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Girne / Kyrenia - malerische Hafenbucht erwartet Sie!

  • Geschrieben von Website Editor
Girne - ein malerischer Hafen erwartet Sie!

Einer der absoluten Höhepunkte der Region Zypern ist wohl unumstritten der bildhübsche Hafen von Girne / Kyrenia, der für seinen geschichtlichen Hintergrund aber vor allem aufgrund seiner fast perfekten Form weit über die Grenzen des Landes hinaus bekannt ist und sich dabei auch noch faszinierend vor dem beeindruckendem Hintergrund der Besparmak Berge (Fünf Finger Gebirge) präsentiert.

Sie werden mit Vergnügen die venezianische Burganlage entdecken und den Spaziergang durch die fast mittelalterlichen Strassen mit seinen steinernen, alten Geschäftshäusern genießen; heute ein Labyrinth von faszinierender Kleinhandwerkskunst in verwinkelten Gassen.

Die Stadt bietet unumstritten all die Höhepunkt der Aktivitäten auf Nord Zypern und ist aus diesem Grund bei Besuchern und Einheimischen so beliebt: die schnelle und umtriebige Neuzeit kombiniert mit einem fantastischen Arrangement von Restaurants am Wasser, Straßencafes, Bars und kleinen Geschäften, die Ruhe und Gelassenheit ausstrahlen. Auch das Bandabulya, eine Ansammlung kleiner Geschäfte, Saftbars und Cafes sollte man besuchen. Nicht zu vergessen auch die Museen, hier vor allem das Museum für Volkskunst.

Frische lokale Küche

Der Hafen ist das zu Hause für eine Vielzahl von kleinen Fischerbooten. Sie werden schnell den „mund wässrig machenden“ Geruch frischen und sofort zubereitenden Fischs im gesamten Hafenbereich feststellen. Aber auch die anderen angebotenen Köstlichkeiten wie gegrilltes Fleisch und Kebab aus der traditionellen Küche kombiniert mit den köstlichen lokalen Früchten, Gemüse, Gewürzen und Zutaten laden zum Verweilen ein.Golf in Nord Zypern

Auch der sportliche Besucher Nord Zyperns kommt jetzt voll auf seine Kosten, vor allem wenn es um Wandern und sonstige Outdooraktivitäten geht. So wurde im letzten Jahr das Korineum eröffnet, der erste professionelle 18-Loch Golfplatz auf Nord Zypern, mit all den dazugehörigen Angeboten vom Luxushotel bis zu einer Vielzahl kleiner Boutiquen. 

Kyrenia mit Herrn Weisenberg

Mit Rucksack und Kamerakoffer machen wir uns auf zur Hauptstraße nach Girne. Karlheinz weiß, wie man ein vorbeifahrendes Dolmus-Sammel-Taxi zum Stehen bringt. Eines bleibt sofort auf einen Wink hin stehen - faszinierend! Wir sitzen dann auf zwei ganz niedrigen weißen Plastikschemeln, kaum 20 cm hoch, weil alle anderen Sitzplätze schon besetzt sind. Wir sind tatsächlich im Orient. Jetzt sieht und riecht man es. Die Tapezierungen der Sitze sind bis zu den Federn zerrissen. Der Staub und die 12 Personen machen die Luft eng. Mit 0,75 TL pro Person, das ist ein halber Euro, sind wir schnell in Girne. Viele solcher Dolmus-Sammeltaxis stehen auf einem Platz, der in einen osmanischen Friedhof übergeht.

Diesen osmanischen Friedhof mit ein paar Steingräbern und einem kleinen Kuppelbau nehmen wir uns nun vor. Er ist wirklich nicht bedeutungsvoll, aber die Konstruktion der Kuppel war gut zu studieren und verdiente ein Foto.

Der Hafen zieht uns mehr an. Es strömen auch genug Leute in seine Richtung. Karlheinz hört plötzlich Griechisch. Ein alter Mann plagt sich mit Stock die breite Stiege herauf und kommt mit Leuten ins Gespräch. Ein vernagelter Kirchenbau an der rechten Seite zieht unsere Aufmerksamkeit auf sich. Gegenüber ein großes und nobles, leeres Gebäude mit verwahrlostem Garten. Jetzt ahnen wir es: Das Haus hat einst einem reichen Griechen gehört und die griechisch-orthodoxe Kirche gegenüber haben die Türken verfallen lassen. 30 Jahre sind eine lange Zeit. Am Ende der Stiege, hinunter zum Hafen, öffnet sich ein Häuserkranz wie man ihn auch von schönen Mittelm Sonnenschutzdächer der Restaurants. Davor der Flaniersteig mit den Souvenierläden in alten hohen Häusern, die leicht renoviert erscheinen.

Sonnenschutzdächer der Restaurants. Davor der Flaniersteig mit den Souvenierläden in alten hohen Häusern, die leicht renoviert erscheinen. Manch Holzbalkon hatte vor seiner Renovierung vielleicht schöner ausgesehen. Eine Kaimauer erstreckt sich hufeisenförmig und schützend um den kleinen Hafen. Über die durchaus hohe Mauer peitscht weißer Gischt. Man muss damit rechnen, nass zu werden, wenn man diese Kaimauer bis ans Ende verfolgen will. Doch der Weg lohnt sich, denn von hier aus sieht man den ganzen Hafen und die Wehrmauern der riesigen Zitadelle. Ich habe sie schnell skizziert, später auch eine Moschee unweit der Stiege unterhalb des noblen Hauses.


Auf dem Rückweg von der Hafenmauer sehen wir eine überaus weiß leuchtende Kirche mit schlankem, hohen Turm. Sie war dem Erzengel Michael geweiht und ist nun, wie uns ein Nordzypern-Führer zu lesen vorgibt, ein Ikonenmuseum - derzeit wegen Bauarbeiten gesperrt. Offene griechisch-römische Grabkammern im Sandstein des Geländes neben der Kirche zeigen an, dass die Gasse, von der aus man sie sieht, einst ein Bachlauf war.

Dann erreichen wir den Zitadelleneingang, so wie einst die Ritter über eine Brücke. Diese ist nun aber keine Zugbrücke mehr. 7,oo TL Eintritt pro Person. Am Preis von ca. 4,5 € können wir ermessen, dass da wahrscheinlich doch etwas geboten wird. Wir kommen zuerst auf den stadtnahen NW-Turm. Von hier ist die Aussicht beachtlich. Unter uns die runde Hafenöffnung mit den vielen Booten und mit dem sie schützenden Wellenbrecher in Richtung Meer. Dann queren wir den großen Burghof und sehen uns das Schiffswrack- Museum an. Ca. 300 v.Chr. soll das Schiff vor der zyprischen Küste, von Piraten gekapert, gesunken sein soll.

Man hat die Reste des Schiffsrumpfes und Teile der Beladung in den 60-er Jahren gehoben und hier ausgestellt. Salzfässer, Amphoren und viele Tongefäße kann man bewundern. Dass das Schiff mit einer angenagelten Bleiverkleidung versehen war, verwunderte uns sehr. Neben dem Schiffwracks-Museum gibt es ein archäologisches Museum mit einem neolithischem Haus und Fundstücken aus der östlichen Umgebung von Girne. Dass die Burg auch einst ein Gefängnis war, wo Folterungen üblich waren, berührt jeden Besucher wohl sehr, denn es werden solche Folterszenen - vor allem das Rädern - an fast lebensgroßen Puppen dargestellt. Allerdings kommt die katholische Kirche dabei sehr schlecht weg, denn man sieht, dass diese Folterungen im Auftrag und Beisein von kirchlichen Würdenträgern, vielleicht Bischöfen, stattfinden. Auch Hass und Rache werden an den Eingekerkerten, die in tiefen Verliesen umkommen sollten, demonstriert. Die Geschichte von einer schwangeren Nebenbuhlerin, die im Verlies nicht umkommen wollte, berührt wohl sehr. Aber man bedenke, dass damit gemeint ist, dass die frühen christlichen Bewohner der Insel von den nun hier lebenden Türken nur Verachtung verdienen.

Im Nordost-Turm sieht man Fahnen und Soldaten der ehemaligen Besitzer der Burg. Sie kommen alle schlecht weg, wie wirken wie Karikaturen. Im Südost-Turm sieht man Szenen aus dem Leben der Wachmannschaften.

Der Rundgang entlang der Burgkrone, ca. 100 x100 m, lässt uns die Ausmaße dieser Burg so richtig gewahr werden. Die Bastionen zur Verteidigung sind mächtig und scheinen kaum bezwingbar. Die Geschichte der Kreuzzüge macht dieses Erfordernis verständlich. Der Rückzug der Kreuzritter auf die Insel war nicht ohne Beute erfolgt und hier mussten sie sich schützen.

Im Innenhof gibt es ein kleines Cafe mit schattenspendenden Bäumen. Es ist sehr heiß. Hier genießen wir eine Limonade. Gleich daneben kann man über einen Stiegenabgang in eine Zisterne schauen. Sie enthält sogar Wasser, wohl aber kein Trinkwasser mehr. Zum Schluss entdecken wir noch im Eingangsbereich der Zitadelle den Eingang in die ehemalige Georgskapelle, eine schön gestaltete byzantinische Kirche, die an die Burgmauer angeschmiegt ist. Sie ist völlig leer. Einige tönerne Sarkophage sieht man gegenüber. Kein Hinweis ist zu finden, dass diese Tröge bei den Begräbnissitten wesentliche Funktionen hatten. Sie waren gleichsam Römertöpfe, in denen der Leichnam in der Sonne mumifiziert werden sollte.

Nach der ausgiebigen Besichtigungstour in der Zitadelle kommen wir noch einmal auf die Hafenpromenade und staunen, dass die Preise in den Restaurants und Läden in zypriotischen Pfund, also der südzyprischen, griechischen Währung ausgeschrieben sind. Wir sehen das als Zeichen, dass die Südzyprioten als Geldlieferanten willkommen sind.

Dann gehen wir hinauf zum Dolmus-Sammeltaxi-Platz. Bis das erste Taxi in Richtung Lapta voll ist, vergeht einige Zeit. Es tut trotz der noch hohen Tagestemperatur ganz gut, mit anderen Menschen in einem so kleinen Fahrzeugzu sitzen und damit Berührungsängste abbauen zu können. Wir wollen ja Nordzypern nicht aus der Distanz erleben.

Wir bedanken uns für diesen Reisebericht bei Herrn Weisenberg!

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Reiseführer Zypern / Ralph Raymond Braun

Die in eine tür­ki­sche Nord- und eine grie­chi­sche Süd­hälf­te ge­teil­te Insel liegt geo­gra­phisch, eth­nisch und po­li­tisch an der Schwel­le zwi­schen Ori­ent und Ok­zi­dent. Mit ihren viel­fäl­ti­gen Land­schafts­for­ma­tio­nen wie dem zer­klüf­te­ten Hü­gel­land, den Traum­strän­den im Wes­ten oder den rei­chen Wald­be­stän­den im Tródos-Mas­siv ist sie ein Do­ra­do für Na­tur­lieb­ha­ber und Ak­tiv­ur­lau­ber.

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