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Ostern und der Osterhase – Mythologie um bemalte Eier

Ostern und der Osterhase – Mythologie um bemalte Eier

Dass der Osterhase die Eier verstecke, nannte Pastor Jean Richier „eine Fabel, die man Einfältigen und Kindern aufbindet“ (fabula, que simplicioribus et infantibus imponunt) und musste in der Folge aus Gründen religiöser Verfolgung seine Heimat Frankreich im 17ten Jahrhundert verlassen.

Er fand in Deutschland eine neue Heimat.

Viele Andere sahen den Grund für den kräftigen Aufschwung, den der Osterhasen-Glaube schließlich im 19. Jahrhundert nahm, in der industriellen Herstellung von billigem Rübenzucker, so auch die  Auffassung vieler in der Kulturwissenschaft, wodurch die Produktion von erschwinglichen Schokoladenhasen und -eiern erst möglich wurde.

Verbindung des Hasen mit dem bemalten Ei

b_450_450_16777215_00_images_geschichte_mythologie_ostern-2020-1.jpgDie Verbindung des christlichen Osterfestes mit dem Ei als Symbol ist für verschiedene europäische Länder spätestens aus dem Mittelalter bekannt, möglicherweise aber auch schonwesentlich früher anzusetzen. Es gibt daneben seit Ambrosius auch eine ältere Deutung des Hasen als Auferstehungssymbol. Die vielfältige christliche Hasensymbolik fand im Mittelalter in vielen Bildwerken ihren Ausdruck, siehe die Bedeutung des Hasen in der Kunst. Die Verbindung des Hasen mit dem österlichen Eierbrauch ist jedoch noch unklar, auch wenn die Fruchtbarkeit der Hasen für sich allein eine enge Verbindung zum Frühling hat. Folgende Hypothesen werden diesbezüglich gerne angeführt:

b_450_450_16777215_00_images_geschichte_mythologie_ostern-2020-2.jpgEinige frühe bemalte Ostereier zeigen das Dreihasenbild – eine Darstellung von drei Hasen mit lediglich drei Ohren insgesamt, bei denen aufgrund der „Doppelverwendung“ von Ohren dennoch jeder Hase zwei Ohren hat; dies ist heute ein bekanntes Symbol für die Dreieinigkeit (die ursprüngliche Bedeutung ist jedoch unklar). Eventuell könnte man von dieser Darstellung auf den Hasen als Eierlieferant gekommen sein.

An einer Stelle der Bibel, dem Ps 104,18 EU, wird in älteren Übersetzungen von „Hasen“ gesprochen. Grund dafür war die lateinische Übersetzung von Spr 30,26 EU, in der Hieronymus das hebräische „schafan“ (Klippschliefer) mit „lepusculus“ (Häschen) übersetzte. Seit der Spätantike wurde diese Stelle als Symbol für den schwachen Menschen (Hase) interpretiert, der seine Zuflucht im Felsen (Christus) sucht. Diese Auslegung begründete wahrscheinlich die Hasensymbolik in der christlichen Ikonographie.

Eindrücklich spiegelt der Sinnspruch auf diesem Osterei das Bilder der heutigen Gesellschaft in seiner Ich-Bezogenheit wieder. Ob die momentane Corona Pandemie daran etwas ändert?

Wir wünschen allen unseren Lesern trotz Krise und Einschränkung ein Frohes Osterfest

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