Vistonida-See - Feuchtbiotop an der Via Egnatia

Vistonida-See - Feuchtbiotop und Vogelparadies an der Via Egnatia

Wir waren auf dem Weg in die Türkei als uns das wahrhaft sonnige Wetter dazu veranlasste, die Autobahn Via Egnatia hinter Kavala zu verlassen um den Vistonida-See zu umrunden.

Da hier auch die Ruinen der antiken Stadt Abdera liegen, einer erstaunlicherweise von Klazomenai in der heutigen Türkei liegenden Stadt aus besiedelt wurde, könnte der See mit seinen Feuchtgebieten und den sich darin tummelnden Tierarten zusammen mit Abdera auch ein Ziel einer sich in Vorbereitung befindlichen Tour durch Griechenland werden.

Der Vistonida-See ist ein relativ flaches Gewässer zwischen Xanthi und Rodopi, das zusammen mit Porto Lagos, dem Ismaris-See und benachbarten Lagunen das größte griechische Feuchtgebiet, das unter den Schutz der Ramsar-Konvention gestellt ist, bildet. Der Vistonida-See entstand vor ca. fünf Millionen Jahren. Der Name wurde ihm nach den Bistonen, einem in der Antike hier lebendem thrakischen Stamm gegeben, die Rosse des Bistonen-Königs Diomedes sind den Historikern aus der Herakles-Sage bekannt.

Die Größe des Sees schwankt beträchtlich – abhängig von der Jahreszeit – um etwa 6 km². Die durchschnittliche Tiefe des Sees beträgt lediglich 2,5 m, die maximale Tiefe 3 m.

Eine Eigenart des Brackwasser-Sees sind die lokalen Unterschiede im Salzgehalt des Wassers. Im nördlichen Teil des Sees ist das Wasser wegen des Frischwasserzuflusses der drei Flüsse Kosynthos, Kompsatos und Travos süß, der südliche Teil des Sees ist dagegen wegen dreier Kanäle, die den See mit dem Meer verbinden, stark brackig.

300 der 422 in Griechenland vorkommenden Tierarten sind am Vistonida-See heimisch. Der ökologische Bestand des Gebietes ist allerdings durch die Jagd (obwohl in Teilen des Gebiets der Schusswaffengebrauch verboten ist) bedroht, ferner durch Besiedlung und den Tourismus, wobei alternativer Tourismus staatlich gefördert wird.

Der See stellt mit seinen Tamariskenufern, ausgedehnten Schilfdickichten und Marschgebieten eines der bedeutendsten Winterquartiere für Zugvögel aller Art dar, vor allem Blässrallen und verschiedenen Enten- und Gänsearten. Anderen dient er als Station auf dem Weiterflug. Als Brutvögel kommen Löffler, Rotschenkel, Säbelschnäbler und mehrere Seeschwalbenarten anzutreffen. Pelikane, Flamingos und der in Europa nur hier vorkommende Spornkiebitz gehören zu den zu besichtigenden Vogelarten, ferner die seltene Weißkopfruderente.

In den Uferwäldern und dem Buschwerk um den See und insbesondere im Mündungsdelta des Komsatos leben Wildkatzen, Schakale, Dachse, Wölfe und Rehwildarten. An seltenen und bedrohten Pflanzenarten kommen die Laichkraut-Art Dichtes Laichkraut, Wassernuss und die Strandroggen-Unterart vor.

Schon in der Antike schrieb Aristoteles, dass "die vielfältigsten Arten von Fischen in Vistonida-See gefunden werden." Wir haben den kleinen Umweg genossen und dabei noch einige Fotos gemacht, die auch Sie vielleicht verleiten können.

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