alaturka

Schloss Heidecksburg in Rudolfstadt - Tagesausflug

Schloss Heidecksburg in Rudolfstadt - Ziel des Tagesausflugs

Unser Gastgeber, der Campingplatz "Unter dem Jenzig" hatte uns einige sehenswerte Zielorte in der Umgebung genannt, die wir auch gemeinsam mit unserem Freund Detlef, der uns von Halle kommend aufgesucht hatte, besichtigen wollten.

So hatten wir ja schon über unseren Rundgang durch Rudolfstadt berichtet, Höhepunkt sollte nun der Aufstieg zum Schloss  Rudolfstadt werden.

Das Schloss Heidecksburg ist das ehemalige Residenzschloss der Fürsten von Schwarzburg-Rudolstadt im thüringischen Rudolstadt und liegt, das Stadtbild beherrschend, rund 60 Meter über dem Altstadtkern mit seinem historischen Rathaus und dem Marktplatz. Heute sind im Schloss das Thüringer Landesmuseum Heidecksburg und das Thüringer Staatsarchiv Rudolstadt untergebracht.

Vorgängerbau des Schlosses Heidecksburg war eine Festung aus dem 13. Jahrhundert, die sich in etwa auf dem Gelände des heutigen Schlossgartens befand. Sie gehörte den Grafen von Orlamünde, wurde 1334 von den Grafen von Schwarzburg erworben und im Thüringischen Grafenkrieg im März 1345 zerstört. Von diesen Bauwerken sind keine sichtbaren Überreste mehr vorhanden. In der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts wurde ein Nachfolgebau errichtet, der sich etwa zwischen der heutigen Freilichtbühne und der Mitte des Schlossplatzes befand. Vermutlich stammt der heute in den Marstall integrierte Rundturm von diesem Bauwerk. 1573 brannte diese Burg zumindest teilweise aus und ein dreiflügeliges Renaissanceschloss wurde errichtet, das in seinen Ausmaßen und der Lage von Turm und Durchfahrt zur Stadt bereits weitgehend der heutigen Anlage entsprach.

1735 brannte auch dieses Schloss weitgehend aus. Lediglich das Wachgebäude, das Rippengewölbe im Erdgeschoss des Westflügels, das Portal am Nordflügel sowie große Teile des Südflügels (mit Toreinfahrt, Spiegelkabinett und einigen anderen Räumen) blieben verschont und wurden in das neue Bauwerk integriert. 1737 begannen die Bauarbeiten für den Wiederaufbau der neuen barocken Residenz, die dem Repräsentationsanspruch des 1710 in den Fürstenstand erhobenen Hauses Schwarzburg-Rudolstadt Rechnung tragen sollte.

Der große Schlosshof ist rund 150 Meter lang. Des Schlosses Südflügel beruht weitgehend auf der Bausubstanz des Vorgängerbaus. Der neue Hauptflügel wurde im Westen des Hofes errichtet. Sein Zentrum ist ein prunkvoller Festsaal, der heute noch zu besichtigen ist und für kulturelle Veranstaltungen, wie Schlosskonzerte, genutzt wird. Ihm ist von jeder Seite eine repräsentative Raumfolge zugeordnet. Der Nordflügel war als Verwaltungssitz für die fürstlichen Ministerien vorgesehen und wurde durch mehrere kleinere Wirtschaftsgebäude, unter anderem den Marstall, erweitert. Als letztes größeres Bauwerk dieser Phase wurde 1744 der 40 Meter hohe Schlossturm errichtet.

Die Einflüsse des Dresdner Spätbarocks zeigen sich vor allem an der von Knöffel entworfenen Fassade des Westflügels und an der Anordnung der Räume im Hauptflügel. Letztere zeigen mit ihrer Aufteilung in zwei Appartements aus Vorzimmer, Hauptzimmer, Kabinett mit Alkoven und Garderobe deutliche französische Einflüsse und waren auf die Bequemlichkeit für ihre Bewohner ausgerichtet. Allerdings gingen die Arbeiten nicht so schnell voran wie geplant.

Grund war vor allem die Arbeitsüberlastung Knöffels, der mit dem Anfertigen der Baupläne nicht nachkam. Deshalb wurde ihm 1743 die Bauleitung entzogen und an den Landesbaumeister des benachbarten Weimar, Gottfried Heinrich Krohne (1703–1756), übergeben. Unter ihm ging der Ausbau schneller voran. Zum Zeitpunkt seines Todes 1756 waren die Ausstattungsarbeiten zwar bei weitem nicht beendet, er hatte jedoch genaue Pläne dazu hinterlassen, so dass bis in die 1770er Jahre auf deren Grundlage gearbeitet wurde. Der endgültige Fertigstellungstermin wird auf einer Tafel mit 1786 angegeben. Allerdings wurde am Nordflügel und im Osten des Südflügels noch fast bis 1810 gearbeitet.

Das Schloss hob sich zumindest unter den Residenzen der zahlreichen thüringischen Kleinstaaten dieser Zeit durch seine große Prachtentfaltung hervor. Diese besteht vor allem aus Krohnes herausragender Dekoration des 12 Meter hohen Festsaals. Den ursprünglich strikt rechteckigen Saal Knöffels stattete Krohne mit wellenförmig geschwungenen Wänden, Ofennischen auf den Schmalseiten, abgerundeten Ecken mit Büfettnischen und Logen im oberen Teil aus.

In den 1950er Jahren wurde zunächst das Dach des Schlosses erneuert und 1956 die Decken im West- und Nordflügel gesichert. 1966 erhielt der Schlossturm ein neues Kupferdach. 1971 wurde das Spiegelkabinett im Südflügel restauriert, das noch aus dem Vorgängerschloss stammt. Seit 1994 wurden umfangreiche Sanierungsmaßnahmen durch die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten realisiert, die seit dieser Zeit Eigentümer des Schlosses ist. So wurde der Schlosshof neu gepflastert, die Galerieräume instand gesetzt, und im Südflügel wurden moderne Verwaltungsräume eingerichtet sowie in mehreren Teilabschnitten das Schlossdach erneuert.

Heute beherbergt das Schloss das Thüringer Landesmuseum Heidecksburg und das Thüringer Staatsarchiv Rudolstadt. Darüber hinaus ist es Sitz der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten. Die Prunkräume können in Führungen besichtigt und z. T. (Festsaal, Grüner Saal, Porzellangalerie, Schlosshof, mittlere Terrasse) auch für Veranstaltungen angemietet werden.

Allein der Ausblick hinaus auf das Saaletal lohnt den Aufstieg, zumal es einige alternative Pfade gibt, so das die Tour hinauf in das Schloss in den Stadtrundgang integriert werden kann, sieht man von der Schlossbesichtigung ab.

Bitte lesen Sie auch:

Rudolfstadt - mehr als nur Schloss Heidecksburg

Wanderung von Kahla hinauf zur Leuchtenburg (Seitenrhoda)

Deutschland

Kultur

Leben | Outdoor

Aktuell sind 372 Gäste und keine Mitglieder online