Burg befand sich im Spannungsfeld der Interessen der Naumburger Bischöfe und der Markgrafen von Meißen aus dem Hause Wettin. 1348 erfolgte die Zerstörung und Schleifung der Vorburg durch die Stadt Naumburg.

Zeitweise diente die Burg verschiedenen Adelsfamilien als Wohnsitz, bis sie im Dreißigjährigen Krieg fast komplett zerstört wurde und daraufhin verfiel. Als „schönste aller Saaleburgen“ wurde die Ruine der Rudelsburg schon früh im 19. Jahrhundert im Zuge der Burgenromantik und des Wandertourismus als Ausflugsziel entdeckt. Als alljährlicher Treffpunkt der Kösener Corpsstudenten erreichte die Rudelsburg ab 1855 überregionale Bekanntheit. Bis heute stellt sie ein beliebtes Ausflugsziel dar, denn sie liegt auf der Südroute der Straße der Romanik.

Baubeginn bereits im Jahr 1150

b_450_450_16777215_00_images_deutschland_sachsen-anhalt_DET_6587.jpgBaubeginn der Rudelsburg war um das Jahr 1150 (Haupt- und Vorburg) zum Schutz der Handelswege (Via Regia) durch den Naumburger Bischof. Die erste urkundliche Erwähnung der Rudelsburg stammt aus dem Jahre 1171 in einer bischöflichen Urkunde. In dieser wird Hugo von Ruthelebensburch als Zeuge aufgeführt.

Am 22. April 1348 begaben sich auf Ratsbeschluss der Stadt Naumburg Naumburger Bürger zur Rudelsburg und griffen die Burg an. Grund hierfür waren die ständigen Überfälle auf Kaufleute entlang der Handelsstraße, welche nach Naumburg führte. Der Angriff mit brennenden Pechpfeilen und Pulvergeschützen - "instrumentum für griechisch Feuer" - und die Belagerung der Rudelsburg dauerten drei Monate. Während dieser Zeit kam es zu Beschädigungen der Rudelsburg, vor allem der Vorburg. So stürmten die Naumburger Bürger im Juli 1348 unter Führung der Naumburger Bürgermeister Tyzce von Mercewitz und Hencze Eldeste die Vorburg und brannten diese aus.

Bruderkrieg und Dreißigjähriger Krieg setzen der Burg weiter zu

b_450_450_16777215_00_images_deutschland_sachsen-anhalt_rudelsburg-2.jpgIm sächsischen Bruderkrieg von 1450 kam es zur Belagerung der Rudelsburg, wobei diese zunächst belagert und sodann bei den Kämpfen erheblich beschädigt wurde.

Nachdem die Burg im Jahre 1485 erneut in den Besitz der Markgrafen von Meißen gelangte, wurde sie im Jahre 1581 an Hans Georg von Osterhausen verkauft. Dieser ließ die Rudelsburg in der Folgezeit verfallen.

Gegen Ende des Dreißigjährigen Krieges im Jahre 1641 wurde die Rudelsburg durch die Schweden angegriffen und ausgeraubt sowie in Brandt gesetzt.

In der Folgezeit blieb die Rudelsburg unbewohnt und verfiel Zusehens. Zugleich wurden die Überreste als Steinbruch genutzt und damit zu großen Teilen abgetragen, so dass heute von der ursprüngliche Rudelsburg nur noch die Kernburg erhalten ist.

1795 gelangt die Burgruine sowie Kreipitzsch in das Eigentum derer von Schönburg. Aufgrund des steigenden Tourismus begann Gottlieb Wagner im Jahre 1827 (andere Angaben 1824) eine gastronomische Versorgung auf der Rudelsburg zu anzubieten.

Während einer Rast auf der Rudelsburg, dichtete der Berliner Student Franz Kugler im Jahre 1826 dem Text zu dem bekannten Lied "An der Saale hellem Strande".

Wem der Aufstieg zur Burg noch nicht genügt, kann den Weg bis zur Burgruine von Burg Saaleck fortsetzen, aber das ist eine andere Geschichte. Ihnen viel Spaß bei ihrer Wanderung zur Rudelsburg.

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