Gleitschirmfliegen in der Türkei – ein Spaß für jedermann!
- Geschrieben von Portal Editor
Gleitschirmfliegen, dessen erste Versuche bereits in den 1940er Jahren unternommen wurden, hat bis heute zahlreiche Weiterentwicklungen erfahren;
dabei wurden viele strukturelle Verbesserungen vorgenommen, die sowohl die Flugdauer als auch die Sicherheit erhöhen. Die ersten Gleitschirme ähnelten noch den Fallschirmen für das Freifallspringen. Im Laufe der Zeit wandelten sie sich jedoch zu aerodynamischen Tragflächenstrukturen, bei denen die hohe Auftriebskraft an die Stelle der ursprünglichen reinen Widerstandsfunktion trat. Ab den 1980er Jahren nahm die Flügelstruktur der Gleitschirme jene Form an, die optimale Voraussetzungen für einen einfachen Start, eine geringe Sinkrate und eine gute Flugleistung bietet. In unserem Land erlangte der Gleitschirmsport Anfang der 1990er Jahre Bekanntheit, als ausländische Piloten den Berg Babadağ in der Region Ölüdeniz (Blaue Lagune) bei Fethiye für sich entdeckten; zunächst wurde der Sport vor allem in den Hochschulsportgruppen aktiv betrieben. Da es sich um das kostengünstigste aller Fluggeräte handelt und das Gleitschirmfliegen zu den Natursportarten zählt, wird es heute von einer großen Zahl von Menschen ausgeübt. Der Gleitschirmsport, der im Grunde weder besondere Vorkenntnisse noch großen körperlichen Kraftaufwand erfordert, ist nach einer standardisierten Ausbildung sehr einfach zu erlernen und bereitet viel Freude. Gleitschirmkurse werden vom Türkischen Luftsportverband (THK), von Hochschulsportgruppen sowie von privaten Flugschulen und Vereinen angeboten.
Gleitschirmfliegen – Einige der Fluggebiete
Ölüdeniz – Babadağ
Lage: Der Berg Babadağ – gelegen im Verwaltungsgebiet von Fethiye in der Provinz Muğla – befindet sich 7 Kilometer landeinwärts von der Küstenlinie entfernt. Er erhebt sich unmittelbar hinter dem Strand von Ölüdeniz (Blaue Lagune) und ist exakt nach Süden ausgerichtet. Die Startplätze sind über eine 45-minütige Fahrt von Ölüdeniz aus zu erreichen; die Zufahrtsstraße ist geschottert, aber weitgehend gut befahrbar.
Flugsaison: Sichere Flüge können im Zeitraum von April bis Oktober durchgeführt werden.
Regionale Besonderheiten: Ölüdeniz, der erste Ort in der Türkei, an dem das Gleitschirmfliegen etabliert wurde, genießt weltweite Berühmtheit. Seine einzigartige Natur, die Sonne und das Meer verzaubern jedes Jahr Tausende von in- und ausländischen Touristen; zudem bietet die Region ideale Voraussetzungen für sämtliche Arten von Outdoor-Aktivitäten. In diesem gut ausgebauten touristischen Zentrum gibt es keinerlei Engpässe bei Transport, Unterkunft oder Verpflegung. Auch Yachtausflüge erfreuen sich in dieser Gegend großer Beliebtheit. Der Berg Baba ist sowohl im Sommer als auch im Winter ein beliebtes Ziel zum Trekking und Campen.
Startbahnen: Am Berg Baba gibt es insgesamt drei Startbahnen. Die auf 1700 Metern Höhe gelegene südliche Startbahn eignet sich hervorragend für den Start. Die nördliche Startbahn auf 1800 Metern Höhe ist etwas kleiner und steiler. Der Startbereich der nördlichen Gipfelbahn auf 1900 Metern Höhe bietet hingegen sehr komfortable Bedingungen. Da die Startbahn auf 1700 Metern Höhe den Südwind an den meisten Stunden des Tages direkt von vorne empfängt, erfolgen die Starts in der Regel von hier aus. Auf dieser sehr breiten Startbahn können gleichzeitig etwa 20 Gleitschirme ausgelegt werden.
Landeplatz: Der Strand von Belcekiz an der Küste von Ölüdeniz dient als Landeplatz; er ist dank seiner Breite eine lange, sehr komfortable und sichere Landebahn.
Meteorologische Besonderheiten: Während der Sommersaison ist das Wetter stabil. Gelegentlich weht in den Morgenstunden ein Nordwind, sodass die Starts von den nördlichen Bahnen aus in Richtung des Tals erfolgen. Die südliche Startbahn ist an den meisten Stunden des Tages einem Südwind mit einer Stärke von 5 bis 20 km/h ausgesetzt.
Zu beachtende Punkte: Insbesondere zu Beginn und am Ende der Saison in den Übergangsmonaten kann das Wetter rasch umschlagen und der Startbereich von Wolken verhüllt werden. Auf der südlichen Startbahn kann bis zur Mittagszeit ein Westwind, der vom westlichen Ausläufer des Berges herüberweht, einen scheinbaren Südwind erzeugen und so zu Fehleinschätzungen führen.
Denizli – Pamukkale
Lage: Pamukkale liegt am Fuße des Berges Çökelen, 21 km von Denizli entfernt. Da es sich um eine touristisch erschlossene Region handelt, stehen für die Anreise dorthin alle gängigen Verkehrsmittel zur Verfügung.
Flugsaison: Dank des milden Klimas sind Flüge hier zu jeder Jahreszeit möglich.
Regionale Vorzüge: Als uraltes Siedlungsgebiet zählt Pamukkale zu den bedeutendsten Tourismuszentren unseres Landes. Tausende Besucher strömen jedes Jahr hierher, um die antiken Ruinen sowie die durch Kalkablagerungen des Thermalwassers entstandenen Travertinterrassen zu bestaunen.
Gleitschirmfliegen - Es gibt zwei Hügel für den Start:
Trainingshügel
Meteorologische Merkmale: Nach Sonnenaufgang weht der Wind aus südwestlicher Richtung deutlich spürbar, aber sanft – bis in die Mittagsstunden hinein. Der Wind, dessen Geschwindigkeit in den Mittagsstunden zunimmt, dreht im Tagesverlauf nach Westen und flaut bei Sonnenuntergang fast vollständig ab.
Startplatz: Da der 70 Meter hohe Hügel relativ niedrig ist, wird er bevorzugt für Flüge von Anfängern genutzt. Aufgrund des wärmenden Einflusses des Grundwassers in der gesamten Region bleiben die sonst üblichen, plötzlichen Windwechsel hier aus. Dank der beständigen Winde sind das ganze Jahr über sichere Flüge möglich.
Landeplatz: Flüge, die am Hang beginnen, enden in der Ebene der Region. Die Landepunkte sind äußerst sicher, da sie keinerlei Hindernisse aufweisen.
Zu beachtende Punkte: Es ist Vorsicht geboten hinsichtlich möglicher Turbulenzen, die in den Mittagsstunden – insbesondere in den Monaten mit der intensivsten Sommerhitze durch den auffrischenden Wind entstehen können.
Dynamitlager
Meteorologische Merkmale: Der Hügel, der von Westwinden dominiert wird, eignet sich besonders gut für Flüge in den Morgenstunden. Starke thermische Aufwinde, die gegen Mittag einsetzen, ermöglichen erfahrenen Piloten ausgedehnte Flüge.
Startplatz: Der Startplatz benannt nach einem ehemaligen Dynamitlager auf dem Gipfel – liegt auf einer Höhe von 300 Metern. Der Hang bietet eine großzügige Fläche, die einen gleichzeitigen Start zweier Gleitschirme problemlos ermöglicht, und liegt an einem Punkt, von dem aus man die gesamte Schönheit von Pamukkale überblicken kann.
Landeplatz: Zwar ist eine Landung in dem Bereich am Ende der Flugbahn möglich, doch bietet sich alternativ auch eine sichere Landung auf dem Hubschrauberlandeplatz am Eingang zu den Travertinterrassen an.
Zu beachtende Punkte: Turbulenzen, die in den Mittagsstunden der Sommermonate auftreten, erfordern während des Fluges ein Höchstmaß an Kontrolle und Aufmerksamkeit. Bei starkem Wind können am Ende des Startplatzes Turbulenzen auftreten. Seitenwind kann unmittelbar nach dem Abheben zu einem asymmetrischen Einklappen des Gleitschirms führen. Zudem erfordert der steile Abfall des Geländes am Ende des Hügels einen sehr zügigen Anlauf, um einen erfolgreichen Start zu gewährleisten.
Ankara – Gölbaşı
Lage: Die Region Gölbaşı liegt 27 km vom Stadtzentrum Ankaras entfernt und ist von dort aus bequem zu erreichen.
Regionale Merkmale: Dank der unmittelbaren Nähe zu Ankara können alle Angebote und Möglichkeiten der Großstadt genutzt werden. Es handelt sich um die Region, in der die Luftsportvereine der Ankarer Universitäten ihre Gleitschirmflug-Ausbildung durchführen. Gölbaşı ist zudem ein beliebtes Ausflugsziel, das die Aufmerksamkeit der Einwohner Ankaras auf sich zieht, die am Wochenende dem städtischen Trubel entfliehen möchten.
Startplatz: Der Übungshügel, der einer weiten Ebene zugewandt ist, eignet sich aufgrund seiner optimalen Höhe und der Tatsache, dass er Winden aus allen Richtungen ausgesetzt ist, hervorragend für das Hangflugtraining.
Bolu – Abant
Lage: Das Abant-Gebirge liegt 34 km südlich des Stadtzentrums von Bolu. Die 25 km lange, asphaltierte Straße zum Abant-See dient als Zufahrt. Die Anreise nach Bolu – das an der Autobahn Ankara–Istanbul liegt – ist sehr unkompliziert. Um den Abant-See zu erreichen, kann man Minibusse nutzen, die vom Stadtzentrum aus verkehren.
Regionale Besonderheiten: Die Stadt Bolu, umgeben von dichten Wäldern, bietet ideale Voraussetzungen für verschiedenste touristische Aktivitäten. Der Abant-See, dessen Umgebung durch eine üppige Vegetation besticht, ist im Sommer ein beliebter Ort für Picknicks und Erholungsurlaube, während er sich im Winter hervorragend für Wintersport eignet. Rund um den Abant-See stehen zahlreiche Übernachtungs- und Verpflegungsmöglichkeiten zur Verfügung.
Startplatz: Das Abant-Gebirge verfügt über mehrere Startplätze, die sich für das Hangfliegen eignen. In der Regel wird der Flugbetrieb auf den Hügeln rund um das Orencik-Plateau durchgeführt; diese liegen in der Nähe des Abant-Sees, sind weitläufig, eben und vollständig mit Gras bewachsen.
Isparta – Eğirdir
Lage: Eğirdir, das 60 km von Isparta entfernt liegt, ist sowohl über Straßen- als auch über Schienenwege erreichbar. Die lokalen Busunternehmen aus Isparta bedienen auch die Strecke über Eğirdir.
Regionale Besonderheiten: Eğirdir, das mit seinem See und der vorgelagerten Insel ideale Bedingungen für zahlreiche touristische Aktivitäten bietet, verfügt zudem über Hügel, die sich hervorragend für das Gleitschirmfliegen eignen. Der Luftsportverein der Süleyman-Demirel-Universität führt auf diesen Hügeln regelmäßig Trainingsflüge durch.
Kayseri
Lage: Der Ali-Berg (Ali Dağı) liegt auf dem Stadtgebiet von Kayseri, nur 15 Minuten vom Stadtzentrum entfernt. Die Auffahrt mit dem Auto ist möglich, erfordert jedoch eine vorsichtige Fahrweise. Alternativ kann man mit dem Bus bis zum Ali-Berg-Plateau fahren und von dort aus den Gipfel in einem etwa 45-minütigen Fußmarsch erreichen.
Regionale Besonderheiten: Kayseri, das als Tor zur weltberühmten Region Kappadokien gilt, empfängt jedes Jahr Tausende von Touristen. Dank seiner geografischen Beschaffenheit bietet Kayseri neben dem Gleitschirmfliegen auch ideale Voraussetzungen für weitere Formen des Sporttourismus, wie etwa Skifahren und Radfahren. Die Zivilluftfahrtbehörde VIHE organisiert Trainingsflüge zum Berg Ali.
Startbahnen: Es besteht ein Höhenunterschied von 600 bis 750 Metern; es stehen zwei Startbahnen zur Verfügung eine eignet sich für Südwind, die andere für Nordwind. Die steile und gleichmäßige Hangneigung bietet ideale Bedingungen für stundenlanges Gleitschirmfliegen; bei turbulenten Wetterlagen ist jedoch Vorsicht geboten.
Landeplätze: Vor dem Hang befinden sich gut zugängliche Landeflächen.
Eskişehir – İnönü
Im Bezirk İnönü, der 15 km westlich von Eskişehir liegt, befinden sich Einrichtungen der Türkischen Luftfahrtorganisation. Die nach Norden ausgerichteten Hänge des Gebiets bieten insbesondere durch die vorherrschenden Nordwinde in den Sommermonaten äußerst günstige Flugbedingungen. Hier werden die von der Türkischen Luftfahrtorganisation organisierten Kurse durchgeführt.
Antalya – Aksu
Ein Hügel im Bezirk Aksu bei Antalya dient dem Luftsportverein der Akdeniz-Universität als Übungshang. Wenn man an der Abzweigung „Aksu“ von der Straße Antalya–Alanya in Richtung der Ruinen von Perge abbiegt und der Straße – ohne in das eigentliche Ruinengelände einzufahren – noch etwa 10 bis 15 km folgt, erreicht man den 40 bis 50 Meter hohen Übungshügel. Während des Fluges ist auf den dort verlaufenden Bewässerungskanal zu achten.
Antalya – Kaş
Kaş ist ein nahezu perfekter Standort für das Gleitschirmfliegen, das hier jederzeit zwischen April und Oktober ausgeübt werden kann. Die Hügel hinter Kaş eignen sich aufgrund ihrer Größe und Lage sowie der daraus resultierenden Aufwinde – welche das Gleitschirmfliegen zugleich herausfordernd und äußerst vergnüglich machen – in einzigartiger Weise für diesen Sport.
Antalya – Alanya
Gute Windverhältnisse, eine fantastische Aussicht und die unmittelbare Nähe zum Meer machen Alanya zu einem der sichersten und landschaftlich reizvollsten Fluggebiete der Welt. Nach einer 15-minütigen Autofahrt hinauf zu den Gipfeln des Taurusgebirges bietet sich die Gelegenheit, im Alleinflug oder im Tandemflug mit dem Gleitschirm abzuheben und sanft am berühmten Kleopatra-Strand zu landen.
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