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Zitterpappel - Zum Tag des Waldes am 21. März

Zitterpappel - Zum Tag des Waldes am 21. März

Zitterpappel - Der Schutz von Wäldern, eine nachhaltige Waldnutzung und die sogenannte Wiederbewaldung – diese Ziele stehen im Mittelpunkt des Tags des Waldes am 21. März, der vor 55 Jahren von der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der...

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Thermen - Badehäuser der Antike

Thermen durch das Hypokaustum - Perge

Als aufmerksamer Besucher unseres alaturka portals ist Ihnen sicherlich aufgefallen, das dieser Begriff in fast allen antiken römischen Städten genannt wird.

Grund genug endlich einmal ein paar Begriffe der römischen Baukunst zu klären und zu erläutern. Vieles mag erstaunlich klingen und so ist es auch: Die „alten“ Römer verfügten bereits über Techniken und konnten Resorcen nutzen, mit denen wir uns heute noch schwer tun. So war es selbstverständlich das warmes Wasser aus der Natur nicht nur zum Baden sondern auch zum Heizen in Systemen genutzt wurden, die durchaus unseren heutigen Fußbodenheizungen entsprachen. Aber eins nach dem anderen:

Therme ( lateinisch thermae), ist der Begriff für die Badehäuser im römischen Reich. Die römischen Thermen entwickelten sich aus verschiedenen Vorläufern wie dem griechischen Bad (balaneion) und örtlich heimischen Schwitzkuren. Seit der Mitte des 2. Jahrhunderts v. Chr. ist der Bau von öffentlichen Bädern in Rom und damit auch in den zum römischen Reich gehörenden Provinzstädten bekannt und während des 1. Jahrhunderts n. Chr. erlangte das Baden in öffentlichen Bädern eine hohe Bedeutung als sozialer Mittelpunkt des Lebens und gehörte als Ritual fest zum Tagesablauf.

Die Thermen waren Orte der Kommunikation und des Zeitvertreibes: hier traf man sich, entspannte sich von der Hektik der Stadt und vom Stress des Tages. Thermen boten zahlreiche Dienstleistungen, wie etwa Massagen, Gymnastik, Maniküre und Schönheitspflege. Beheizt wurden die Thermen durch das Hypokaustum, ein unterirdisches Netz von Leitungen mit erhitzter Luft und heißem Wasser. Es gab in den römischen Städten zahlreiche private Thermen, die man gegen geringes Entgelt besuchen konnte, die aber meist nicht den Luxus der öffentlichen Thermen bieten konnten. Öffentliche Thermen waren weitaus prächtiger und großzügiger ausgestattet, so gab es Bibliotheken, Wandelgänge, Schwimmbäder und Sportanlagen. Die wohl berühmtesten aller römischen Thermen sind die Caracalla-Thermen, die – nach dem gleichnamigen römischen Kaiser benannt – mit üppigsten und prächtigsten Marmorplatten ausgekleidet waren und die Größe eines Palastes hatten. Für Frauen gab es oft ein eigenes Bad, mitunter auch getrennte Badezeiten in einer gemeinschaftlich genutzten Badeanlage.

Erste von den Aquädukten versorgte einfache öffentliche Badehäuser nach hellenistischem Vorbild existierten bereits um 400 v. Chr. Die älteste, heute bekannte römische Badeanlage ist ein Sitzwannenbad in den Stabianer Thermen in Pompeji aus dem 3. Jahrhundert. Hypokausten und Reihenbäder mit einer festen Raumfolge sind ab dem 2. vorchristlichen Jahrhundert bezeugt.

Trajan ließ 104–109 an der Stelle von Neros Domus Aurea direkt neben der Subura von seinem Architekten Apollodor von Damaskus monumentale Thermen mit einer Grundfläche von etwa 340 × 300 m errichten. Erstmalig enthielten die Trajans Thermen neben offenen Sportplätzen (palaestra) überdachte Sporthallen, sogenannte Basiliken, die symmetrisch rechts und links von den in einer Achse ausgerichteten eigentlichen Baderäumen angeordnet waren und vermutlich mit der Abwärme geheizt wurden.

In den folgenden Jahrhunderten wurden die Thermen immer weiter ausgebaut und verbessert. Die 212 – 216 erbauten Caracalla-Thermen und die Diokletiansthermen (erbaut 298 – 306) zeigen noch heute, zu welcher Monumentalität die römischen Badetempel anwuchsen.

Die Bedeutung des Badens als Bestandteil des Lebens eines Römers wird auch anhand der vielen Bäder, die in neuen Provinzen entstanden, deutlich. Nimmt man die Nordwestprovinzen als Beispiel, so zeigt sich, dass bald nach der Eroberung durch die Römer nahezu überall Thermen entstanden. Eingeführt wurden diese Badesitte und die dazugehörigen Bauten von den Römern, die auf diese Annehmlichkeit nicht lange verzichten wollten und auch in ihren Militärlagern Thermen oder zumindest kleine balnea anlegten. Ihre schnelle Verbreitung in der Provinz, auch an Orten, die nicht ausschließlich von Römern bewohnt waren, zeigt jedoch die baldige Übernahme der Sitte durch die einheimische Bevölkerung. So waren die Bewohner der Provinz Bithynia et Pontus von dem Einsatz des Statthalters Plinius für den Bau neuer Bäder sehr angetan, wie Plinius’ Briefwechsel mit Trajan belegt.

Mit der Völkerwanderung begann der Zerfall der römischen Badekultur. Die neuen Bewohner der ehemals römischen Provinzen konnten mit der komplizierten Technik der Wasserversorgung und Heizung nicht umgehen und nutzten die Thermen als Steinbrüche. In Rom beendete die Zerstörung der Aquädukte bei der Belagerung durch die Goten 536 die große Zeit der Badekultur, nachdem schon die strenge Moral des Christentums zu deren Niedergang geführt hatte. Im Byzantinischen Reich dagegen blieb die Tradition bestehen und wurde später von den islamischen Eroberern fortgeführt.

Die Thermen hatten stets die gleiche Raumfolge, die schon bei den hellenistischen Reihenbädern existiert:

Im apodyterium, dem Umkleideraum, entkleidete man sich und verstaute seine Kleidung in den in die Wand eingelassenen, abschließbaren Nischen oder gab sie seinem Sklaven oder dem Capsarius zur Aufbewahrung. Während man in Griechenland nackt Sport trieb und badete, trugen in Rom zumindest die Frauen eine Art Bikini.

Die Temperatur in den einzelnen Räumen entsprach vermutlich der in den türkischen Hamam, wie auch der Ablauf der Badeprozedur ähnlich beschreiben wird.

Als erstes betrat man das caldarium, den durch Hypokausten und Wandheizungen geheizten, meist nach Süden hin gelegenen Heißbaderaum mit Heißwasserbecken. Die Bodentemperatur konnte dort leicht über 50 °C betragen, weshalb man im Bad Holzschuhe trug. Im caldarium gab es meist Apsiden, in denen sich die mit 40 °C heißem Wasser gefüllten Wannenbäder befanden. Während man den Ausblick durch die großen Fenster genoss, konnte man sich von einem Sklaven mit warmen Güssen überschütten lassen.

Darauf folgte das ebenfalls durch Hypokausten beheizte tepidarium mit milder Hitze. Das tepidarium enthielt meist kein Becken. Es isolierte die geheizten Räume von den kalten und erleichterte die Anpassung.

Anschließend kühlte man sich im frigidarium, dem Kaltbaderaum, ab und sprang dort in das Kaltwasserbecken. Das frigidarium war der größte Raum der Thermen und daher vermutlich der Hauptaufenthaltsraum. In den Caracalla-Thermen befanden sich dort 1600 Marmorsessel, auf denen sitzend man sich mit kaltem Wasser begießen lassen konnte. Hier befanden sich auch kleine Becken (piscina). Man reinigte sich mit dem Strigilis und ließ sich nach dem Bad im aleipterion (lateinisch: unctuarium) einölen und massieren. Angeschlossen an das frigidarium war die palaestra, der Sportplatz, so dass man sich nach der körperlichen Ertüchtigung gleich im kalten Wasser erfrischen konnte. Große Bäder boten zusätzlich ein richtiges Schwimmbecken (natatio) an, teilweise sogar überdacht.

Schließlich gab es in einigen Bädern – nie in Frauenbädern – noch ein laconicum oder sudatorium, ein Schwitzbad mit trockener Hitze ohne Becken, das durch einen Holzkohleofen beheizt wurde und deshalb viel heißer wurde als das caldarium. Luxusbäder enthielten zudem Imbisse und Läden, Bibliotheken und Vortragssäle sowie Wandelhallen, Ruhesessel und Gartenanlagen zur seelischen Zerstreuung. Zumindest in den Heilbädern hatten auch Ärzte ihre Praxisräume in Nebenräumen der Thermen. Latrinen waren fast immer Bestandteil der Thermenanlage.

Der Besuch der großen Thermen dauerte oft mehrere Stunden, meist von der 9. Stunde, also je nach Jahreszeit von den Mittags- oder Nachmittagsstunden an bis in den Abend, und galt als wichtiger Bestandteil des täglichen Lebens. Seneca beschwerte sich über den Lärm in den Thermen, der vergleichbar mit dem heutiger Schwimm- und Spaßbäder gewesen sein dürfte.

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