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Xanten – per Fahrrad zur Römer-Lippe-Route

Die Römer und Xanten – per Fahrrad zur Römer-Lippe-Route

Das riesige Areal außerhalb der Stadt Xanten, dass wir auf unseren Rädern nach Verlassen des Stadttores zunächst passieren, zeugt von der römischen Vergangenheit, allen voran der Archäologische Park Xanten (APX) und das Amphitheater in Birten.

Der APX, wie der Park von den Einheimischen genannt wird, ist die teilweise Rekonstruktion des im Jahr 275 zerstörten und als Tricensimae wiedererrichteten römischen Stützpunkts Colonia Ulpia Traiana, große Teile davon liegen allerdings bislang in dem weitläufigen Gelände noch im Verborgenen. Andere Teile des APX sind die mittlerweile innerhalb des Parks gelegenen und mit einem Glas-Stahl-Bau versehenen Überreste der „Großen Thermen“ mit dem Römermuseum, in dem zumeist Funde aus der römischen Geschichte Xantens ausgestellt sind. Das Amphitheater in Birten stellt den einzig rekonstruierten Teil des Legionslagers Vetera dar. Wir radeln entlang des APX auf der alten, zum Radweg umfunktionierten Bahntrasse zu einem Teilstück der Römer-Lippe-Route.

Fernradweg Römer-Lippe-Route bis nach Xanten

b_450_450_16777215_00_images_deutschland_nordrhein-westfalen_xanten-radtour-3.jpgDie Römer-Lippe-Route ist ein insgesamt 479 km langer flussbegleitender Radfernweg in Nordrhein-Westfalen, der erst im April 2013 eröffnet wurde. Die Route führt vom Hermanns Denkmal bei Detmold entlang der Lippe (Lippia) bis nach Xanten am Niederrhein und versucht so, den Weg der an der Varusschlacht beteiligten römischen Legionen nachzuzeichnen (obgleich die Schlacht nach neuesten Erkenntnissen nicht bei Detmold stattgefunden hat). Hierin begründet sich auch die Bezeichnung Römer-Lippe-Route. Die "Römer-Lippe-Route" ist Nachfolger-Radwanderweg der Römerroute. Die insgesamt 479 km führen auf der 295 km langen Hauptroute sowie weitere 184 km auf 12 thematischen Wegeschleifen, die Themen wie Wassererlebnis und Römerkultur tiefergehend thematisieren. Aber auch der Aspekt Natur tritt allein schon bei den Impressionen unterwegs immer wieder in den Vordergrund: Eine Kastanie in voller Blüte mit roten und weißen Blüten an einem Stamm.

In weiten Teilen verläuft die Route entlang den Windungen des Flusses Lippe und einer ehemaligen Heeresstraße der Römer, die von 12 v. Chr. bis 16 n. Chr. zur Sicherung der Lippe als Schifffahrtsstraße und zur Eroberung des rechtsrheinischen Germanien dienen sollte. Ausgangspunkt oder Endpunkt, je nach Einstieg in die Route, ist das Hermanns Denkmal in Detmold. Weitere Römerlager entlang der Strecken, für den Interessenten römischer Geschichte, konnten in Bergkamen-Oberaden, in Olfen, in Haltern am See, in Holsterhausen, in Anreppen sowie das in der Provinz Germania inferior gelegene Legionslager Vetera bei Xanten nachgewiesen werden.

Wegeschleife Sonsbecker Höhen – Stauchmoränen erradeln

b_450_450_16777215_00_images_deutschland_nordrhein-westfalen_xanten-radtour-1.jpgEine der oben bereits angesprochenen Wegeschleifen beginnt am Endpunkt der Römer-Lippe-Route und führt unter anderem durch die Landschaft der Sonsbecker Schweiz, einem Höhenzug der ehemaligen Stauchmoräne aus einer der letzten Eiszeiten. Wir treffen unterwegs auf Stationen, die über die Siedlungsgeschichte der Colonia Ulpia Traiana Auskunft geben,nicht allein zur römischen Kulturgeschichte. Heute ist bekannt, dass die Wasserversorgung von Colonia Ulpia Traiana zum Teil aus Quellen der Sonsbecker Höhen gewonnen und über Wasserleitungen mit einer Strecke von rund 9 km bis zur antiken Stadt transportiert wurde.

Bereits während der Antike legten Römer auf dem Balberg in der Sonsbecker Schweiz einen Wachturm zur Sicherung der Heerstraße zwischen Vetera (nahe dem heutigen Xanten) und Blerick (Niederlande) an. Später wurde dieser zu einer Wehr- und Wohnburg der klevischen Grafen und Herzöge ausgebaut. Der 1417 errichtete Rundturm ist bis heute erhalten und trägt wohl aufgrund der Anlehnung an seine Vorgeschichte den Namen „Römerturm“.

Während der ersten Kilometer auf den von uns gewählten Routenabschnitten, zeigt sich die Römer-Lippe-Route als relativ flach und leicht zu radeln, das Routenprofil zeigt überhaupt ein relativ einfaches Höhenprofil. Nur auf den ersten Streckenkilometern zwischen dem Hermanns Denkmal und Bad Lippspringe sind bei der Überquerung des Teutoburger Waldes einige wenige Steigungen zu überwinden. Danach verläuft die Route durch die Auenlandschaften der Lippe weitestgehend flach.

Einige Anmerkungen zur Radroute Römer-Lippe

b_450_450_16777215_00_images_deutschland_nordrhein-westfalen_xanten-radtour-2.jpgDie Route ist in beiden Fahrtrichtungen ausgeschildert. Geringe Steigungen und leicht zu fahrende Wege machen die Route familienfreundlich; bedeutende Sehenswürdigkeiten, historische Ortskerne, Museen sowie Thermal- und Spaßbäder und andere Freizeiteinrichtungen am Wegrand machen die Route nicht nur landschaftlich interessant. Bei einer Bereisung der Gesamtstrecke wird empfohlen von Osten (Detmold) nach Westen (Xanten) zu fahren, da nach Überwindung des Teutoburger Waldes keine gravierenden Steigungen mehr auftreten. Die Route verläuft überwiegend auf separat geführten und autofreien Wegen, deren Oberfläche überwiegend asphaltiert oder mit wasserabweisendem Schotter belegt sind.

Ausgeschildert wird die Route durch einen weißen Helm auf Rot / Blauem Untergrund auf einem quadratischen Schild; der Helm steht für die Römer, während die Lippe durch einen stilisierten blauen Fluss dargestellt wird. Zudem sind die Wegeschleifen durch eigene Farben gekennzeichnet worden. So ist das Schild der "Wassererlebnis-Schleife" komplett in blau und das Schild "Römerkultur-Schleife" gänzlich in Rot. An Kreuzungspunkten mit anderen Routen befinden sich rot-weiße Pfeilwegweiser mit Kilometer- und Ortsangaben, sowie dem Piktogramm der "Römer-Lippe-Route".

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