Sprung von der Steinernen Brücke in Regensburg

Steinernen Brücke in Regensburg

Als ob sie nicht schon nass genug waren, die Gruppe der Kanufahrer von der Donau, die wir beim Anlegen direkt an der wohl bekanntesten Würstchenbude Regensburgs beobachten konnten.

Nach bestimmt herrlicher Fahrt auf der Donau gab es zum Abschluss einen doch Mut erfordernden Sprung von der Steinernen Brücke, der sofort unzählige Zuschauer anlockte.

Auf unsere Frage nach dem warum, gab es nur ein kurzes Achselzucken und schon war der Springer in den Wogen der Donau entschwunden. Uns interessierte auch das äußerst wendig aussehende Kanu, dass wohl eine Mischung aus Kanadier und Kajak zu sein schien, eher etwas untypisch als es auf den ersten Blick einer Kanuklasse zuordnen zu können. Wollen wir doch in der Zukunft selbst einige Touren auf den Flüssen und Seen entlang unserer Tour unternehmen, zeigte sich dieser Bootstyp als leicht händelbar im Einsatz und dabei von geringem Gewicht zu sein, was hinsichtlich des Transports von großer Relevanz ist.

Im Gegensatz zu Ruderbooten, in denen man mit dem Rücken zur Fahrtrichtung sitzt, ist uns der Blick in Fahrtrichtung äußerst wichtig, wollen wir doch unsere Touren zum Fotografieren nutzen. Also sollte es ein Kanu sein, was wohl der Oberbegriff von Booten zum Paddeln ist, zu denen allerdings auch die Kajaks und Kanadier zählten, die in Blickrichtung bewegt werden. Weniger wichtig erschien uns zunächst, ob es sich um ein klassisches Kajak handeln sollte, das traditionell ein geschlossenes Deck hat oder um einen offenen Kanadier. Heute gibt es eine echte Zuordnung in nur jeweils eine Klasse kaum noch und da wir eher an Touren denn an Wildwasserfahrten mit enthaltenen Eskimorollen dachten, waren die sportlichen Aspekte der jeweiligen Klassen für uns eher nebensächlich.

Grundsätzlich heißt es auch, dass die Kanadier immer im Knien gefahren werden, eine Sitzposition, die zumindest auf Dauer auch nicht wirklich unser Ziel war. Ein "offenes Kajak" wäre also wohl das Zielboot für unsere Touren, im Handel oft mit Tourenkanadier beschrieben. Trotz des eher verwirrenden Namens sind diese Boote im Sitzen zu paddeln obwohl die kniende Position eine bessere Bootskontrolle, eine bessere Kraftübertragung und mehr Bewegungsfreiheit verspricht. Erfahrene Paddler bevorzugen deshalb die kniende Position, hocken sich dabei auf die Sitzvorderkante und schieben die Füße unter den Sitz. Aber auch das ist gewöhnungsbedürftig. Einige Bootshersteller tragen dem Rechnung, indem sie Sitze verwenden, die an der Vorderkante abgesenkt sind und so die kniende Position erleichtern.

b_450_450_16777215_00_images_outdoor_entspannung_regensburg_sprung_donau.jpgWoher genau diese Bootstypen überhaupt stammen ist bis heute unklar. Aufgrund bisheriger Funde datiert man den Ursprung des Kanus auf etwa 4.000 vor Christus, wovon es einige Funde gibt, so auch der Fund eines Kanus vom Euphrat. Die Inuit haben später diesen Bootstyp weiter entwickelt und auch die Indianer Nordamerikas mit ihren Rindenbooten haben an der Entwicklung mitgewirkt. Diese Boote gelten hinsichtlich ihrer Technik bis heute als Vorläufer moderner Kajaks, Kanadier und der so genannten Faltboote. Es wurde ein Gestell entwickelt, das außen mit Fell oder Tierhaut bespannt wurde. Auch Knochen sowie Birkenrinde oder Holz wurde zum Bau eingesetzt.

Technisch ordnet man heute die bauartbedingten geschlossenen Kajaks den Inuit zu, während die Kanadier den Indianern Nordamerikas zugeordnet werden. Auslegerkanus, die so genannten Waka´s und Pirogen sind eine Entwicklung der Südseebewohner, Drachenboote wurden in Asien entwickelt.

Aber nun noch kurz zurück zu den Brückenspringern, die mittlerweile alle ihre Kanus unterhalb der Steinernen Brücke abgelegt hatten und zwecks Sprung vom Geländer der Steinernen Brücke sich auf derselben versammelt hatten. Neben dem Neoprenanzug trugen alle Schutzhelme, was auf den eher sportlichen Umgang mit ihren Booten hinwies. Auch Schwimmwesten waren bei allen Springern vorhanden, eine zumindest professionell und an Sicherheitsaspekte denkende, gut ausgestattete Gruppe, so unser Eindruck, die auch das Springen ähnlich abhandeln würden. Und so wartete dann jeder Springer auch auf das Wiederauftauchen des Vorspringers, bevor er sich in die Fluten begab.

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