Prägung / Herstellung von Münzen

In unserem Artikel „Geschichte des Zahlungsmittels Münze“ haben wir unlängst über die Historie des Münzgeldes berichtet. Bleibt noch die Frage zu klären, welche Techniken bei der Herstellung der Münzen verwendet wurden.

Die ersten Münzen wurden aus dem Material Elektron im 7. Jahrhundert vor Christus hergestellt, einer natürlich vorkommenden Gold-Silber-Legierung, die man in Klumpenform in Flussläufen finden konnte. Diese wurde in einfachster Art mit einem Hammer grob bearbeitet, dann mit einem meißelähnlichen Stift einfache Strukturen eingeschlagen oder gestanzt.

Die Münzen dieser Zeit waren meist unförmig, halt so wie sie in der Natur vorkamen, lediglich etwas flach geschlagen. Mit zunehmender Technik wurden die Motive etwas genauer und kunstvoller. Ab etwa 650 vor Christus waren „Künstler“ unter den Münzherstellern in der Lage einfach Motive wie z. B. einen Löwenkopf in den Rohling einzuprägen. In Schritten entwickelte sich so der Münzenmacher zu einem eigenen Handwerk, das sich noch über Jahrhunderte weiter entwickeln konnte, wodurch die Münzen kunstvoller und auch graphisch anspruchsvoller wurden, sich im Ergebnis neben der Verwendung als Zahlungsmittel sogar zum begehrten Sammelobjekt entwickelten.

Etwa zur gleichen Zeit entstand allerdings auch eine zweite Technikkomponente, die man mit Prägen durch einen Stempel bezeichnete. Man nutzte die unterschiedliche Härte der Metalle, um mit Hilfe eines harten Metalls ein etwas weicheres Metall zu formen. Zu diesem Zweck stellte man einen Unterstempel aus Eisen her, in dessen Oberfläche ein Motiv eingearbeitet wurde. Relativ schnell hatte man die Technik des Negativbildes gelernt um dann das Positivbild auf der Münze zu erhalten. Gleiches tat man mit dem Oberstempel. Beide Stempel, die im griechischen mit „Charakter“ für den Unterstempel und „Typos“ für den Oberstempel bezeichnet wurden, erhielten dann ihre Härtung durch Umwandlungshärtung im Feuer, wobei sich aus dem bei Raumtemperatur vorliegendem Ferriteisen durch mehr Kohlenstoffeinlagerung zu Austeniteisen umwandelt. Dieser Härtungsvorgang war aus der Waffenherstellung bereits bekannt.

Jetzt wurde der Unterstempel in einem Amboss oder in einen Holzblock eingelassen. Der Münzrohling, der aus den verschiedensten Materialien wie Gold, Silber, Kupfer oder auch einer Legierung bestehen konnte, wurde als Metallplättchen auf den Unterstempel gelegt und der Oberstempel aufgesetzt. Hier war die absolute Genauigkeit des Münzherstellers gefragt, der beide Stempel passgenau übereinander setzen musste, um eine exakte Münze zu erhalten. Jetzt schlug man mit dem Hammer auf den Oberstempel und erhielt durch dien Schlagdruck das Positivbild auf beiden Seiten des Rohlings. Die Rohlinge zur Münzprägung wurden auch mit Ronde oder Schrötling bezeichnet. Mit zunehmender Technik wurde auch der Rand der Münze mit in den Stempel eingraviert, so das der Abdruck nach dem Schlagen auch die Form der Münze enthielt, egal welcher Größe.

Im Laufe der Zeit setzte sich Silber in der Münzherstellung mehr und mehr durch, nur bei den sogenannten Scheidemünzen hatte Kupfer Bestand, was sich bis zur heutigen Zeit in manchen Währungen erhalten hat. Auch die Motive der Münzen wurden zunehmend feiner und so war man in der Lage, die jeweiligen Herrscher auch auf ihren Münzen abzubilden. Dies geschah allerdings erst nach der Zeit Alexanders des Großen. Die Römer verwendeten für Ihre Münzen gern auch das Material Bronze und neben den Bildnissen der jeweiligen Herrscher wurden auch Motive der Mythologie, Stadtansichten oder sogar Künstler und Gelehrte auf den Münzen abgebildet. Silberprägungen gab es bei den Römern kaum.

Natürlich war das Prägen von Münzen nicht jedermann erlaubt, so war es das Vorrecht einiger Städte in denen sich dann die Münzenhersteller niederließen und ihr Handwerk im Auftrag des Staates ausüben durften. 

Bis in die heutige Zeit hat sich die Verfahrenstechnik nur insoweit gewandelt, das anstelle des Hammers maschinelle Schlageinrichtungen verwendet werden. Aus dem Kunsthandwerk Münzenmacher wurde ein Graphikdesigner am PC, der die Stempel zeichnet und dann per CNC Technik ausfräsen lässt.

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