Menu

alaturka

Eichenmoos & Elchgeweih - Gewächse am Jablanica

  • Geschrieben von Portal Editor
Eichenmoos Elchgeweihflechte - kuriose Gewächse am Jablanica

Ein kurzer Zwischenstopp an einer kleinen Kapelle bzw. an den sie umgebenden Bäumen am Weg hinauf auf den Höhenzug des Jablanica Gebirgszuges entlang der Grenze zwischen Albanien und Mazedonien hatte unsere Aufmerksamkeit hinsichtlich auffallenden Bewuchses erzielt.

Natürlich sind uns Moose und Flechten an Bäumen auch aus anderen Ländern bekannt, in dieser Vielzahl und Dichte, das war uns allerdings neu. So war eine gezielte Recherche in der Folge angesagt, die dann besonders hinsichtlich der Verwendung der Moose und Flechten überraschte.

In Abhängigkeit zur Baumart konnten wir zwei unterschiedliche Flechten erkennen, sind allerdings nicht fachlich versiert genug, das es nicht weitere Arten vor Ort gegeben hat. Besonders auffällig war zunächst eine Flechte, die fast strauchförmig auf den Bäumen wächst.

Pseudevernia furfuracea - auch Baummoos oder Elchgeweihflechte genannt

b_450_450_16777215_00_images_leben_flora_flechten-2.jpgAllein der Name ist schon leicht irreführend, da es sich nicht um ein Moos sondern um eine Flechte handelt. Die Form dieses Baumflechte kann strauchig, bärtig oder nahezu blättrig sein. Die wie Bänder aussehenden Auswüchse dieser Flechte sind grau oder blaugrau. Sie sind oberseits mit korallenartigen Stiftchen besetzt. Die Unterseite ist, solange die Pflanze jung ist,  weiß oder rosa, im Alter bläulich oder schwarz.

Diese Art der Baumflechte ist in kühlen, gemäßigten und subtropischen Klimaten weltweit verbreitet. In Europa kommt sie von den Gebirgen Südeuropas bis Mittelskandinavien vor. Sie wächst auf der Rinde von Nadelbäumen und an Laubbäumen mit saurer Borke (vor allem an Birke). In Fichtenwäldern Mitteleuropas dominiert sie oft gemeinsam mit der Blasenflechte (Hypogymnia physodes).

Andere Namen sind auch Baummoos, Kleien- oder Strauchflechte, woher auch das lateinische Wort furfuraceus = kleienförmig für das Artepitheton stammt, der einzigen Art dieser Gattung in Europa.

Das Baummoos, besser die Elchgeweihflechte, wird wie das Eichenmoos (Evernia prunastri) in der Parfumindustrie als „mousse des arbres“ genutzt. Es gilt als stark allergen.

Evernia prunastri ist eine Flechtenart aus der Gattung Evernia

b_450_450_16777215_00_images_leben_flora_flechten-1.jpgDie Flechtenart Evernia prunastri ist auch als Eichenmoos bekannt. Evernia prunastri wächst ebenfalls strauchförmig auf Bäumen. Die gelbgrüne Flechte wird bis zu 10 cm groß. Sie besteht aus bis zu fünf Millimeter breiten strauchig verzweigten Bändern mit heller Unterseite. An den Rändern brechen diese staubig auf (Sorale). Apothecien mit glänzend brauner Scheibe werden selten gebildet.

In Europa ist sie vom nördlichen Fennoskandien bis in den Mittelmeerraum bis zur Waldgrenze häufig auf saurer Rinde von Laub- und Nadelbäumen, besonders Eichen (Quercus), anzutreffen. An windoffenen Standorten kann sie die Flanken der Baumstämme mit einem dichten Flechtenteppich überziehen. Sie ist eine der häufigsten Strauchflechten und fehlt lediglich in stark luftbelasteten Gegenden und an lufttrockenen Standorten. Die Art der Flechte gilt in Deutschland als gefährdet.

Eichenmoos ist ein Basis-Duftstoff der Parfümerie und gehört zum Grundakkord Bergamott-Labdanum-Eichenmoos, der die Parfümgattung Chypre definiert. Er wirkt in seltenen Fällen allergisch; sein Gebrauch wurde durch EU-Bestimmungen stark eingeschränkt, was zur Reformulierung und Verschlechterung der Rezepturen vieler Parfüm-Klassiker führte. In Südfrankreich wird die Art in großen Mengen gesammelt, um in einem aufwendigen Destillierverfahren so genanntes "mousse de chêne" oder "mousse odorante" zu gewinnen.

Bitte lesen Sie auch:

Herbstliche Wanderung entlang des Jablanica Höhenzugs
Misteln - Sandelholzgewächse & mythologischer Hintergrund

Deutschland

Kultur

Leben | Outdoor

Aktuell sind 351 Gäste und keine Mitglieder online