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Nicht nur schön anzusehen - Granatäpfel im Garten

  • Geschrieben von Portal Editor
Nicht nur schön anzusehen - Granatäpfel im Garten

Langsam reifen sie heran, so wird ihr Rot kräftiger, der Geruch intensiver bis die ersten Früchte fallen - die Granatäpfel, die fast unkultiviert an den Wegen wachsen und in der Sonne leuchten.

Der Granatapfel ist ein Symbol für Leben und Fruchtbarkeit, aber auch für Macht, Blut und Tod. In der christlichen Symbolsprache kann der Granatapfel für die Kirche als Ekklesia stehen, als Gemeinschaft der Gläubigen. Er symbolisiert auch das Enthaltensein der Schöpfung in Gottes Hand bzw. Vorsehung.

Bereits im antiken Griechenland wurden Granatäpfel den Gottheiten der Unterwelt, Hades und Persephone zugeschrieben. Der Unterweltgott Hades entführte Persephone und nahm sie mit in die Unterwelt. Göttervater Zeus beschloss, das Mädchen dürfe zurück zu ihrer Mutter Demeter, wenn sie in der Unterwelt nichts gegessen habe. Kurz vor ihrer Rückkehr drückte Hades ihr sechs Granatapfelkerne in den Mund. Da sie nun doch etwas in der Unterwelt gegessen hatte, musste sie ein Drittel des Jahres in der Unterwelt mit Hades regieren und durfte die anderen zwei Drittel mit ihrer Mutter Demeter verbringen.

Auch in der Bibel spielt der Granatpfel eine wichtige Rolle

b_450_450_16777215_00_images_leben_flora_granatapfel-1.jpgDer Granatapfel wird mehrfach im Tanach bzw. Alten Testament erwähnt. Er gilt als eine der bedeutsamen sieben Früchte, mit denen das Gelobte Land Israel gesegnet war. Granatäpfel waren laut der Schilderung in 2 Mos 28,33 Teil des Efods des Hohepriesters, dessen Anfertigung Gott den Israeliten befohlen haben soll. Die abschließenden Knäufe der beiden erzernen Säulen Jachin und Boas vor dem Salomonischen Tempel wurden von zwei Reihen Granatäpfeln geschmückt. König Saul verweilte unter einem Granatapfelbaum. Im Hohelied Salomos wird das Wort Granatapfel mehrere Male verwendet, um die Schönheit einer Frau zu untermalen. Schließlich wird der Granatapfelbaum noch bei den Propheten Joel beschrieben.

So auch im Koran - in der 6. und 2. Sure

b_450_450_16777215_00_images_leben_flora_granatapfel-2.jpgDie Granatapfelfrucht wird auch im Koran erwähnt. Das Vieh (6. Sure), 99: „Und Er ist es, der Wasser nieder sendet aus der Wolke, damit bringen wir alle Arten Wachstum hervor; mit diesem bringen Wir dann Grünes hervor, daraus Wir gereihtes Korn sprießen lassen, und aus der Dattelpalme, aus ihren Blütendolden, (sprießen) nieder hängende Datteltrauben, und Gärten mit Trauben, und die Olive und den Granatapfel - einander ähnlich und unähnlich. Betrachtet ihre Frucht, wenn sie Früchte tragen, und ihr Reifen. Wahrlich, hierin sind Zeichen für Leute, die glauben.“

Das Vieh (6. Sure), 141: „Er ist es, der Gärten wachsen lässt, mit Rebspalieren und ohne Rebspaliere, und die Dattelpalme und Getreidefelder, deren Früchte von verschiedener Art sind, und die Olive und den Granatapfel, einander ähnlich und unähnlich. Esset von ihren Früchten, wenn sie Frucht tragen, doch gebet Ihm die Gebühr davon am Tage der Ernte und überschreitet die Grenzen nicht. Wahrlich, Er liebt die Maßlosen nicht.“

Der Aufenthaltsort der Rechtgläubigen nach ihrem Tode ist ein Garten, „durcheilt von Bächen“ (Sure 2, 25), in denen zahlreiche Früchte wachsen. An Pflanzen werden Palmen, Rebstöcke (2, 266; 17, 91; 36, 34) und Granatäpfel (55, 68) erwähnt. „In beiden werden Früchte sein, und Datteln und Granatäpfel.“

Die Behandlung von Krankheiten mit Hilfe der Granatäpfel

b_450_450_16777215_00_images_leben_flora_granatapfel-4.jpgHistorisch wurden Granatäpfel zur Behandlung verschiedener Krankheiten genutzt, beispielsweise zur Behandlung von Durchfall und Geschwüren. Die Wurzel, die Rinde und die gekochte Schale wurden bis ins Mittelalter als Anthelminthikum gegen Bandwürmer eingesetzt. In der Unani-Medizin werden Granatäpfel zur Behandlung von Diabetes mellitus - der Zuckerkrankheit verwendet.

 Da nicht nur die Frucht selbst, sondern auch andere Teile des Baumes reich an sekundären Pflanzenstoffen mit möglicher therapeutischer Bedeutung sind, ist die Pflanze in den letzten Jahrzehnten zunehmend in den Fokus wissenschaftlichen Interesses gerückt. So untersuchten zahlreiche Studien eine mögliche positive Wirkung des Granatapfelsaftes bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Arthritis.

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