Abtei Oberschönenfeld und KUKI - Treffen in Augsburg

Abtei Oberschönenfeld und KUKI - Treffen in Augsburg

Der folgende Vormittag in Kutzenhausen verläuft ähnlich dem  Vorherigen mit ein wenig Recherche im Internet und einigen Telefonaten mit Freunden und Bekannten.

Gegen Mittag wird Georg uns erneut auf eine kurze Erkundungstour führen und am späten Nachmittag steht das Treffen mit dem Vorstand des KUKI in Augsburg an, dem sich noch ein kurzer Stadtbummel mit Besuch eines  Einkaufszentrums anschließen soll. Also ist auch dieser Tag wieder gut ausgefüllt.

Gegen Mittag fahren wir mit Georg durch landschaftlich reizvolle Natur aus Richtung Augsburg kommend auf der B 300 Richtung Memmingen, bis wir zur Abzweigung „Abtei Oberschönenfeld“ gelangen.

oberschoenenfeld 6Wann genau die Gründung der Abtei Oberschönenfeld erfolgte, ist bis heute nicht eindeutig belegt, denn urkundliche Eintragungen konnten bislang nicht gefunden werden. Aus der Tradition des Hauses wird berichtet,  das um das Jahr 1186 sich Frauen auf dem Gelände von Oberhofen versammelten, um in ihrer Zukunft ein religiöses Leben zu führen. Etwa um 1211 übersiedelten dann die sich „Beginen“ nennenden Frauen in das etwa 2 Kilometer nördlich gelegene Schönenfeld. Urkundlich erwähnt wird das an dieser Stelle später  errichtete Kloster erstmalig am 28. August 1248 durch Papst Innozenz IV, in der der Gemeinschaft der Frauen alle Privilegien zuerkennt werden, die der Zisterzienserorden vom apostolischen Stuhl erhalten hatte.

Heute ein weltoffenes Kloster, ist die Abtei Oberschönenfeld in der Region nicht nur aufgrund der religiösen Besinnungstage und der öffentlichen  nicht religiösen  Veranstaltungen von Konzerten und Feiern  sehr bekannt, sondern auch aufgrund des Naturkundemuseums des Landkreises Augsburg, das in einem Teil des Klosters untergebracht ist. Natürlich wollten wir uns auch die Kirche der Abtei in aller Ruhe ansehen, was aber aufgrund von Renovierungsarbeiten nicht möglich war.

Holzbackofen der Abtei Oberschönenfeld

oberschoenenfeld 5Ein weiteres Highlight der Anlage ist die Bäckerei, die  für das dort gebackene Sauerteigbrot im Holzofen weit über die Landesgrenzen als „Oberschönenfelder Holzofenbrot“  bekannt ist.  Seit Generationen schon werden in der Abtei Backwaren hergestellt, weshalb man sogar einen zweiten Holzofen eingerichtet hatte, so immens war die Nachfrage. Urkundlich erwähnt wird ein Holzbackofen der Abtei Oberschönenfeld zum ersten Mal im Jahr 1691. Im Jahr 1981 wurde dann ein Teil eines ehemaligen Kuhstalls so umgestaltet, das ein richtiger Bäckereibetrieb möglich wurde und somit die Abtei auch über eine zusätzliche Einnahmequelle verfügte. Heute ist neben dem Sauerteig Holzofenbrot vor allem das Sechskornbrot ein Renner, das meist nur gegen Vorbestellung zu erhalten ist. Der geräumige Verkaufsladen bietet allerdings nicht nur Backwaren sondern auch Brotaufstriche und weitere Spezialitäten, natürlich aus eigener Produktion.

Zum Abschluss unseres Besuchs suchen wir noch kurz den Kräutergarten der Abtei auf. Herrlich überschaubar sind hier eine Vielzahl heimischer und ausländischer Gartenkräuter mit Schautafeln versehen so gepflanzt, das sie allseitig betrachtet und, natürlich, fotografiert werden können. Allein die Vielfalt zeigt die breite Palette, die uns die Natur bietet. Ein toller Tipp für einen Kurzausflug. Wir werden bestimmt noch einmal vorbei schauen, wenn die Renovierungsarbeiten in der Kirche abgeschlossen sind.

Projektvorstellung „Verständigungs- und Kulturreise entlang Römischer Straßen“ beim Kuki Augsburg

oberschoenenfeld 3Nun wird es aber höchste  Zeit für unseren Termin in Augsburg, denn wir wollen, typisch Deutsch, natürlich pünktlich sein. Unser Treffpunkt ist eine szenebekannte  Altstadtkneipe im Zentrum von Augsburg, die natürlich am frühen Nachmittag noch relativ leer ist. Wenig später treffen auch Michael und Jürgen vom KUKI Augsburg  ein und so beginnt unser „Fachsimpeln“.

Nach zunächst kurzer Vorstellung der Projekte der KUKI Augsburg erfolgt von Seiten „alaturka“ zunächst die ausführliche Vorstellung des Projekts „Verständigungs- und Kulturreise entlang Römischer Straßen“ und in der Folge wird an Beispielen kurz  erläutert, welche Veranstaltungen bereits organisiert bzw. mitgestaltet wurden. Hier ergriff natürlich Georg sofort das Wort und berichtete ausführlich über seine Musikererfahrung auf dem Frauenfest in Izmir, zu dem Georgs Band „Backdoor Connection“ über das Goethe Institut und die StadtverwaltungIzmir durch Vermittlung von „alaturka“ erstmalig eingeladen worden war.

backdoor connectionEs folgten weitere Konzerte im Camlaralti Kolleg in Izmir und ein legendäres Konzert im Fußballstadion von Karaman in Zentral Anatolien, zu dem auch die bekannten türkischen Rapper Serin und Kodes geladen waren, die  mit Backdoor Connection einige  per Internet gemeinsam entwickelte und einstudierte Songs zur Freude der Zuschauer gemeinsam „performten“. Hier war die Idee des gegenseitigen Kulturaustausches entstanden, denn gerne möchte die beiden Rapper (neben vielen anderen Bands und Sängern) auch in Deutschland ihr Können zeigen, warum nicht auf einem der vielen Konzerttermine  mit Backdoor Connection gemeinsam oder im Rahmen der von KUKI organisierten Veranstaltungen.

Da zur Organisation solcher Aktivitäten natürlich Zeit und etwas „Papieraufwand“ betrieben werden muss, allein die türkischen Musiker bräuchten eine offizielle Einladung zur Beantragung eines Visums, wird gemeinsam über ein erstes Auftreten im Rahmen der Festivals von „Lechwood“ oder „Grenzenlos“ nachgedacht, die im Sommer 2013 stattfinden.

serin karatasBis zu diesen Terminen ist es zwar noch Zeit, allerdings wird es schon in Kürze die nächsten Treffen mit dem Vorstand von KUKI geben.

Zum Abschluss des Tages geht es dann noch ein wenig durch die Stadt, Shopping ist angesagt. Neben allerlei interessanten kleinen Geschäften, worunter sich auch ein höchst interessanter Second Hand Laden befand, sollte es heute in den Einkaufstempel von Augsburg gehen. Ok, auch diese Zeit kann man als nur mäßiger „Einkäufer“ überstehen und etliche der angebotenen Artikel waren ja auch wirklich interessant. Sowohl im  preislichen Hinsicht als auch in der Produktqualität. Viele Dinge sind mittlerweile in Deutschland wesentlich günstiger als in der Türkei.

Führungen Abtei Oberschönenfeld nach Absprache.
Anmeldungen unter 0 82 38 / 96 25 -0

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