Schloss Bladenhorst – Wasserschloss heute privat genutzt
- Geschrieben von Portal Editor
Schloss Bladenhorst - Wiedermal ein wundervoller Tag, der zum Wandern oder zumindest nach draußen animierte und so hatten wir beschlossen, dem Schloss Bladenhorst einen Besuch abzustatten.
Schloss Bladenhorst als Ritterburg
Das Schloss Bladenhorst liegt im gleichnamigen Vorort von Castrop-Rauxel.
Seine erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1266 als Ritterburg derer von Blarnhurst, woraus sich der heutige Name Bladenhorst entwickelte.
Das dreiflügelige Schlossgebäude wird umgeben von einem Torhaus im Süden, einem Wehrturm im Südwesten, einem Taubenhäuschen im Südosten und dem wiederentstandenen Graftenhaus im Norden (hier vor Ort findet häufig auch der lokale Begriff „Gräften“ Verwendung).
Alle diese Gebäudeteile befinden sich innerhalb der komplett erhaltenen Gräfte und bilden somit ein typisch westfälisches Wasserschloss.
Das Schlossgelände ist heute Bestandteil des Landschaftsparks Bladenhorst und war ursprünglich im Stil eines englischen Landschaftsgartens angelegt worden.
Nach den „Rittern“ von Düngelen bildeten die Edelherren von Viermundt die Regentschaft im Schloss, die ab etwa 1530 durch bauliche Anpassungen die Burg zur heutigen Schlossanlage umwandelten.
Von 1624 bis 1881 waren die adligen Herren von Romberg für die Geschicke auf Bladenhorst verantwortlich.
Als letztes Adelsgeschlecht wohnten dort die Freiherrn von Weichs zur Wenne, bis dann die Klöckner-Werke das Schloss im Jahr 1926 kauften.
Schloss Bladenhorst – heute eine private Wohnanlage
Mit unserem Eintreffen am Schloss Bladenhorst gab es zunächst eine gewisse Enttäuschung, denn die Schlossanlage ist heute vollständig für den Tages-Besucherverkehr gesperrt, da ein Großteil der Anlage von privaten Mietern zu Wohnzwecken genutzt wird. 1996 hatte ein privater Investor das Objekt gekauft und bis zum Konkurs im Jahre 2002 umfangreiche Renovierungs- und Restaurationsarbeiten durchführen lassen.
Nach einigen Jahren des Stillstandes unter der Zwangsverwaltung wurde das Schloss 2006 versteigert. Ein neuer Käufer übernahm dann im Jahr 2007 das geschichtsträchtige westfälische Wasserschloss mit dem mächtigen Torhaus und wird die Restaurierungsarbeiten fortsetzen und in den nächsten Jahren vollenden.
Für den an der Historie des Wasserschlosses interessierten Leser sei das folgende Buch erwähnt:
Im August 2009 ist das Buch "Schloss Bladenhorst - Wo sich Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft begegnen" von Wolfram Schmidt in einer Neuauflage (25 x 21 cm; 104 Seiten) erschienen, das im örtlichen Buchhandel erworben werden kann.
Weiterhin sei erwähnt, dass während des Jahres und in Abhängigkeit zur Saison Lesungen und Ausstellung im Schloss stattfinden.
Eine Möglichkeit, die Räumlichkeiten zumindest teilweise zu betreten. Hier geht´s zu den Veranstaltungen!
Schauerlesung & Musik
Buchpremiere mit Pia Lüddecke & Ernest: Das Duo präsentiert den neuen Schauerroman „Das Ende der Nacht“ als atmosphärische Hörspiellesung mit Livemusik.
Sa., 3. Okt. 2026 19:00 Uhr Einlass
Weiter geht’s zum Rhein-Herne -Kanal
Trotz der Enttäuschung, den Schlossgarten nicht betreten zu können, machten wir uns auf den Weg zum nahegelegenen Rhein-Herne-Kanal, um unseren Spaziergang entlang des Naturschutzgebiet Pöppinghauser Wald direkt im Anschluss an den Kanal fortzusetzen.
Der Bau des Kanals dauerte vom 5. April 1906 bis zum 17. Juli 1914, also acht Jahre und kostete rund 60 Millionen Mark des damaligen Deutschen Kaiserreichs. Für den Bau wurden weitgehend die geomorphologischen Gegebenheiten des Emschertals genutzt.
Teilweise, insbesondere in Herne und Gelsenkirchen, wurde der Kanal im vormaligen Flussbett der Emscher angelegt, deren Verlauf sich durch die vorhergehende Begradigung leicht nach Norden verlagert hatte.
Bitte lesen Sie auch: