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Der Naturphilosoph Demokrit aus Abdera

  • Geschrieben von Website Editor
Der Naturphilosoph Demokrit aus Abdera

Bereits in der Antike gab es große soziale Unterschiede zwischen reichen und armen Bürgern. Demokrit von Abdera konnte sich glücklich schätzen, zu den Söhnen reicher Eltern zu zählen, zu gern gab Demokrit bereits in jungen Jahren sehr viel Geld für das Reisen in entfernten Ländern aus.

In seinen Aufzeichnungen behauptete er später gar, von allen Menschen seiner Zeit die meisten fremden Länder kennen gelernt zu haben. Reisen bildet, so auch seine These, weshalb er sich auch zu den gebildetsten Männern unter allen Lebenden seiner Zeitepoche zählte.

Demokrit, der lachende Philosoph

Vermutlich 460 oder 459 vor Christus in Abdera geboren, war Demokrit zunächst einer der bedeutenden Schüler des Leukipp und wie dieser, lebte und lehrte auch er später als Vorsokratiker und großer Naturphilosoph in Abdera, einer ionischen Kolonie in Thrakien. Abdera galt in der Antike als Schildbürgerstadt, wir haben schon über die Zusammenhänge berichtet, weshalb Demokrit wohl auch zu seinem Ruf als der „lachende“ Philosoph kam, der das Leben bejahte und in seinen Thesen darauf zielte, das die menschliche Seele durch die Theorie des Wesens der Dinge eine heitere und gelassene Stimmung erlangen sollte und nicht fortwährend von Furcht oder bloßer Hoffnung geleitet werden sollte. Er bezeichnete diese Stimmung mit „Wohlgemutheit“ oder „Euthymia“, die seiner Auffassung entsprechend zum höchsten Gut auf Erden zu zählen sei. Sowohl Demokrit als auch Leukipp hatten großen Einfluss auf Platon und Aristoteles, die umfassend die Lehren der beiden Gelehrten aus Abdera studierten.

Auch wenn heute nur wenige Fragmente der eigentlichen Schriften Demokrits erhalten sind, so lassen die erhalten gebliebenen Schriftenverzeichnisse doch erkennen, das Demokrit ein allumfassendes Wissen ansammeln konnte, zu dem sogar die Kriegskunst, die Physik und die Chemie zu zählen sind: „Die Frage nach der Bewegung aber, woher und wo sie an die Dinge kommt, haben auch sie, ganz ähnlich wie die anderen, ohne sich über sie den Kopf zu zerbrechen, beiseite liegen lassen.“

Demokrit: Nur scheinbar hat ein Ding eine Farbe,...

Demokrit behauptet, vergleichbar seines Lehrers Leukipp, dass die gesamte Natur aus kleinsten, unteilbaren Teilchen oder Einheiten, den Atomen besteht. Nach einem Dokument von Galen aus dem 2. Jahrhundert ist Demokrits zentrale Aussage dazu die Folgende: „Nur scheinbar hat ein Ding eine Farbe, nur scheinbar ist es süß oder bitter; in Wirklichkeit gibt es nur Atome im leeren Raum.“

Seinen Vorstellungen entsprechend sollte jedes dieser Atome fest und massiv, aber nicht gleich sein. Es gäbe unendlich viele Atome: runde, glatte, unregelmäßige und krumme. Wenn diese sich einander näherten, zusammenfielen oder miteinander verflochten, dann erschienen die einen als Wasser, andere als Feuer, als Pflanze oder als Mensch. Seiner Meinung nach lassen sich auch Sinneswahrnehmung und Seelenexistenz auf atomistische Prinzipien zurückführen, indem die Seele aus Seelenatomen bestehe. Stirbt ein Mensch, streuen diese Seelenatome aus und können sich einer neuen Seele anschließen, die sich gerade bildet. Alles, was sich im Weltall bewege, gründe auf Zufall und Notwendigkeit. Diese Lehre ist ein konsequenter und atomistischer Materialismus.

Zusammenstoßende Atome führen zu Seitenbewegungen

Weder bei den Atomen noch bei deren Eigenschaften, ebenso wenig wie bei deren Bewegung, darf man nach einer Ursache fragen. Sie sind sämtlich ewig. Doch liegt es in der Natur der Schwere, dass die größeren (also auch schwereren) Atome eine raschere Bewegung – und zwar nach unten – annahmen. Dadurch werden die kleineren (und folglich leichteren) verdrängt und nach oben getrieben. Durch die zusammenstoßenden Atome entstehen Seitenbewegungen und dadurch wiederum ein sich allmählich immer weiter ausbreitender Wirbel, der die Weltbildung herbeiführte.

Wie sich beim Worfeln des Getreides von selbst Spreu zur Spreu und Korn zum Korn findet, so musste durch die wirbelnde Bewegung durch Naturnotwendigkeit das Leichtere zum Leichten, das Schwerere zum Schweren gelangen und durch dauernde Verflechtung der Atome der Grund zur Bildung größerer Atomen Aggregate (Körper) und ganzer Körperwelten gelegt werden. Einer der auf diesem Wege gewordenen Körper ist die ursprünglich wie alles übrige in Bewegung befindlich gewesene, allmählich zur Ruhe gelangte Erde, aus deren feuchtem Zustand die organischen Wesen hervorgegangen sind.
Demokrit soll in dieser seiner Art der Weltbetrachtung fast 100 Jahre alt geworden sein. Vermutlich verstarb er im Jahr 400 oder 380 vor Christus. Ob alle bekannten Aussagen und Schriften dabei allein auf eigenen Erkenntnissen basieren oder von seinem, gewöhnlich mit ihm zugleich genannten, aber noch weniger bekannten Landsmann Leukippos entnommen waren, lässt sich auf Grund fehlender Nachweise nicht eindeutig belegen.

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