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An der Grenze zu Albanien - das Kloster Sveti Naum

  • Geschrieben von Portal Editor
das Kloster Sveti Naum

Von Ohrid kommend waren wir der Uferstraße entlang des Ohridsees gefolgt, hatten hier und dort einen kleinen Zwischenstopp eingelegt, der uns u.a. auch zum "Museum auf dem Wasser", einer prähistorisch rekonstruierten Pfahlbausiedlung, geführt hatte.

Kurz vor den Anlagen des komplexen Klosterparks, das im Übrigen nur wenige hundert Meter vor der Grenze zu Albanien liegt, hatten wir das Auto geparkt und waren unmittelbar von einem Bootsführer angesprochen worden, der eine Fahrt über den See zum Kloster anbot. Eine gute Gelegenheit zum Fotografieren, so unsere Gedanken, womit schnell auch ein wirklich akzeptabler Preis ausgehandelt war. So ging es wenig später im schwankenden Boot dem Kloster entgegen.

Das Kloster Sveti Naum wurde um 895 vom Heiligen Naum mit der Unterstützung der bulgarischen Zaren Boris I. und Simeon I. gegründet. Nach dem Tod des Heiligen am 23. Dezember 910 wurde ihm das Kloster gewidmet und entsprechend umbenannt, Naum selbst liegt im Kloster begraben. Der Heilige Naum, auch Naum Ohridski oder Naum Preslawski genannt, war ein Schüler der Heiligen Kyrill und Method und wie diese an der Schaffung der altkirchlich-slawischen Schriftsprache beteiligt. Zusammen mit dem Heiligen Kliment von Ohrid gehörte er zu jenen Mönchen, die Methodius bei seiner Mission im Großmährischen Reich unterstützten:

„...Der ehrenwürdige und große Vater Naum wuchs in Moesien auf, und gemäß der Erziehung, die ihm seine adligen Eltern angedeihen ließen, hielt er Adel und Reichtum und all das für Spreu und schloss sich dem apostelgleichen Konstantin dem Philosophen und seinem Bruder Method an, die umherwanderten und das moesische und dalmatinische Volk lehrten, folgte ihnen überallhin, sogar bis zum alten Rom...“

1870 zerstörte ein Feuer das Kloster fast vollständig, nur die Klosterkirche blieb verschont. Die heutige Anlage wurde in der darauf folgenden Jahren errichtet. Nach der Eroberung der Region während des Balkankrieges von 1912 durch Serbien wurde in der Nähe des Klosters eine Residenz des serbischen Königs und die Kirche des heiligen Ivan Vladimir gebaut. Von 1913 bis 1925 gehörte das Kloster zu Albanien. Ahmet Zogu, der sich mit jugoslawischer Hilfe im Dezember 1924 in Tirana an die Macht putschen konnte, trat es zum Dank für die Unterstützung an das Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen ab. Das Kloster ist heute zusammen mit der Stadt Ohrid, dem Ohridsee und dessen Umgebung eine Stätte des UNESCO-Weltkulturerbes. Es gehört aufgrund seiner historischen Bedeutung und sehenswerten Lage zu den beliebtesten Touristenzielen in Mazedonien, was durch mehr Sauberkeit und weniger Müllentsorgung in die Umwelt sicherlich noch mehr Zuspruch erhalten würde.

Wir waren bei der näheren Betrachtung der Gebäude vom Wasser aus zunächst etwas enttäuscht, denn die Kreuzkuppelkirche war von hohen, relativ neuen Gebäudeteilen fast komplett verdeckt. Nach dem Verlassen unseres Bootes ging es dann durch den Park, der übrigens eine prächtige Schar von Pfauen beherbergt, in den burgähnlichen Klosterbau mit seinem großen Innenhof hinein. Jetzt endlich lag die uralte Klosterkirche in ihrer ganzen Pracht vor uns.

Die Klosterkirche, eine typische dreischiffige Kreuzkuppelkirche, wird noch heute für sakrale Zwecke genutzt obwohl das Kloster selbst seine Dienste längst eingestellt hat. Das Innere der Kirche selbst ist prall gefühlt mit sehenswerten Fresken, die Szenen aus dem Leben Naums sowie anderer Slawenapostel darstellen. Links am Eingang zum Kloster ist der bulgarische Zar Boris I. als Stifter des Klosters abgebildet.

Übereinstimmend stellten wir nach dem Rundgang fest, das die Anreise von Ohrid sich zum alleinigen Besuch des Klosters als wenig lohnenswert bezeichnen lassen würde, wenn es nicht in unmittelbarer Umgebung noch weitere Attraktionen wie die Quellwasser des Ohridsees zu sehen gäbe, denen wir allerdings einen getrennten Artikel widmen werden. Wir verspüren nach unserem Rundgang ein stärker werdendes Hungergefühl und beschließen das Hotelrestaurant des Klosterbaus aufzusuchen. Wie fast überall in Mazedonien stimmt das Preis-Leistungsverhältnis absolut und wir genießen unser etwas verspätetes Mittagessen auf dem Restaurantbalkon mit herrlichem Blick über den Ohridsee.

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