Rostock – Ein Bummel durch die Innenstadt
Fast die gesamte Innenstadt von Rostock ist als reine Fußgängerzone äußerst besucherfreundlich gestaltet und erstreckt sich vom Kröpeliner Tor im Westen bis zum Neuen Markt im Osten der historischen Altstadt.
Neben zahlreichen Geschäften, Cafés und Restaurants befindet sich hier u.a. das historische Zentrum mit dem barock überformten Rathaus und weiteren prächtigen Giebelhäusern, der Universitätsplatz und der Brunnen der Lebensfreude: Im Volksmund oft „Pornobrunnen“ genannt, direkt vor dem Hauptgebäude der Universität Rostock. Die Lange Straße und die Breite Straße bilden die historischen Hauptachsen mit dem markanten Fünfgiebelhaus.
Backsteingotik auch in Rostock zu bewundern
Rostock verfügt über einen reichen Altbaubestand und einen relativ geschlossenen historischen Stadtkern. Besonders hervorzuheben sind Gebäude im Stil der Backsteingotik aus der Zeit der Hanse.
Das gilt auch für die größte Kirche ist St. Marien im Stadtzentrum, ein Hauptwerk der norddeutschen Backsteingotik, geprägt von einem mächtigen Westbau mit Turmmassiv.
Der Bau der dreischiffigen Basilika, die aber den Charakter eines Zentralbaus hat, begann um 1290 und war um die Mitte des 15. Jahrhunderts abgeschlossen St. Marien weist eine besonders reiche Ausstattung auf. Bekannt ist St.-Marien-Kirche auch für ihre berühmte astronomische Uhr und die gotische Architektur.
In der Östlichen Altstadt stehen die St.-Petri-Kirche am Alten Markt, deren Umgebung die Keimzelle Rostocks darstellt, sowie die frühgotische Nikolaikirche. Die Kirche des Klosters zum Heiligen Kreuz liegt im westlichen Stadtzentrum.
Außerhalb der Stadtmauern befinden sich die Heiligen-Geist-Kirche in der Kröpeliner-Tor-Vorstadt und die Kirche Warnemünde, die beide im neogotischen Stil des 19. und frühen 20. Jahrhunderts errichtet wurden.
Dem gotischen Rathaus aus dem 13. und 14. Jahrhundert wurde 1727 eine barocke Fassade vorgesetzt.
Beispiele prachtvoller gotischer Kaufmannshäuser sind das Hausbaumhaus, das Kerkhoffhaus, das Ratschow-Haus oder das Krahnstöverhaus in der Großen Wasserstraße.
Zahlreiche im Kern mittelalterliche Bürgerhäuser wurden später barock oder klassizistisch überformt, vor allem in repräsentativen Lagen wie am Neuen Markt, in der heutigen Kröpeliner Straße oder am heutigen Universitätsplatz, der früher einmal Hopfenmarkt hieß.
Stadtbefestigung mit Steintor, Kuhtor und Kröpeliner Tor
Von der Rostocker Stadtbefestigung sind heute noch drei mittelalterliche Stadttore aus Backstein (Steintor, Kuhtor, Kröpeliner Tor) und eines aus klassizistischer Zeit (Mönchentor), ein Wehrturm (Lagebuschturm), größere Teile der Stadtmauer auf einer Länge von insgesamt etwa 1300 Metern, teilweise mit Wieckhäusern, sowie Teile des Festungswalls erhalten.
Markante Bauten des 19. Jahrhunderts sind unter anderem das neugotische Ständehaus, das Hauptgebäude der Universität am Universitätsplatz im Stil der Neorenaissance.
Im frühen 20. Jahrhundert wurde die Stadt stark erweitert, dabei entstanden unter anderem ein Villenviertel in der Bahnhofsvorstadt (mit der Zeeckschen Villa als einem wegweisenden Bauwerk dieser Zeit) und das Arbeiterquartier Kröpeliner-Tor-Vorstadt.
Zu den zahlreichen Bauten aus der Zeit der Industrialisierung zählt der Wasserturm von 1903.
Mit der Langen Straße entstand in den 1950er Jahren eine repräsentative Magistrale im Stil des Sozialistischen Klassizismus unter Einbeziehung von Elementen der Backsteinarchitektur.
Größere Wohngebiete entstanden in den 1960er und 1970er Jahren im Süden und vor allem im Nordwesten der Stadt.
Weitere Plattenbaugebiete folgten in den 1980er Jahren im Nordosten Rostocks.
Fahrradverkehr in Rostock – auffällig starker Radbetrieb
Da wir selbst begeisterte Radler sind und möglichst viele Wege mit dem Rad erledigen, war auch der Besuch in Rostock dem Rad vorbehalten.
So hatten wir schon vernommen, das Rostock an zahlreiche nationale und internationale Radfernwege angeschlossen ist: unter anderem an den Ostseeküsten-Radweg (verläuft als EuroVelo Route 10 einmal um die Ostsee zu Städten wie Kiel, Stralsund und Danzig).
Rostock ist auch an den Radweg Berlin–Kopenhagen (u. a. über Güstrow und Gedser) und an den Iron Curtain Trail (verläuft durch 14 Länder entlang des ehemaligen Eisernen Vorhangs von Norwegen bis ans Schwarze Meer) angeschlossen.
Im Mai 2019 erfolgte am Südstadt-Campus der erste Spatenstich für ein insgesamt 28 Kilometer langes Radschnellwegenetz zwischen Hauptbahnhof und Warnemünde sowie von Evershagen nach Dierkow. Seit 2024 sind wesentliche Abschnitte verfügbar. Das erste Teilstück bis zur Erich-Schlesinger-Straße wurde ein Jahr später freigegeben.
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