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Pelikane am Kerkini See in der Region Serres

  • Geschrieben von Portal Editor
Pelikane am Kerkini See in der Region Serres

Schon am Vistonida See hatten wir uns mit den dort anwesenden Wasservögeln beschäftigt, was sich jetzt während der Umrundung des Kerkini Sees noch einmal vertiefte.

Neben den großen Gruppen der Graugänse waren uns erneut die Pelikane aufgefallen, die auf dem See fischten.

Zwar ist heute keine Pelikanart ernsthaft in ihrem Bestand mehr bedroht, doch ist die Anzahl der Pelikane in den letzten Jahren beträchtlich zurückgegangen. Als ein Beispiel soll an dieser Stelle der Krauskopfpelikan erwähnt werden, der noch in der Römischen Antike in den Mündungen von Rhein und Elbe brütete. Im Donaudelta gab es noch Mitte des 19. Jahrhunderts etwa eine Million Paare; 1909 war diese Zahl auf 200 zusammengeschrumpft und ist bis heute noch weiter auf 100 Paare gesunken.

Bei Fischern stehen Pelikane oft im Ruf, als Konkurrenten die Fischereierträge erheblich zu schmälern. Obwohl die von Pelikanen gefangenen Fische oft keinerlei wirtschaftliche Bedeutung haben, sind die Behauptungen nicht ganz haltlos: In Griechenland erbeuten Krauskopfpelikane in einer Brutsaison etwa 13 bis 18 Tonnen Fisch, zumeist Flussaale; dies entspricht etwa 10 % der von Fischern erbeuteten Aalmenge. Der Fischmangel einiger Seen liegt aber eher in Überfischung und der Verschlechterung der Wasserqualität grundsätzlich begründet. Trotzdem werden Pelikane oft von Fischern getötet. In der Türkei haben Fischer im Jahr 1983 eine Pelikankolonie in einer konzertierten Aktion vollständig vernichtet: Die Vögel wurden getötet, die Eier zerstört und alle Nester nieder gebrannt.

Auf eine nachhaltigere Weise funktioniert das Zusammenleben zwischen Menschen und Graupelikanen in Dörfern des indischen Bundesstaats Karnataka. Hier brüten die Pelikane auf Dächern, vergleichbar mit den Weißstörchen in Mitteleuropa. Die Einwohner nutzen auch hier die Exkremente als Dünger und verkaufen überschüssige Mengen an benachbarte Dörfer. Die Pelikane werden daher nicht nur toleriert, sondern auch geschützt.

Hauptgrund für den Rückgang der Bestände sind die oben erwähnten Aktionen lokaler Fischer, die Trockenlegung oder Vergiftung von Gewässern und die Überfischung der Nahrungsgründe. Zwei Arten werden von der IUCN heute im Status gefährdet geführt: der Krauskopfpelikan und der Graupelikan. Der Rosapelikan ist in Europa zwar ebenso wie der Krauskopfpelikan lokal gefährdet, global aber wegen der Bestände in Afrika nicht bedroht.

Als Symbol für Jesus Christus sind Pelikane auch oftmals Teil der christlichen Ikonographie. Nach dem Physiologus, einem frühchristlichen Tierkompendium, öffnet sich der Pelikan mit dem Schnabel die eigene Brust, lässt sein Blut auf seine toten Jungen tropfen und holt sie so wieder ins Leben zurück. Dies wurde allegorisch in Bezug zum Opfertod Jesu Christi gesetzt, wodurch der Pelikan zu einem in der christlichen Ikonographie häufig verwendeten Motiv wurde. Als Symbol für Christus und die Eucharistie findet er sich oft auch auf Vasa sacra wie dem Kelch, dem Ziborium, an Altären und Tabernakeln.

Die Grundlage für diese Vorstellung liefert möglicherweise die Tatsache, dass sich die Jungen des Pelikans ihr Futter tief aus dem Kehlsack der Eltern holen, was den Eindruck erweckt, sie würden sich an deren Brustfleisch nähren. Außerdem färbt sich beim Krauskopfpelikan während der Brutzeit der Kehlsack rot und erinnert an eine blutige Wunde.

Im Winter ertragen manche Arten auch extreme Kälte, brauchen aber eisfreie Gewässer zum Fischen. Die meisten Arten der Pelikane bevorzugen Süßwasser. Da sie als Nahrung große Mengen an Fisch benötigen, sind sie auf großen Seen oder in Flussdeltas zu finden, und da sie nicht tief tauchen, ist eine geringe Wassertiefe Voraussetzung. Das auffälligste Merkmal der Pelikane ist der 25 bis 47 cm lange Schnabel. Der bei fast allen Ruderfüßern vorhandene Kehlsack ist bei ihnen extrem vergrößert und mit dem Unterschnabel verbunden, von dem er als außerordentlich dehnbarer Hautsack herabhängt. Dieser Kehlsack, dessen Fassungsvermögen bei den größten Arten bis zu 13 Liter betragen kann, wird beim Fischfang als Kescher eingesetzt; er wird vom langen, leicht abwärts gebogenen Oberschnabel dicht verschlossen.

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