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Tour durch das Kelmend in die Cem-Schlucht

  • Geschrieben von Portal Editor
Tour durch das Kelmend in die Cem-Schlucht

Kelmend, so heißt der nördlichste Teil der  Albanischen Alpen, wird hauptsächlich durch zwei Täler gebildet: Das tief eingeschnittene Tal des Cem und das Tal von Vermosh im nördlichsten Zipfel Albaniens.

Im Südosten liegt das Massiv "Bjeshkët e Namuna", ein besonders großer wasser- und vegetationsloser Gebirgsblock des Karsts. Und genau in dieses Tal sollte es gemeinsam mit Linda und Franc gehen.

Wir fahren zunächst in Richtung "Han i Hotit", dem Grenzübergang zwischen Albanien und Montenegro, wo es unter der Eisenbahn hindurch geht und an den Häusern sowie der Kirche von "Han i Hotit«"vorbei. Schon von weitem ist das steinerne Kreuz hoch oben am Berg zu erkennen, das als Wegweiser dienen kann. Schnell steigt die Strasse auf fast 800 Meter an, wir stoppen unterwegs einige Male, denn man hat einen wundervollen Blick zurück zum Shkodrasee.

Beim Dorf Rrapsh eröffnet sich zunächst das breite Hochtal im Karstgebirge bis sich am anderen Ende abrupft das bis zu 600 Meter tiefe Tal des Cem anschließt. Der Ausblick, der sich dem Besucher hier eröffnet, ist mit Sicherheit eine der größten Attraktionen der Region. Weit unten die Cem-Schlucht mit ihren steilen Felswänden, rundherum die eindrückliche Bergwelt des Kelmend und dahinter noch ein paar Gipfel des nördlich angrenzenden Montenegro. Unbeschreiblich, dieser Blick ins Tal hinein, fast füllt man sich an den Grand Canyon versetzt. An einem Parkplatz, der mit Glasbodenbalkonen ausgestattet ist, hat man die schönsten Blicke hinein in die tiefe Schlucht – ein obligater Fotostopp. Allein die Ende der 60er Jahre erbaute und vor Kurzem neu asphaltierte Strasse windet sich in vielen Serpentinen den Abhang hinunter, fast an das Stilfser Joch in Italien erinnernd.

Tief unten im Tal schlängelt sich die Strasse weiter nach Nordosten ins Zentrum des Kelmend hinein, hinter den Gipfeln liegt bereits Montenegro. Wir folgen dem Tal flussaufwärts in Richtung Tamara, wo die Natur aktuell noch praktisch unberührt ist, der Bau der neuen Verbindungsstrasse verläuft überwiegend auf großer Höhe. Von Franc hören wir, dass sich vor einiger Zeit einige Rafting Freunde auf den Fluss gewagt haben und von Tamara aus den Fluss abwärts haben tragen lassen

Nach etlichen Serpentinen und kurvenreicher Strecke erreichen wir Tamara, dem Hauptort der Region, wo sich auch eine Touristeninformation befindet. Dies ist ein guter Anlaufpunkt, wenn man Informationen für Wanderungen oder auch einen Bergführer buchen kann. Das Dorf ist von mächtigen Felswänden umgeben, in den Höhen verstecken sich noch ein paar Höfe und abgelegene Weiler. Der Dorfplatz mit kurzer Dorfstrasse wurde vor wenigen Jahren neu aufgebaut, so gibt es neben verschiedenen Cafés auch einen kleinen Laden, wohl die letzte Möglichkeit, sich mit Vorräten einzudecken und ein guter Ort, um regionale Produkte zu kaufen. Uns wird Honig der Region angeboten, aber auch verschiedene Kräuter zum Aufbereiten von Tee. Natürlich fehlt auch der obligatorische Schafskäse nicht. Im Dorf selbst gibt es auch einfache Unterkunftsmöglichkeiten. Für die Stromversorgung sorgt ein kleines Wasserkraftwerk direkt hinter der Dorfstrasse. Wir werden in ein kleines Dorfrestaurant geführt, wo wir mit einer frisch gegrillten Bachforelle verwöhnt werden.

Eine Brücke mit sich anschließender Schotterpiste führt zu einigen Dorfhäusern, an denen auch der rot-weiß gekennzeichnete Wanderweg entlang führt. Hinter Tamara werden die Strassen zunehmend schlechter – am Abschnitt nach Lepusha wird aktuell gearbeitet. Für Fahrten über Tamara hinaus sollte man, falls der Regen die Passage nicht ganz unmöglich gemacht haben sollte, besser auf ein Allrad Fahrzeug umsteigen.

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